
Der veränderte Blick auf Linz
„Linz verändert“ steht unter dem Logo der Stadt. Mit dem Kulturhauptstadtjahr hat ein neuer Werbespruch Einzug gehalten – und nicht nur der. Die Stadt an der Donau beeindrucke durch eine moderne Industrie und eine schöne alte Innenstadt, hat Wolfram Siebeck vor Kurzem in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit geschrieben. Wenn man aus einer Stadt kommt, die jahrelang auf Provinz gereimt wurde, muten solche Bezeichnungen ungewohnt an. Man wartet auf den negativen Nachsatz. Dieser kommt nicht. Die Kulturhauptstadt hat vor allem den auswärtigen Blick auf Linz verändert. Wie es dem Kollektiv der Linzer mit dem Blick auf ihre Kulturhauptstadt ergeht, lässt sich schwer erheben. Umfragen zufolge gibt es aber nicht wenige, an denen die ersten fünf Kulturhauptstadtmonate spurlos vorbeigezogen sind. Es ist nicht schwer, „Linz 09“ aus dem Weg zu gehen. Und es ist den Machern von „Linz 09“ nicht schwergefallen, der ansässigen Kunstszene aus dem Weg zu gehen. Vom Programm wurde die Linzer Szene weitgehend ausgespart und als uninteressant abgetan – was zu wenig Gegenliebe führte. Linz 0Nein heißt das alternative Programmbuch, das die abgelehnten Projekte vorstellt. 2009 war das Jahr, an das schon lange vorher hohe Erwartungen gestellt wurden. Linz sollte sich verändern, und es wurde verändert. Spannend bleibt, was 2010 davon noch zu spüren sein wird.