Zum Inhalt

Der Klas­sen­pri­mus

Eine früh­zei­tige Stand­ort-Ent­wick­lung mit inter­na­tio­nal ver­netz­ter Bil­dung, For­schung und Inno­va­tion als zen­trale Ele­mente ergibt ein nach­hal­ti­ges Fun­da­ment für Nie­der­ös­ter­reichs Wirt­schaft mit mehr als 90.000 Unter­neh­men und 800.000 Erwerbstätigen.

Öster­reichs größ­tes Bun­des­land ver­fügt über eine viel­fäl­tige Wirt­schafts­struk­tur mit gleich­mä­ßi­ger Ver­tei­lung auf ver­schie­dene Bran­chen, von Pro­duk­ti­ons­be­trie­ben und Bau­we­sen über Han­del, Ener­gie und Gesund­heit bis hin zu Finanz, Tou­ris­mus und Land­wirt­schaft. Mit einem Brut­to­re­gio­nal­pro­dukt (BRP/BIP) von rund 51 Mil­li­ar­den Euro hält Nie­der­ös­ter­reich (NOe) einen Anteil von rund 16 Pro­zent an der Gesamt­wirt­schaft Österreichs. 

Bei der Ent­wick­lung des BIP von 2012 bis 2016 liegt NOe (+ 0,9 %) vor Gesamt­ös­ter­reich (+ 0,6 ) und bei der Brutto-Wert­schöp­fung für die­sen Zeit­raum liegt das Bun­des­land (+ 0,9) ebenso vor Gesamt-Öster­reich (+ 0,65). Auch bei den Expor­ten ist eine kon­ti­nu­ier­li­che Stei­ge­rung zu ver­zeich­nen. Mit einem Volu­men von 20 Mrd. Euro nimmt NOe öster­reich­weit nun­mehr bereits Platz 2 ein, nach Ober­ös­ter­reich mit 34 Mrd. Euro, so die Daten vom Insti­tut für Höhere Stu­dien (IHS), von Sta­tis­tik Aus­tria und vom Wirt­schafts­for­schungs-Insti­tut (WIFO).

Frü­her Beginn und Nach­hal­tig­keit bei Invest­ments und flä­chen­de­cken­der Strategie
Basis hier­für war ein ver­gleichs­weise sehr frü­her Start und die kon­ti­nu­ier­li­che Vor­an­trei­bung flä­chen­de­cken­der wie inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ter Maß­nah­men. Bereits 1962 erfolgt die Grün­dung des ers­ten öster­rei­chi­schen Wirt­schafts­parks im Indus­trie­ge­biet Wie­ner Neu­stadt als Basis für die Nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Betriebs­an­sie­de­lungs­agen­tur Eco­Plus. 1988 folgt mit dem Regio­nal­in­no­va­ti­ons­zen­trum (RIZ) NOe-Süd das erste Grün­der­zen­trum Öster­reichs, 1991 der erste grenz­über­schrei­tende Wirt­schafts­park oder 2002 mit Tec­Net die erste Risi­ko­fi­nan­zie­rungs­ge­sell­schaft für Neu­grün­dun­gen im Bereich Tech­no­lo­gie und Innovation.

Schaut man sich nun Wirt­schafts­struk­tur und ein­zelne Wert­schöp­fung des Lan­des an, dann sind die Bran­chen Pro­duk­tion (rund 21%), Ver­wal­tung & Gesund­heits­we­sen (17), Han­del (14) sowie Grund­stücks- und Woh­nungs­we­sen (10) füh­rend, vor Ver­kehr, Bau und Dienst­leis­tun­gen (jeweils 7) sowie Ener­gie, Finanz, Tou­ris­mus und Land­wirt­schaft (jeweils rund 3). Danach folgt der IKT-Sektor.

Inno­va­tion und die Lebens­grund­lage der Menschen
Zen­trale Mess­latte für Attrak­ti­vi­tät und Dyna­mik eines Stand­or­tes ist die Anzahl neuer Unter­neh­mens­grün­dun­gen. Ver­gleicht man die sta­tis­tisch ver­füg­ba­ren Jahre 2011 bis 2014, so zeich­net NOe auch hier eine kon­ti­nu­ier­li­che Stei­ge­rung aus. Von knapp über 7.000 Neu­grün­dun­gen 2011 hat sich das Land bis 2014 auf über 7.800 (+ 11%) gestei­gert. Wien, aktu­ell noch Spit­zen­rei­ter (8.150), pen­delt in die­sem Zeit­raum rauf und run­ter (2011÷2013 noch bei rund 8.500).

Ein wei­te­res aus­sa­ge­kräf­ti­ges Kri­te­rium für einen Stand­ort ist die For­schungs­quote. Aus­ge­hend vom Brut­to­re­gio­nal­pro­dukt (BRP) und den Inves­ti­tio­nen in F&E (For­schung & Ent­wick­lung) ist sie ein Indi­ka­tor für die Inno­va­ti­ons­kraft eines Lan­des. Betrach­tet man ebenso die Jahre 2011 bis 2014, bestä­tigt sich auch hier das Allein­stel­lungs­merk­mal von NOe. Kommt Öster­reich in die­sem Zeit­raum auf eine Stei­ge­rung von rund 10 Pro­zent (2,7%/2011 – 3%/2014), schafft das Land mit rund 20% das Dop­pelte (1,5%/2011 – 1,8%/2014). In Sum­men aus­ge­drückt hat das Bun­des­land NOe allein 2014 von 55,5 Mrd. BRP den Betrag von rund 890 Mio. in F&E investiert.

Beim Arbeits­markt liegt NOe mit einem aktu­el­len Zuwachs von 0,7% gleich auf mit Öster­reich, Basis ist hier die sog. Aktiv­be­schäf­ti­gung ohne Kin­der­geld­be­zie­her und Prä­senz­die­ner. Wich­ti­ger Mess­wert für die Lebens­grund­lage der Men­schen ist aber letzt­lich das ver­füg­bare Ein­kom­men je Ein­woh­ner. Lag NOe im Jahre 2000 mit rund 16.000,- p.a. öster­reich­weit noch an drit­ter Stelle, folgte 2007 dann mit rund 21.000,- (+ 30%) die zweite Stelle nach Wien und im daten­mä­ßig letzt­ver­füg­ba­ren Jahr 2013 dann vor Vor­arl­berg (22.700,-) und Salz­burg (22.400,-) der erste Platz mit 22.800,-.

Inter­na­tio­na­les Vorzeigemodell
Dass sich Nie­der­ös­ter­reich (NOe) auch im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb der Regio­nen nach­hal­tig behaup­ten kann, wurde in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit meh­re­ren hohen inter­na­tio­na­len Aus­zeich­nun­gen belegt, etwa die Prä­mie­rung als „Inno­va­tivste Region Euro­pas“ oder der “Euro­pean Award of Excel­lence” für die vor­bild­li­che Unter­stüt­zung von unter­neh­me­ri­schen Neugründungen. 

Im Rah­men des inter­na­tio­na­len Aus­tau­sches ent­stand zudem bei­spiels­weise mit der Lan­des­re­gie­rung von Kas­ti­lien und Leon eine enge Part­ner­schaft mit dem Trans­fer der in NOe ange­wand­ten Balan­ced-Score­card-Metho­dik in die spa­ni­sche Region. Umge­kehrt greift NOe neue Ansätze nach einem Review der nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Inno­va­ti­ons­po­li­tik durch die Bas­ki­sche Lan­des­re­gie­rung auf. 

Dazu zäh­len etwa ver­stärkte Image­bil­dung und Cor­po­rate Iden­tity der Tech­no­pole, die Ver­ein­fa­chung des Markt­zu­gangs und die sys­te­ma­ti­sche Erschlie­ßung neuer Geschäfts­fel­der für nie­der­ös­ter­rei­chi­sche KMUs. Wei­tere Schwer­punkte sind die Gewin­nung hoch­qua­li­fi­zier­ter jun­ger Arbeits­kräfte und For­scher oder die ver­stärkte Iden­ti­fi­ka­tion von loka­len Inno­va­ti­ons­po­ten­zia­len. Ent­wi­ckelt und umge­setzt wur­den all diese Pro­jekte von der Abtei­lung Wirt­schaft, Tou­ris­mus und Tech­no­lo­gie des Lan­des, zuge­hö­rig dem Res­sort von NOe-Wirt­schafts­lan­des­rä­tin Petra Bohuslav.

