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Der garan­tierte Tref­fer ins Schwarze

Die TU Wien ent­wi­ckelt eine neue Steue­rungs­tech­nik für auto­ma­ti­sierte Seil-Robo­ter und tes­tet die Anwen­dung über Dart-Schei­ben. Mit­tels intel­li­gen­ter Pro­gram­mie­rung hilft hier die Scheibe dem Pfeil ins Ziel. 

Zuse­her füh­len sich in eine Zau­ber­show ver­setzt und es sieht dann noch zusätz­lich sur­real aus, wenn ein Pfeil auf die von der TU Wien ent­wi­ckelte High-Tech-Dart­scheibe geschos­sen wird : nicht der Pfeil, son­dern die Scheibe flitzt laut­los und rasend schnell der Wand ent­lang und gleich­zei­tig rotiert sie auch noch – und zwar so, dass der Pfeil die Dart­scheibe exakt am gewünsch­ten Punkt trifft. Man muss es bloß schaf­fen, den Pfeil grob in den rich­ti­gen Bereich der Wand zu schie­ßen und schon kann auf vor­pro­gram­mier­bare Weise ein per­fek­tes Ergeb­nis erzielt werden.

Ermög­licht wird das durch ein inno­va­ti­ves Sys­tem aus Seil­zü­gen, Bil­der­ken­nung und hoch­prä­zi­ser Steue­rung. Meh­rere Kame­ras erfas­sen die Flug­bahn des Pfeils, inner­halb von Mikro­se­kun­den wird berech­net, wo der Pfeil auf­tref­fen wird und wie sich die Scheibe bewe­gen muss, um ihn genau an der rich­ti­gen Stelle zu fan­gen. Prä­zi­si­ons-Seil­züge, gesteu­ert von einem aus­ge­klü­gel­ten mathe­ma­ti­schen Modell, diri­gie­ren die Scheibe an den rich­ti­gen Ort – und das alles in etwa 250 Mil­li­se­kun­den, so die TU Wien in einer Aussendung.

Aus­ge­zeich­ne­ter Anwen­dungs­fall zur Demons­tra­tion der Leistungsfähigkeit
„Dart ist ein aus­ge­zeich­ne­ter Anwen­dungs­fall, um die Leistungsfähigkeit
unse­rer neu­ent­wi­ckel­ten Seil­ro­bo­ter zu demons­trie­ren“, sagt Andreas Kugi vom Insti­tut für Auto­ma­ti­sie­rungs- und Rege­lungs­tech­nik der TU Wien. Georg Fei­ler, Michael Schwe­gel und Ulrich Knech­tels­dor­fer, drei Mit­ar­bei­ter aus Kugis Team, sind die Haupt­ver­ant­wort­li­chen für die Dart­scheibe und ihre aus­ge­klü­gelte Steuerung. 

„Der Seil­ro­bo­ter ermög­licht hoch­dy­na­mi­sche Bewe­gun­gen – ins­be­son­dere auch Rota­tio­nen, was bei bis­he­ri­gen Designs nur mit gro­ßem kon­struk­ti­vem Mehr­auf­wand mög­lich ist“, erklärt Kugi. Im Video (siehe Link) wird die Prä­zi­sion der neuen Tech­no­lo­gie unter Beweis gestellt : Drei unter­schied­li­che Per­so­nen tref­fen fünf­zehn­mal hin­ter­ein­an­der die Tri­ple-20. Das soll auch den welt­weit füh­ren­den Top-Pro­fis kaum gelingen. 

Fle­xi­ble Seile statt star­rer Stäbe
„Mit star­ren Ver­bin­dun­gen wäre das viel auf­wän­di­ger als mit den leich­ten fle­xi­blen Sei­len“, unter­streicht Kugi. Sein Team musste erst auf­wän­dige mathe­ma­ti­sche Ana­ly­sen durch­füh­ren, wie die hoch­dy­na­mi­sche Steue­rung der Dart­scheibe mit Seil­zü­gen mög­lichst rasch und prä­zise gelingt – und die­ses mathe­ma­ti­sche Modell musste dann mit Bil­der­ken­nung kom­bi­niert und in einem rea­len Gerät umge­setzt werden.

„Unsere Dart­scheibe zeigt, dass man durch die heu­ti­gen Mög­lich­kei­ten der Auto­ma­ti­sie­rung die Pro­zesse ganz neu den­ken kann — warum prä­zise wer­fen, wenn man auch die Scheibe prä­zise posi­tio­nie­ren kann?“, sagt Andreas Kugi. „Wenn man mit ein biss­chen Krea­ti­vi­tät an sol­che Auf­ga­ben her­an­geht, dann las­sen sich erstaun­li­che tech­no­lo­gi­sche Lösun­gen umset­zen, die man anfangs viel­leicht kaum für mög­lich gehal­ten hätte“, resü­miert der TU Wien Experte.

Autor: red/mich/cc
06.12.2022

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