
Das selbstverständlich anerkannte Potential
Frauen beweisen täglich ihre Kompetenz in Management und Führung von Unternehmen und Institutionen. Die Agentur Himmelhoch hat anlässlich des Weltfrauentages mehrere weibliche Stimmen aus unterschiedlichen Branchen gesammelt und sie um ihre Sichtweise zu Gleichberechtigung, Rollenverständnis und Arbeitsleben gebeten.
Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März geben Frauen aus verschiedenen wirtschaftlichen und institutionellen Bereichen Einblicke in ihre Erfahrungen rund um Gleichberechtigung, Rollenbilder und strukturellen Wandel im Arbeitsleben. „Ihre Statements zeigen, wo wir stehen, was sich bereits bewegt hat – und wo es noch Veränderung braucht“, so Angelika Deuretzbacher von der Kommunikationsagentur Himmelhoch in Wien.
Duale Führungskonzepte und familienfreundliche Führung
Für das Thema Technologie, Innovation und damit verbundene Dienstleistungen steht das Unternehmen Wien IT und Maria-Stephanie Banke, Bereichsleiterin Künstliche Intelligenz, Business Intelligence und Data : „Um wirkliche Gleichberechtigung zu erreichen, ist eine Führungskultur, die auf Partnerschaftlichkeit und Gleichberechtigung setzt, unabdingbar. Sie fördert die Akzeptanz und Unterstützung von Elternzeit und Familienpflichten für beide Geschlechter“.
Banke weiter : „Insbesondere teilzeitarbeitende Personen können durch duale Führungskonzepte und familienfreundliche Führung eher Führungspositionen übernehmen, ohne die Vereinbarkeit von Karriere und Familie zu gefährden. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten und geteilte Führungsverantwortung — so wie wir es in der WienIT vorleben.“ WienIT ist Tochterunternehmen und zentraler IT & Business Partner der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Mehr als 900 Mitarbeiter:innen beraten, entwickeln und betreiben konzernweit die IT-Infrastruktur für die Wiener Linien, Wiener Lokalbahnen, Wiener Netze, Wien Energie, Bestattung & Friedhöfe, immOH!, GSWG und WIPARK.
Strukturelle Hürden überwinden und Leistungen sichtbar machen
Für den Bereich Wohnen, Bau und Immobilien steht das Unternehmen s REAL und Martina Hirsch als Geschäftsführerin : „Mit Mentoring bringen wir die Gleichberechtigung in der Immobilienbranche voran. Nachwuchstalente erhalten von ihren Mentor:innen nicht nur fachliches Wissen und praktische Erfahrung, sondern auch Zugang zu beruflichen Netzwerken. Insbesondere Frauen haben so die Chance, strukturelle Hürden zu überwinden und ihre Leistungen sichtbar zu machen“.
Hirsch weiter : „Eine Karriere in der Immobilienbranche ist sehr attraktiv und daher arbeite ich als Geschäftsführerin bei s REAL und als Vorständin im Salon Real daran, diese auch immer mehr Frauen möglich zu machen.“ s REAL unterstützt Menschen in allen Fragen rund um das Thema Immobilien. Als Vorständin des Frauennetzwerkes Salon Real setzt sich Martina Hirsch auch für die Nachwuchsförderung ein.
Wachstum durch engagierte, weibliche Mitarbeiterinnen
Eine langjährig bekannte Marke im Bereich Auto und KFZ-Handel ist das Unternehmen RAINER KFZ bzw. die RAINER-Gruppe. Stephanie Ernst verantwortet die Geschäftsführung : „Ich bin in der Automobilbranche aufgewachsen, die von vielen immer noch als männerdominierte Branche wahrgenommen wird. Bei der RAINER Gruppe ist dies schon seit Beginn an anders. Durch unsere familienfreundliche Unternehmensphilosophie liegt der Frauenanteil bei fast 50 Prozent. Unser stetiges Wachstum im KFZ-Bereich verdanken wir zu einem guten Teil unseren engagierten, weiblichen Mitarbeitern.
Ernst weiter : „Die Förderung und Weiterbildung von Mädchen und Frauen in technischen Berufen ist uns ein besonderes Anliegen. Jungen Frauen, die in unserer Branche durchstarten wollen, sind bei uns immer willkommen. Es gilt : Keine Scheu zeigen — einfach machen.“ Der Ursprung der RAINER Gruppe geht zurück ins Jahr 1959 als Inge und Burkhard Ernst das erste Autohaus in der Rainergasse im 4. Wiener Gemeindebezirk gründeten. Die heute von den Familien Ernst und Lemberger geführte Gruppe umfasst neben dem KFZ-Bereich mehrere Hotels, Immobilien , eine Hausverwaltung, Bauträger- und Projektentwicklungsbetriebe sowie eine Filmproduktion.
