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Der Mensch und seine Fäka­lien in der Donau

Die DNA ent­larvt den Men­schen als Haupt­ver­ur­sa­cher von Fäka­lien in der Donau. Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät Krems, Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Wien und Medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Wien ver­öf­fent­li­chen Ergeb­nisse größ­ten Was­ser­hy­giene-Stu­die ihrer Art.

Der Mensch ist wei­ter­hin die Haupt­quelle für die mikro­bielle Fäkal­ver­un­rei­ni­gung in der Donau und das trotz Abwas­ser­ma­nage­ment und Klär­an­la­gen. Das ist das zen­tarle Ergeb­nis einer umfang­rei­chen Ana­lyse der Fäkal­be­las­tung der Donau. Dabei kam eine neue mole­ku­lar­ge­ne­ti­sche Methode zum Ein­satz, die eine ein­deu­tige Unter­schei­dung zwi­schen mikro­biel­len Fäka­li­en­be­las­tun­gen mensch­li­chen oder tie­ri­schen Ursprungs erlaubt. Die jetzt inter­na­tio­nal publi­zierte Arbeit wurde unter maß­geb­li­cher Betei­li­gung der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät Krems vom Inter­uni­ver­sity Coöpe­ra­tion Centre for Water & Health aus Öster­reich durchgeführt.
CSI und Foren­sik iden­ti­fi­zie­ren nicht nur Seri­en­mör­der, son­dern auch die Ver­ur­sa­cher von Was­ser­ver­schmut­zun­gen und Fäka­lien. Das hat ein Team um Andreas Farn­leit­ner von der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät Krems (KL Krems) und der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien (TU Wien) nun für die Donau zei­gen kön­nen. Basis dafür war eine von ihm gemein­sam mit Kol­le­gen des Inter­uni­ver­sity Coöpe­ra­tion Centre for Water & Health (ICC Water & Health) ver­fei­nerte mole­ku­lar­ge­ne­ti­sche Methode, die anhand von Bak­te­rien-DNA eine Unter­schei­dung von mensch­li­chen und tie­ri­schen Fäka­lien erlaubt. Mit den bis­he­ri­gen Stan­dard­me­tho­den war dies bis dato nicht möglich.

Mensch oder Tier
“Flüsse die­nen häu­fig der Gewin­nung von Trink­was­ser”, erläu­tert Farn­leit­ner, Lei­ter des Fach­be­reichs Was­ser­qua­li­tät und Gesund­heit an der KL Krems. “Ver­un­rei­ni­gun­gen mit Fäka­lien stel­len daher eine poten­zi­elle Gefähr­dung der Gesund­heit dar. Die stan­dar­di­sier­ten Nach­weis­me­tho­den basie­ren auf der Kul­ti­vie­rung von Fäkal­in­di­ka­tor­bak­te­rien und geben keine Aus­kunft über die Kon­ta­mi­na­ti­ons­ver­ur­sa­cher, also ob die Fäka­lien mensch­li­chen oder tie­ri­schen Ursprungs sind. Das von uns in der Donau-Stu­die ange­wen­dete gene­ti­sche Ver­fah­ren gibt hin­ge­gen genau dar­über Auskunft.”
Grund­lage des Ver­fah­rens sind dabei gene­ti­sche Mar­ker spe­zi­fi­scher Bak­te­ri­en­ar­ten (Bac­te­ro­ide­tes), die Bestand­teil der Aus­schei­dun­gen von Mensch und Tier sind. Anhand ihrer jewei­li­gen typi­schen DNA-Sequen­zen las­sen diese Mar­ker Rück­schlüsse dar­über zu, ob eine Fäka­li­en­be­las­tung von z.B. Men­schen, Wie­der­käu­ern oder Schwei­nen stammt. 

In Rela­tion ist Donau trotz­dem immer noch sauber
“Das Ergeb­nis war ein­deu­tig : Über eine Länge von 2.580 Kilo­me­tern stam­men die mikro­biel­len Fäkal­be­las­tun­gen in der Donau vor allem vom Men­schen. Die Rolle von Wei­de­vieh und inten­si­ver Schwei­ne­hal­tung ent­lang des Flus­ses war über­all ver­gleichs­weise gering”, ergänzt Alex­an­der Kirsch­ner vom Insti­tut für Hygiene und Ange­wandte Immu­no­lo­gie der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien (Med­Uni Wien), der die Stu­die gemein­sam mit Andreas Farn­leit­ner koordinierte.
“Das ist inso­fern bedeu­tend, als mensch­li­che Ver­un­rei­ni­gun­gen poten­zi­ell gefähr­li­cher sind. Denn die darin ent­hal­te­nen Arten von Krank­heits­er­re­gern besit­zen für den Men­schen in der Gesamt­heit ein höhe­res Infek­ti­ons­po­ten­tial als dies tie­ri­sche Erre­ger haben“, betont Kirsch­ner. „Aber, und auch das muss in aller Deut­lich­keit gesagt wer­den, die Donau ist für ihre Größe, dank der zahl­rei­chen Gewäs­ser­schutz­maß­nah­men, ein aus­ge­spro­chen sau­be­res Gewässer.“

Autor: red/cc
26.01.2018

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