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Das Zuhause wird zum Shoppingcenter

94 Pro­zent aller Öster­rei­cher kau­fen regel­mä­ßig im Inter­net ein. Rele­vante Fak­to­ren für Händ­ler sind Behand­lung der Retou­ren, Ver­sand­kos­ten und Bezahl­for­men, so eine aktu­elle Stu­die des E‑Com­merce-Güte­zei­chens.

Der Online-Shop­ping-Boom hält in Öster­reich unver­än­dert an. Exakt 93,7 Pro­zent der Kon­su­men­ten bestel­len Pro­dukte und Dienst­leis­tun­gen im Inter­net, 40 Pro­zent sagen, dass sie heuer noch mehr online ein­kau­fen als 2020. Das zeigt eine reprä­sen­ta­tive Stu­die des Öster­rei­chi­schen E‑Com­merce-Güte­zei­chens über Mar­ke­tagent, für die 1.000 Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher zwi­schen 14 und 69 Jah­ren befragt wurden.

Plus und Minus
Ein abso­lu­tes „No-go“ beim Ein­kau­fen im Inter­net sind dabei umständ­li­che Rück­sen­dun­gen oder kom­pli­zierte Stor­nie­run­gen. 95 Pro­zent ist es wich­tig, dass dies ohne gro­ßen Auf­wand mög­lich ist. Auch die Wahl des Zah­lungs­mit­tels spielt eine wesent­li­che Rolle : Knapp 94 Pro­zent legen der Stu­die zufolge Wert dar­auf, dass ihre prä­fe­rierte Option zur Wahl steht.

Wich­tige Aspekte beim Ein­kau­fen im Inter­net sind zudem die anspre­chende Gestal­tung des Online-Shops (82 Pro­zent), posi­tive Bewer­tun­gen ande­rer Nut­zer (81), dass der Online-Shop schon lange besteht bzw. bekannt ist (79) sowie die Zer­ti­fi­zie­rung des Anbie­ters mit einem Güte­sie­gel (67 Pro­zent), so die ein­zel­nen Ergebnisse.

Öster­rei­cher sind kostensensibel
Das gewünschte Pro­dukt ist gefun­den und liegt bereits im vir­tu­el­len Waren­korb – aber dann über­legt man es sich plötz­lich anders : Das kommt bei den Öster­rei­chern häu­fig vor. Knapp 83 Pro­zent bestä­ti­gen, dass sie schon min­des­tens ein­mal den Kauf in einem Online-Shop abge­bro­chen haben, obwohl sie fün­dig gewor­den sind, mehr als die Hälfte (52 Pro­zent) hat dies schon öfters getan.

Gründe für diese Rück­zie­her sind zu hohe Ver­sand­kos­ten (61 Pro­zent). Für rund 50 Pro­zent muss die Lie­fe­rung kos­ten­los sein, die andere Hälfte hätte mög­li­cher­weise nichts dage­gen, für die Lie­fe­rung zu bezah­len. Als Auf­trag an die Händ­ler gilt, wer alle Kon­su­men­ten abho­len möchte, sollte zumin­dest Alter­na­ti­ven wie etwa „Click & Coll­ect“ bie­ten, was für knapp 75 Pro­zent auch annehm­bar wäre, statt eines kos­ten­pflich­ti­gen Versandes.

Königs­dis­zi­plin Retouren
Wenig Hem­mun­gen haben die Öster­rei­che­rIn­nen, online bestellte Waren wie­der zurück­schi­cken : 85 Pro­zent retour­nie­ren Arti­kel, nur 15 Pro­zent sagen, dass sie nie etwas zurück­sen­den. Am stärks­ten gefor­dert ist hier ein­deu­tig die Mode­bran­che. Mehr als zwei Drit­tel (70 Pro­zent) aller Retou­ren betref­fen Klei­dung, Schuhe oder Acces­soires, weit abge­schla­gen fol­gen Sport- und Frei­zeit­ar­ti­kel (14) sowie Unter­hal­tungs­elek­tro­nik (9 Prozent). 

Beklei­dung ist auch der ein­zige Bereich, wo fast 40 Pro­zent der Online-Shop­per schon im Vor­aus wis­sen, dass sie etwas zurück­sen­den wer­den. „Kon­su­men­tIn­nen nut­zen den Kom­fort, die Anprobe in aller Ruhe daheim durch­füh­ren zu kön­nen. Mode-Händ­ler sind daher beson­ders gefor­dert, nie­der­schwel­lige Retou­ren zu ermög­li­chen“, so Thors­ten Beh­rens, Geschäfts­füh­rer des Öster­rei­chi­schen E‑Com­merce-Güte­zei­chens. 68 Pro­zent der Arti­kel gehen im Übri­gen zurück, weil Größe oder Schnitt nicht passen. 

Neben der unkom­pli­zier­ten Abwick­lung ist auch die kos­ten­lose Rück­sen­dung wich­tig : 65 Pro­zent ent­schei­den sich für Online-Anbie­ter, die Gra­tis-Retou­ren ermög­li­chen, nur 20 Pro­zent sagen, dass ihre Shop-Wahl unab­hän­gig davon erfolgt. Ent­spre­chend hoch ist auch der Anteil derer, die schon vor der Bestel­lung dar­auf ach­ten, wohin sie ihre Retou­ren schi­cken müs­sen : Über 60 Pro­zent über­prü­fen im Vor­feld, ob und wel­che Adresse hier ange­ge­ben ist. 

Hohe Zufrie­den­heit und Ansprü­che beim Thema Lieferung
Die Zustel­lung von Online-Bestel­lun­gen wird grund­sätz­lich posi­tiv bewer­tet : 27 Pro­zent hat­ten bis­lang nichts zu bemän­geln, 68 Pro­zent ver­mel­den ver­ein­zelte Pro­bleme, nur 5 Pro­zent sind nicht zufrie­den. Spit­zen­rei­ter mit 42 Pro­zent ist hier die Kri­tik, dass Pakete ein­fach hin­ter­legt wer­den, ohne auch nur einen Zustell­ver­such zu unter­neh­men. „Die Bot­schaft an Online-Händ­ler lau­tet : Augen auf bei der Wahl des Paket­dienst­leis­ters“, so Behrens. 

Und : „Die Öster­rei­che­rIn­nen sind grund­sätz­lich sehr zufrie­den mit dem Ein­kaufs­er­leb­nis im Inter­net, schlechte Erfah­run­gen bei der Zustel­lung fal­len aber auch auf die Händ­ler zurück und tor­pe­die­ren auf­wän­dig gestal­tete Shops und Ser­vice­be­mü­hun­gen“, unter­streicht Experte Beh­rens vom Öster­rei­chi­schen E‑Com­merce-Güte­zei­chens, das auf der Web­site auch Händ­ler-Tipps zum Thema Retou­ren zusam­men­ge­stellt hat. 

Autor: red/mich
04.11.2021

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