Zum Inhalt
© Pexels.com/artempodrez

Der Schlüs­sel für Übergewicht

For­scher der Uni of Mary­land (US) ent­de­cken Ursa­che für Fett­lei­big­keit in bis­lang unbe­kann­ten Ner­ven­zel­len. In USA lei­den bereits 40 Pro­zent der Erwach­se­nen und 20 Pro­zent der Kin­der an mas­si­vem Übergewicht.

For­scher der medi­zi­ni­schen Fakul­tät der Uni­ver­sity of Mary­land (US) haben kürz­lich einen Schlüs­sel für den Hang zur Fett­lei­big­keit ent­deckt und damit glau­ben sie nun auch eine neue The­ra­pie erschlie­ßen zu kön­nen. Ent­deckt haben die Wis­sen­schaf­ter bis­lang unbe­kannte Neu­ro­nen. Diese Ner­ven­zel­len regu­lie­ren den Hun­ger und sind sie außer Kon­trolle, wer­den Men­schen nicht so schnell satt. Das kann ent­spre­chend fatale Fol­gen für das Kör­per­ge­wicht haben.

Den Effekt die­ser bis­her unbe­kann­ten neu­ro­na­len Popu­la­tion haben die US-For­scher im Expe­ri­ment mit Mäu­sen ent­deckt. Hier zeigt sich, dass diese Ner­ven­zel­len sowohl Rezep­to­ren für Lep­tin als auch das BNC2-Gen expri­miert und das trägt nicht nur dazu bei, den Hun­ger zu unter­drü­cken, son­dern reagiert auch auf ernäh­rungs­be­zo­gene sen­so­ri­sche Reize wie etwa die Schmack­haf­tig­keit von Lebens­mit­teln. Lep­tin wird auch das “Hun­ger­hor­mon” genannt. Es signa­li­siert dem Gehirn im Nor­mal­fall, wann der Kör­per genü­gend Ener­gie gesam­melt hat, der Mensch also auf­hö­ren kann zu essen.

Expe­ri­mente mit Mäusen
Bis dato war vom BNC-2-Gen bekannt, dass es die Pig­men­tie­rung der Haut von Euro­pä­ern beein­flusst. Der Zusam­men­hang mit den Neu­ro­nen, die das Hun­ger­ge­fühl regu­lie­ren, ist neu. Die For­scher haben den Zusam­men­hang ent­deckt, indem sie mit der Gen­schere CRISPR-Cas 9 den Lep­tin­re­zep­tor in den BNC-2-Neu­ro­nen aus­schal­te­ten. Die der­art mani­pu­lier­ten Mäuse fra­ßen dar­auf­hin mehr und nah­men stär­ker zu. Wei­ters füg­ten die For­scher den BNC-2-Neu­ro­nen Fluo­res­zenz hinzu und diese Neu­ro­nen akti­vier­ten sich auch, wenn die Mäuse nach einer Fas­ten­zeit gefüt­tert wurden.

“Diese Erkennt­nisse erwei­tern unser Ver­ständ­nis dar­über, wie Neu­ro­nen den Appe­tit und die Fett­lei­big­keit beein­flus­sen, um eine ent­schei­dende neue Kom­po­nente”, so Brian Herb von der Uni­ver­sity of Mary­land (US). “Das könnte ein Schritt zur Behand­lung von Fett­lei­big­keit sein, etwa durch die Akti­vie­rung die­ser Neu­ro­nen, um das Gewicht zu redu­zie­ren oder den Hun­ger zu unter­drü­cken“, so Herb. In den USA lei­den 40 Pro­zent der Erwach­se­nen und 20 Pro­zent der Kin­der an Fett­lei­big­keit. In Europa sind 53 Pro­zent aller Erwach­se­nen über­ge­wich­tig, ein Zustand, der noch unter­halb der Fett­lei­big­keit liegt. 

Autor: Pressetext Austria/red/cc
10.02.2025

Weitere aktuelle Artikel

Anwen­dun­gen im Welt­raum, in der Hoch­en­er­gie­phy­sik oder für Quan­ten­com­pu­ter. Her­kömm­li­che Elek­tro­nik ver­sagt bei Tem­pe­ra­tu­ren knapp über dem abso­lu­ten Null­punkt. Die TU Wien ent­wi­ckelt nun einen Weg über adap­tive Transistoren. Elek­tro­nik kann Pro­bleme bekom­men, wenn sie zu heiß wird, siehe etwa ent­spre­chende Aus­fälle bei der Küh­lung eines Lap­tops. Elek­tro­ni­sche Schal­tun­gen kön­nen aber auch bei extre­mer Kälte […]
AIT ent­wi­ckelt neu­ar­tige Bio­sen­so­ren für prä­zi­sere Dia­gnos­tik von Blut­pro­ben. Gegen­über bis­he­ri­gen Ver­fah­ren soll neue Vari­ante zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen für medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung brin­gen und weni­ger res­sour­cen­in­ten­siv sein.  Die soge­nannte „Liquid Bio­psy“ gilt in der moder­nen Medi­zin als gro­ßer Fort­schritt. Diese Form der Unter­su­chung kann Gewe­be­ana­ly­sen ergän­zen und zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen für die medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung sowie wert­volle Rück­schlüsse für die […]
Med Uni Inns­bruck lei­tet inter­na­tio­nale Zulas­sungs­stu­die einer neuen The­ra­pie von Par­kin­son mit Wirk­stoff Pra­si­ne­zu­mab. Aktu­elle Ergeb­nisse der kli­ni­schen Phase II-Stu­die als Basis für erste „Par­kin­son-Imp­fung“ nun im renom­mier­ten Fach­jour­nal The Lan­cet veröffentlicht. Par­kin­son gehört zu den am schnells­ten zuneh­men­den Krank­hei­ten. Welt­weit lei­den daran rund 20 Mil­lio­nen Men­schen, bis 20250 sol­len es über 25 Mil­lio­nen sein. […]
Insti­tut für Demo­gra­phie der ÖAW ent­wi­ckelt neues Gebur­ten­ba­ro­me­ter für umfas­sende Ana­ly­sen zur Fer­ti­li­tät in Öster­reich. Immer mehr Frauen wol­len kin­der­los blei­ben, Zwei-Kind-Fami­lien häu­figs­tes Modell, Trend zu spä­ter Mut­ter­schaft, ältere Väter mit jün­ge­ren Partnerinnen. Das neue Gebur­ten­ba­ro­me­ter des Insti­tuts für Demo­gra­phie der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ermög­licht viel­fäl­tige und umfas­sende Ana­ly­sen von aktu­el­len Daten zur Fer­ti­li­tät […]
Mit Hilfe von Was­ser kön­nen bestimmte Mine­ra­lien schäd­li­ches CO2 aus der Atmo­sphäre holen und rasch in fes­tes Car­bo­nat umwan­deln. Die TU Wien konnte die­sen mine­ra­lo­gi­schen Mecha­nis­mus nun nachweisen. Steine kön­nen Koh­len­di­oxid bin­den – und das weit­aus schnel­ler als bis­her bekannt und ange­nom­men. Bis dato wur­den lang­wie­rige und ent­spre­chend lang­same Pro­zesse für die Umwand­lung von CO2 in […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram