Der Unterschied sind 15 Zentimeter und weitere 500 Millionen Euro
Das Land Niederösterreich prämiert die diesjährigen Wissenschaftspreise. Landeschef Erwin Pröll kündigt weitere 500 Millionen Euro Investitionen in den Wissenschaftsstandort Niederösterreich an.
(Grafenegg ; Video/Text) Herausragende Forscher mit Projekten zur wissenschaftlichen Eigenständigkeit des Landes werden in Niederösterreich seit 1964 gefördert. Jahr für Jahr vergibt das Land Prämierungen und Auszeichnungen an Vertreter unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen, aktuell nun im Rahmen der diesjährigen Wissenschaftsgala in Grafenegg.
Hohe EU-Auszeichnung für das Land
Bildung und Wissenschaft und Wirtschaft sind in Niederösterreich Chefsache. Bei der Wissenschaftsgala 2016 unterstrichen Bildungschefin Barbara Schwarz, Wirtschaftschefin Petra Bohuslav und Landesboss Erwin Pröll denn auch gemeinsam die immense volkswirtschaftliche und standortpolitische Bedeutung im internationalen Wettbewerb der Köpfe und Regionen.
„Jemand, der in die Wissenschaft investiert, investiert in die Zukunft”, so der Landeshauptmann zu den bisher in Bildung und Wissenschaft investierten 600 Millionen Euro. „Auch auf europäischer Ebene hat unsere punktgenaue regionale Strategie große Anerkennung gefunden“, verwies Pröll auf die NOe-Auszeichnung als „Europäische Unternehmerregion 2017”. Und : „Der wichtigste Weg am Pfad in die Zukunft sind die 15 Zentimeter zwischen den Ohren der Menschen.“
Brückenschlag zwischen Jugend, Wissenschaft und Wirtschaft
„Zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren eine tolle Brücke entwickelt”, erläuterte Petra Bohuslav und verwies etwa auf das Technopol-Programm, die neue Gründungsoffensive für Forscher oder auf das soeben präsentierte neue Wirtschaftsprogramm, das neben Industrie mehrheitlich kleine und mittelständische Unternehmen bereits von der Planung weg eingebunden hat.
Barbara Schwarz, Bildungslandesrätin erörterte den kontinuierlichen Aufbau im Bildungssektor, wo „vom Kindergarten bis zum PhD alles möglich ist“ und erwähnte beispielsweise das Projekt „Science Fair” als Beleg auch für die große Begeisterung Jugendlicher bei wissenschaftlichen Projekten. Besonders stolz ist Niederösterreich auf den jüngsten Gewinn gleich mehrerer Forschungsprojekte beim bundesweiten Kompetenzzentrums-Programm und auf die mittlerweile weltweit beachteten Leuchttürme MedAustron in Wiener Neustadt und das ISTA (Institute of Science and Technology Austria) in Klosterneuburg.
Würdigungspreis für Österreichisches Dokumentationsarchiv des Widerstandes
Im Rahmen zahlreicher Prämierungen gingen Würdigungspreise eines wissenschaftlichen Gesamtwerks mit internationaler Bedeutung an den Wissenschafter Thilo Sauter vom Zentrum für Integrierte Sensorsysteme an der TU Wien und an das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) vertreten durch den Historiker und DÖW-Chef Gerhard Baumgartner.
„Gerade in der heutigen Zeit ist so ein politisches Signal wichtig. Wir arbeiten nicht nur historisch, sondern dokumentieren etwa auch rechtsradikale neonazistische Gruppierungen“, so Baumgartner. „Diese Arbeit wird natürlich auch angefeindet, da ist so ein unterstützendes politisches Signal für uns besonders wichtig“, hob Baumgartner hervor.
Auszeichnungen für Polytechnikum Mistelbach und viele bereits praktisch angewandte Forschungsprojekte
Weitere Auszeichnungen erfuhren Wolfgang Aigner, Leiter des Instituts für Creative Media Technology der FH St. Pölten, Edith Kapeller, Kulturwissenschaftlerin und Stiftsbibliothekarin in Göttweig sowie Irina Sulaeva und Hubert Hettegger, Chemiker am Doppler-Forschungslabor in Tulln.
Angela Sessitsch, Birgit Mitter und Stephane Compant vom Endophyten-Team des Austrian Institute of Technology (AIT) folgten für Forschungen im Bereich Pestizide und Dünger in der Landwirtschaft und Stefanie Roithmayr und Johanna Irrgeher erhielten den „Wissen schaf[f]t Zukunft Preis für akademische Abschlussarbeiten.
Das Projekt „eMobility Pads” der Polytechnischen Schule Mistelbach erreichte den ersten Platz der diesjährigen „Science Fair”. Podiumsgespräche zum „Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft” mit Paulus Hochgatterer, Kinderpsychiater und Schriftsteller sowie Ernst Strouhal, Publizist und Historiker, beleuchteten die ersten kindlichen Berührungspunkte sowie die themenübergreifende Bedeutung von Wissenschaft und Forschung.