Autor: red/czaak
25.10.2016

Weitere aktuelle Artikel

Kre­dit­ge­schäft steigt wei­ter kon­ti­nu­ier­lich an. Güns­ti­gere Zin­sen und Bedarf an Betriebs­mit­tel für Inves­ti­tio­nen als Gründe. Unter­neh­men gene­rell opti­mis­ti­scher. Pri­vate Nach­frage zu Wohn­kre­di­ten steigt bereits län­ger. Ban­ken waren und sind verhalten.  Der Früh­ling kommt, und dazu pas­send wächst auch das zarte Pflänz­chen der Kon­junk­tur wei­ter. Das zeigt die aktu­elle Ana­lyse der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bank (OeNB), die regel­mä­ßig […]
Secu­rity und ins­be­son­dere Cyber­se­cu­rity wird für Unter­neh­men immer mehr zum stra­te­gi­schen Erfolgs­fak­tor. Unter­stützt mit KI und Auto­ma­tion gibt es posi­tive Aus­wir­kun­gen auf Kun­den­ver­trauen, Mar­ken­stärke und neue Wert­schöp­fung. Eine inter­na­tio­nale Stu­die zeigt nun auch mess­bare Stei­ge­run­gen beim Wachstum. Cyber­si­cher­heit ent­wi­ckelt sich von der rei­nen Abwehr­maß­nahme zum stra­te­gi­schen Erfolgs­fak­tor. Unter­neh­men, die das Thema früh­zei­tig in Transformations‑, Tech­no­lo­gie- […]
Trotz Andeu­tun­gen einer Kon­junk­tur­be­le­bung herrscht bei hei­mi­schen CEOs immer noch Pes­si­mis­mus. Makro­öko­no­mi­sche Unsi­cher­hei­ten und Cyber­ri­si­ken sowie Kos­ten und gene­relle Infla­tion als aktu­ell größte Bedro­hun­gen, so Stu­die von PwC. Vor­sicht statt Auf­bruchs­stim­mung bei öster­rei­chi­schen CEOs. Diese bli­cken nach den Her­aus­for­de­run­gen der ver­gan­ge­nen Jahre deut­lich pes­si­mis­ti­scher in die Zukunft als ihre inter­na­tio­na­len Kol­le­gen. Nur ein Vier­tel erwar­tet ein Wirt­schafts­wachs­tum. […]
Nvi­dia, Apple und Alpha­bet Ende 2025 als höchst­be­wer­tete Unter­neh­men der Welt. Top 100 stei­gern Bör­sen­wert um 23 Pro­zent auf 54 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Acht US-Com­pa­nies unter Top 10. Asia­ti­sche Betriebe mit stärks­tem Wert­zu­wachs. Nur mehr 17 euro­päi­sche Unter­neh­men unter Top 100.  Trotz schwie­ri­ger geo­po­li­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen haben die größ­ten Unter­neh­men der Welt im Laufe des Jah­res […]
Sechs von zehn Unter­neh­men betrach­ten Fach­kräf­te­man­gel als ers­ten Risi­ko­fak­tor für das eigene Wachs­tum. Größte Rekru­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten hat Indus­trie. Künst­li­che Intel­li­genz kann immer öfter Abhilfe schaffen. Der hei­mi­sche Mit­tel­stand steht auch in wirt­schaft­lich her­aus­for­dern­den Zei­ten mehr­heit­lich für Resi­li­enz und Inno­va­tion und mit Unter­stüt­zung digi­ta­ler Dienste dann für neue Wert­schöp­fung. Trotz­dem gibt es auch hier Fak­to­ren, die Wachs­tum […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram