Zum Inhalt

Der nächste Schritt nach 150 Jahren

Mit einer neuen Metho­den zur Ana­lyse der Fäkal­be­las­tun­gen von Was­ser – der DNA-Ana­ly­tik – soll sich künf­tig der Ursprung von Fäka­lien umfas­send und ein­fach fest­stel­len lassen.

Welt­weit ist das Was­ser von min­des­tens 1,8 Mil­li­ar­den Men­schen mit Fäka­lien ver­un­rei­nigt. Etwa 500.000 Men­schen erkran­ken jähr­lich an den Fol­gen von ver­un­rei­nig­tem Was­ser. Geht es nach den Ver­ein­ten Natio­nen, soll das Pro­blem bis 2030 gelöst wer­den. Oft ist es aller­dings schwie­rig, die rich­ti­gen Maß­nah­men zu set­zen, weil die Quelle der Ver­un­rei­ni­gung mit den der­zei­ti­gen Tests nicht fest­stell­bar ist.
In einem vom Wis­sen­schafts­fonds FWF finan­zier­ten Pro­jekt forscht daher eine Gruppe um Andreas Farn­leit­ner von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien und der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten in Krems an genaue­ren und schnel­le­ren Ana­ly­se­me­tho­den. “Der Nach­weis von Fäka­lien in Was­ser basiert seit über 120 Jah­ren auf dem Darm­bak­te­rium Esche­ri­chia coli. Es lebt im Darm von Tier und Mensch und lässt sich rela­tiv leicht im Was­ser detek­tie­ren”, sagt Farnleitner.

Unter­schied­li­che Wild- und Haustiere
Diese essen­zi­elle Stan­dard­me­tho­dik sei aber in die Jahre gekom­men, so Farn­leit­ner : “Der Nach­weis sagt uns nicht, woher die Belas­tung kommt.” Außer­dem ist Esche­ri­chia coli selbst harm­los. Farn­leit­ner kon­zen­triert sich auf Darm­bak­te­rien, die bis­her nicht nach­weis­bar waren, soge­nann­ten “wirts­as­so­zi­ier­ten abun­dan­ten Bak­te­rien”. Diese Bak­te­rien kön­nen nun anhand ihrer DNA nach­ge­wie­sen werden.
Mit den Fäka­lien von unter­schied­lichs­ten Wild- und Haus­tie­ren sowie Boden­pro­ben wurde eine Daten­bank der Mikro­or­ga­nis­men erstellt. Man­che Darm­bak­te­rien haben sich gemein­sam mit dem Wirts­or­ga­nis­mus ent­wi­ckelt und sind für die­sen typisch. Sie sind wie ein Fin­ger­ab­druck für die jewei­lige Tier­gruppe. Genau danach sucht Farn­leit­ners Team. Bis­lang hat man 23 Mil­lio­nen DNA-Sequen­zen ana­ly­siert. “Zukünf­tig wer­den damit Feld- und Schnell-Nach­weis-Ver­fah­ren mög­lich sein, die drau­ßen im Freien funk­tio­nie­ren, mit simp­len Mit­teln. Diese Ent­wick­lung wird die Was­ser­qua­li­täts­ana­lyse revo­lu­tio­nie­ren”, so Farn­leit­ner. Man habe nun die Mög­lich­keit, nach fast 150 Jah­ren einen Schritt weiterzugehen.

Autor: red/stem
29.06.2017

Weitere aktuelle Artikel

Stu­die der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät zeigt das bis dato uner­kannte Über­dau­ern von Darm­vi­ren in Was­ser­a­mö­ben. Die For­scher for­dern eine sofor­tige Neu­be­ur­tei­lung von Regeln und Unter­su­chun­gen zur Wassersicherheit. Wich­tige Aus­lö­ser vira­ler Magen-Darm-Erkran­kun­gen kön­nen über län­gere Zeit in frei­le­ben­den Amö­ben über­dau­ern, die in natür­li­chen und tech­ni­schen Was­ser­sys­te­men weit ver­brei­tet sind. Dies ist das Ergeb­nis einer Stu­die der […]
Die Che­mi­sche Indus­trie kämpft schon län­ger mit enor­men Belas­tun­gen. Nun sol­len wei­tere hin­zu­kom­men und gleich­zei­tig wer­den (nur) die­ser Bran­che Kom­pen­sa­tio­nen ver­wehrt. Eco­nomy hat das nach­fol­gende Schrei­ben von stand­ort-rele­van­ten Che­mie-Unter­neh­men an die Bun­des­re­gie­rung erreicht. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis des offe­nen Brie­fes an die Öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung eine kurze Erläu­te­rung der aktu­el­len Situa­tion : Auf Grund der bevor­ste­hen­den Ver­schär­fun­gen bei […]
Wie­ner Neu­stadt baut Rolle als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit aus. Geo­po­li­ti­sche Lage ver­deut­licht Not­wen­dig­keit einer unab­hän­gi­gen Sicher­heits­stra­te­gie. Land Nie­der­ös­ter­reich betont und unter­stützt Stand­ort mit inter­na­tio­na­ler Ausrichtung. Wie­ner Neu­stadt erwei­tert seine Bedeu­tung als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit. Dies pas­siert auch im Lichte neuer inter­na­tio­na­ler Ent­wick­lun­gen. Im Kon­text mit den aktu­el­len geo­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen setzt die EU einen […]
Neues Ver­fah­ren holt CO2 mit weni­ger Ener­gie aus der Luft. Anlage Aus­trian Pilot Unit 1 wird nun von Start-Ups DAClab (US) und DAC­worx (A) sowie von TU Wien weiterentwickelt.  Nicht weni­ger als ein Game­ch­an­ger für die CO2-Abschei­dung soll es Anga­ben zufolge wer­den : Der neu­ent­wi­ckelte Pro­to­typ in Größe eines Last­wa­gen­con­tai­ners holt pro Jahr 50 Ton­nen CO2 aus der […]
Nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft und Alu­mi­ni­um­re­cy­cling über digi­tale Platt­form. Das von Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen gelei­tete EU-Pro­jekt RecAL erhält ÖGUT-Aus­zeich­nung. CAN­COM Aus­tria ist Technologiepartner. Das vom LKR Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen des Aus­trian Insti­tute of Tech­no­logy (AIT) gelei­tete euro­päi­sche For­schungs­pro­jekt RecAL (Recy­cling Tech­no­lo­gies For Cir­cu­lar ALu­mi­nium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umwelt­preis 2025 in der Kate­go­rie „Mit For­schung & Inno­va­tion zur Kreis­lauf­wirt­schaft“ aus­ge­zeich­net. „Die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram