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Das unge­nützte Potential

Klein­be­triebe und Mit­tel­stand haben Auf­hol­be­darf bei neuer Wert­schöp­fung mit­tels Digi­ta­li­sie­rung. Ein Exper­ten­kom­men­tar von Stef­fen Lange, Lan­des­chef von Sales­force Austria.

Die Digi­ta­li­sie­rung von betrieb­li­chen Pro­zes­sen und Wert­schöp­fungs­ket­ten ist aus öko­no­mi­scher Sicht ein immer grö­ße­rer Erfolgs­fak­tor für Unter­neh­men wie Ver­wal­tung. Ein wesent­li­ches Kri­te­rium sind dabei die Mit­ar­bei­te­rIn­nen und ihr Arbeits­um­feld. Öster­reich hat unbe­strit­ten einige Vor­zeige-Pro­jekte im Digi­ta­li­sie­rungs­be­reich vor­zu­wei­sen und nimmt im euro­päi­schen Ver­gleich sogar einen Platz in den Top 10 ein. Es gibt aber auch Auf­hol­be­darf, etwa bei der effek­ti­ven Nut­zung von Daten und das betrifft pri­mär Kleine- und Mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men (KMU).

Laut dem aktu­el­len Digi­tal Eco­nomy and Society Index (DESI) nut­zen nur neun Pro­zent der Unter­neh­men intel­li­gen­tes Daten­ma­nage­ment (Big Data), deut­lich weni­ger als der EU-Durch­schnitt mit 14 Pro­zent. Glei­ches gilt im Bereich Cloud-Com­pu­ting, wo nur jedes fünfte KMU Cloud-Lösun­gen in den betrieb­li­chen Arbeits­all­tag inte­griert hat. Hier liegt der EU-Durch­schnitt bei 26 Prozent.

Arbeits­welt im Wandel
Die Digi­ta­li­sie­rung hat die Geschäfts­tä­tig­keit von Unter­neh­men jeder Bran­che und Größe fun­da­men­tal ver­än­dert, sie ermög­licht völ­lig neue Chan­cen ent­lang von Wert­schöp­fungs­ket­ten über Abtei­lun­gen und Lie­fe­ran­ten hin­aus. Gerade bei Klein- und Mit­tel­be­trie­ben als Motor der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung ist die­ses Poten­tial noch lange nicht aus­ge­schöpft und das betrifft auch das Arbeits­um­feld an sich. 

Diese Arbeits­welt unter­zieht sich einem Wan­del und Tech­no­lo­gie gestal­tet das maß­geb­lich mit. Die vir­tu­elle Zusam­men­ar­beit betrifft vom Lehr­ling bis zum CEO jede/​n ein­zel­nen und ist ein wich­ti­ger Fak­tor für effi­zi­ente Pro­zess­ab­läufe und erfolg­rei­che Wert­schöp­fung bis hin zu neuen Geschäfts­mo­del­len. Fle­xi­bi­li­tät und Work-Life-Balance gewin­nen dabei zuneh­mend an Bedeu­tung und das erfor­dert auch eine neue Unternehmenskultur.

Neue Fer­tig­kei­ten
Das nun­mehr mög­li­che „work from any­where“ bie­tet Vor­teile für Arbeit­neh­mer wie Arbeit­ge­ber. Unter­neh­men kön­nen ihre Talente­ak­quise erwei­tern und die begehr­ten High Poten­ti­als orts­un­ab­hän­gig in ihr Unter­neh­men holen. Eine aktu­elle Stu­die des Bera­tungs­un­ter­neh­mens EY (Anm. „Future Work­place“) zeigt jedoch, dass schon allein die Nut­zung von Home Office regio­nal sehr unter­schied­lich ist. Wäh­rend in Wien der Anteil bei 64 Pro­zent liegt, sind es in Salz­burg nur 44 Pro­zent. Öster­reich­weit ist Home Office für mehr als die Hälfte grund­sätz­lich mög­lich. Unter­neh­men ste­hen also vor der Her­aus­for­de­rung, ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen glei­cher­ma­ßen ein­zu­bin­den und ein erfolg­rei­ches Arbei­ten für jede/​n von über­all aus zu ermöglichen. 

Dazu benö­ti­gen sie ein digi­ta­les Head­quar­ter. Als IT-Dienst­leis­ter sind wir bestrebt, das immense Poten­tial der Digi­ta­li­sie­rung mög­lichst vie­len Betrie­ben zugäng­lich zu machen. Mit intel­li­gen­ten Anwen­dun­gen wie cloud-basier­ten Platt­for­men oder Inno­va­tio­nen wie Slack kön­nen Unter­neh­men die Zusam­men­ar­beit neu orga­ni­sie­ren, inno­va­tive Geschäfts­mo­delle auf­set­zen und par­al­lel ihre Mit­ar­bei­te­rIn­nen an jedem Ort erfolg­reich machen. Und auch tech­nisch uner­fah­rene Per­so­nen kön­nen sich über frei zugäng­li­che Lern­platt­for­men wie Trail­head neue Fer­tig­kei­ten für das Arbei­ten im 21. Jahr­hun­dert aneignen.

Autor: Steffen Lange
13.09.2022

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