Talent, Leidenschaft und Führungsstärke kennen kein Geschlecht
Das Unternehmen J. Hornig Kaffeebar in Wien steht für die Produktion und den Handel von hochwertigem Kaffee. Barbara Bauer ist die Geschäftsführerin : „Die Kaffeebranche ist noch immer stark männlich geprägt – dabei braucht gutes Handwerk Vielfalt. Der Weltfrauentag erinnert daran, dass Talent, Leidenschaft und Führungsstärke kein Geschlecht kennen. Umso wichtiger sind Sichtbarkeit, gegenseitige Unterstützung und Netzwerke, die Frauen ermutigen, ihren Platz in der Branche einzunehmen und aktiv mitzugestalten.“
Barbara „Barbie“ Bauer ist seit 2017 Geschäftsführerin der J. Hornig Kaffeebar in Wien. Sie ist ausgebildete Kaffeerösterin und Barista und engagiert sich seit Jahren für mehr Gleichstellung in der Kaffeebranche. Mit der Gründung des Kollektivs „she brews collective“ für Frauen im Kaffeehandwerk schafft sie Räume für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung in einem nach wie vor männerdominierten Umfeld.
Gebildete Mädchen treffen bessere Entscheidungen
Cornelia Wallner-Frisee wiederum ist Präsidentin der Hilfsorganisation Africa Amini Alama : „Frauen sind die stillen Kräfte, die Gemeinschaften stärken. Ihre Stärke und ihr Wissen prägen die Zukunft. Wenn Mädchen Bildung, Selbstvertrauen und die Möglichkeit bekommen, neue Wege zu gehen, profitieren nicht nur sie selbst – sondern ganze Generationen. Gebildete Mädchen treffen bessere Entscheidungen für ihre Gesundheit, ihre Familie und ihre Gemeinschaft – so prägen sie das Leben ihrer Umgebung nachhaltig“.
Die Hilfsorganisation Africa Amini Alama umfasst eine Krankenstation, Bildungs‑, Sozial- und Gesundheitsprojekte, Schulen, ein Waisenhaus und vier Wasserprojekte in Tansania. Finanziert werden die Projekte durch Spenden, eigene finanzielle Mittel, viele Helfer:innen und das nachhaltige Tourismusprojekt Africa Amini Life.
Bildung als Schlüssel für Selbstbestimmung und Chancengleichheit
Beim Industrieunternehmen S. Spitz verantwortet Stefanie Rieder den Bereich Logistik:„Die Industrie braucht Frauen. Nicht als Quote, sondern als entscheidenden Erfolgsfaktor. In der Logistik ist kein Tag wie der andere : Schnelligkeit, Veränderung, Verantwortung und konsequente Führungsarbeit prägen meinen Alltag. Bei Spitz schätze ich das Vertrauen, Entscheidungen treffen zu dürfen, die Möglichkeit, mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln und Rahmenbedingungen vorzufinden, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern“.
Rieder weiter : „Bildung ist für mich der Schlüssel für Selbstbestimmung und für Chancengleichheit. Nur in einem Wirtschaftsumfeld mit echter Chancengleichheit zählt Leistung anstatt klassischer Rollenbilder.“ Stefanie Rieder verantwortet als Head of Logistics die Bereiche Wareneingang, Warenausgang und Logistikoperations. Ihr Werdegang verdeutlicht, wie die Spitz Unternehmensgruppe Talente fördert und Frauen in technischen und operativen Schlüsselbereichen erfolgreich positioniert und Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schafft.
Sichtbarkeit für weibliche Perspektiven und Räume für Austausch
Karoline Klezl ist Geschäftsführerin der Restaurants und Kaffeehäuser der Familie Querfeld:„Als Mutter zweier Kinder und Geschäftsführerin ist es mir wichtig, dass wir kulturelles Erbe nicht bewahren, um es zu konservieren, sondern um es weiterzudenken und für kommende Generationen relevant zu halten. Wir entwickeln unsere Restaurants und Kaffeehäuser zu offenen Orten weiter, an denen Dialog und Vielfalt Platz haben“.
Klezl weiter : „Mit der Initiative Stadtfrau schaffen wir Sichtbarkeit für weibliche Perspektiven und eröffnen Räume für Austausch über Vereinbarkeit, Leadership und die Frage, wie wir die Gegenwart und Zukunft gemeinsam gestalten wollen.“ Die Familie Querfeld betreibt neben Café Landtmann, Café Mozart und Café Museum eine Reihe weiterer Gastronomiebetriebe in Wien : das Bootshaus an der Alten Donau, das Crossfield’s Australian Pub sowie Landtmann’s Original Café & Tortenshop in Alterlaa und das Gasthaus Napoleon in Kagran. (red/czaak)