Zum Inhalt

Demenz erle­ben

Der demo­gra­fi­sche Wan­del erfor­dert einen neuen Umgang mit Demenz. Das Bewusst­sein dafür wecken künst­le­ri­sche Methoden.

Men­schen mit Demenz lei­den oft unter gesell­schaft­li­cher Stig­ma­ti­sie­rung. All­täg­li­che Tätig­kei­ten wie Ein­kau­fen, Geld­ge­schäfte oder ein Thea­ter­be­such kön­nen schwie­rig für sie sein. Um Ableh­nung oder Pein­lich­kei­ten zu ver­mei­den, zie­hen sie sich aus der Gesell­schaft zurück. Wie sich das ver­hin­dern lässt und wie der gesell­schaft­li­che Umgang mit Demenz posi­tiv ver­än­dert wer­den kann, unter­sucht die Wie­ner Künst­le­rin und For­sche­rin Ruth Mateus-Berr mit ihrem Team in einem vom Wis­sen­schafts­fonds FWF geför­der­ten Pro­jekt : D.A.S. Demen­tia. Arts. Society.

Den Ver­stand verlieren
Was es bedeu­tet, lang­sam sei­nen Ver­stand und den Bezug zu sei­ner Umwelt zu ver­lie­ren, dem will Mateus-Berr in dem künst­le­risch-wis­sen­schaft­li­chen Pro­jekt auf den Grund gehen. Zunächst geht es um das Bewusst­ma­chen. „Gerade bei jun­gen Men­schen fehlt oft das Ver­ständ­nis für Ältere“, erklärt die Pro­fes­so­rin an der Uni­ver­si­tät für ange­wandte Kunst Wien.
Her­vor­ge­gan­gen ist das For­schungs­pro­jekt aus dem Mas­ter­pro­jekt Feel Demen­tia zweier Stu­die­ren­den an der Uni­ver­si­tät für ange­wandte Kunst Wien : Künst­le­rin Cor­ne­lia Bast und Desi­gne­rin Anto­nia Egge­ling. Diese kon­zi­pier­ten zwei Inter­ven­tio­nen : Ein Audio­file, das Hörern eine Fülle an Infor­ma­tio­nen und Auf­trä­gen erteilt, um Ver­wir­rung aus­zu­lö­sen. Die andere Inter­ven­tion heißt Fokung Wir­kus : Teil­neh­mende stül­pen es sich gleich einem rie­si­gen Tau­cher­helm über den Kopf. In ihm sind ver­schie­dene Lin­sen mon­tiert, wodurch die Sicht ein­ge­schränkt ist. Das löst Irri­ta­tion und Hilf­lo­sig­keit aus und reicht bis zum Gefühl, „einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch zu erleiden.“
Ziel des Pro­jekts ist es, pra­xis­taug­li­che und nach­hal­tige For­mate wie zum Bei­spiel Work­shops, Design- und Kunst­kon­zepte zu ent­wi­ckeln, um die Her­aus­for­de­run­gen, die das Thema für die Gesell­schaft und die Betrof­fe­nen dar­stellt, lang­fris­tig bes­ser bewäl­ti­gen zu können.

Autor: red/stem
09.09.2016

Weitere aktuelle Artikel

Die The­men Gehirn und Gesund­heit und künst­li­che Intel­li­genz. Med Uni Inns­bruck ver­an­stal­tet vom 16. bis 20. März die dies­jäh­rige „Die Woche des Gehirns“. Ein Fokus gilt Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­den von mensch­li­cher und künst­li­cher Intelligenz. Men­schen ver­trauen ihre Gefühle einer Maschine an. Künst­li­che Intel­li­genz (KI) nähert sich immer mehr der mensch­li­chen Intel­li­genz – oder hat diese […]
Die Erwerbs­ver­läufe von Müt­tern und Vätern nach der Geburt. Die Rolle der Qua­li­fi­ka­tion und die Bedeu­tung des Geschlechts. Eine neue Stu­die der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten beleuch­tet das Thema Eltern­ka­renz auf meh­re­ren Ebenen. Beruf­li­che Karie­ren nach der Geburt des ers­ten Kin­des. Unter­schied­li­che Erwerbs­ver­läufe bei Vätern und Müt­tern nach der Geburt von Kin­dern und das Aus­bil­dungs­ni­veau […]
Ein QR-Code auf einer Flä­che von knapp zwei Qua­drat­mi­kro­me­ter. Mit dem kleins­ten jemals pro­du­zier­ten QR-Code schaf­fen es TU Wien und Part­ner Cera­byte in Guin­ness-Buch der Rekorde. Die Ent­wick­lung soll lang­fris­tige und ener­gie­arme Spei­che­run­gen von Daten ermöglichen. Klein kann groß bedeu­ten. Ein For­schungs­team der TU Wien hat gemein­sam mit dem Spei­cher­tech­no­lo­gie-Unter­neh­men Cera­byte einen etwa von Ver­pa­ckun­gen […]
Digi­tal Phe­no­ty­p­ing oder das unge­nutzte Poten­zial digi­ta­ler Tech­no­lo­gien bei Schi­zo­phre­nie und ande­ren Krank­hei­ten. For­scher der Med Uni Inns­bruck zei­gen Ein­satz­mög­lich­kei­ten von Smart­phones und Weara­bles mit ver­gleichs­weise weit­aus stim­mi­ge­ren Ergeb­nis­sen bei Vor­her­sage und Diagnostik. In der moder­nen Psych­ia­trie ist die Dia­gnose und Behand­lung von Schi­zo­phre­nie-Spek­trum-Stö­run­gen (SSD) mit gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen ver­bun­den. Dia­gno­sen basie­ren oft auf sub­jek­ti­ven und […]
Men­schen hadern seit jeher mit der Ver­gäng­lich­keit des oder zumin­dest eines Lebens. Frü­her wurde der Jung­brun­nen gesucht, heute inves­tie­ren Mil­li­ar­däre in die Kon­trolle des Alterns und Auto­kra­ten las­sen medi­zi­ni­sche Wun­der­mit­tel erpro­ben. Eine His­to­ri­ke­rin der ÖAW ord­net nun die Sehn­sucht nach der Ver­län­ge­rung des irdi­schen Daseins ein.  Das soge­nannte Lon­ge­vity ist schon län­ger eine Art Trend. […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram