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© Pexels.com/Sunyu Kim

Die Ambi­va­lenz der Nachhaltigkeit

Mehr­heit öster­rei­chi­scher Unter­neh­men sehen Nach­hal­tig­keit als Chance. Gleich­zei­tig ver­zich­ten Betriebe auf ent­spre­chende Stra­te­gie. Unei­nig­keit auch bei Thema Kli­ma­wan­del, so eine aktu­elle Stu­die von Ernst & Young.

Öster­reichs mit­tel­stä­an­di­sche Unter­neh­men sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung im Hin­blick auf den Kli­ma­wan­del bewusst und sehen Nach­hal­tig­keit als Chance für das eigene Geschäft. Exakt zwei Drit­tel sind der Mei­nung, dass ihr Betrieb durch ver­stärkte Nach­hal­tig­keits­in­itia­ti­ven geschäft­lich pro­fi­tie­ren kann. Die Aus­wir­kun­gen auf das Geschäfts­mo­dell sind hin­ge­gen noch nicht abseh­bar, hier herrscht große Unei­nig­keit. Unge­fähr gleich viele Unter­neh­men sehen den Kli­ma­wan­del als Chance (26 Pro­zent) bzw. Risiko (21). Nur jedes dritte Unter­neh­men setzt bereits auf eine Nach­hal­tig­keits- und Kli­ma­stra­te­gie, knapp ein Fünf­tel (19 Pro­zent) will eine sol­che Stra­te­gie in den nächs­ten zwei Jah­ren entwickeln. 

„Wich­tig ist, dass Kli­ma­schutz nicht nur eine Mode­er­schei­nung bleibt, son­dern Teil der Wirt­schafts- und Stand­ort­po­li­tik jedes Staa­tes, Teil der Stra­te­gie jedes Unter­neh­mens und Teil des Lebens jedes Men­schen wird“, so Gun­ther Rei­mo­ser, Coun­try Mana­ging Part­ner bei EY Öster­reich. Das neue Regie­rungs­pro­gramm legt einen sehr star­ken Fokus auf Kli­ma­schutz. Unter­neh­men müs­sen ihre Stra­te­gie ebenso wie ihr Risi­ko­ma­nage­ment unter Öko­lo­gi­sie­rungs­aspek­ten wei­ter­ent­wi­ckeln“, betont Rei­mo­ser anläss­lich der Stu­di­en­prä­sen­ta­tion, für die 900 mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men in Öster­reich befragt wurden. 

Nach­hal­tig­keit als Chance ver­sus keine Strategie
Immer­hin 35 Pro­zent der Mit­tel­stands­un­ter­neh­men in Öster­reich ver­fü­gen bereits über eine eigene Nach­hal­tig­keits- oder Kli­ma­stra­te­gie. Wei­tere 19 Pro­zent der Unter­neh­men pla­nen, diese inner­halb der nächs­ten zwei Jahre zu ent­wi­ckeln. Vor­rei­ter in die­sem Bereich sind die Sek­to­ren Indus­trie sowie Trans­port und Ver­kehr, in denen 66 Pro­zent bzw. 62 Pro­zent bereits über eine ent­spre­chende Stra­te­gie ver­fü­gen oder die Ein­füh­rung einer sol­chen planen. 

Aller­dings gibt bei­nahe jedes zweite Unter­neh­men (46 Pro­zent) an, keine Nach­hal­tig­keits- oder Kli­ma­stra­te­gie zu haben und auch in Zukunft keine zu ent­wi­ckeln oder zu pla­nen. Beson­ders hoch wer­den die Chan­cen durch Nach­hal­tig­keit in den Bran­chen Tou­ris­mus und Indus­trie (jeweils 74 Pro­zent) ein­ge­schätzt. Nur sechs Pro­zent der an der Umfrage teil­ge­nom­me­nen Unter­neh­men gaben an, dass sich eine Stei­ge­rung der Nach­hal­tig­keits­in­itia­ti­ven sicher nicht auf das Geschäft aus­wir­ken würde. 

„Die Zei­ten, in denen Nach­hal­tig­keit ein Nischen­thema war, sind defi­ni­tiv vor­bei. Anle­ger, Stake­hol­der und Kun­den erwar­ten zu Recht, dass sich Betriebe ihrer gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung bewusst sind und diese auch wahr­neh­men“, unter­streicht EY-Experte Rei­mo­ser. „Bei der Ent­wick­lung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ist es wich­tig, dass diese nicht los­ge­löst von der Unter­neh­mens­stra­te­gie initi­iert wird, son­dern von Beginn an als inte­gra­ti­ver Teil die­ser fungiert“.

Kli­ma­wan­del und Geschäftsmodelle
Hin­sicht­lich der Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels auf das eigene Geschäfts­mo­dell herrscht in Öster­reich noch ein eher unkla­res Bild vor. „Öster­reichs Unter­neh­men kön­nen die tat­säch­li­chen Kon­se­quen­zen des Kli­ma­wan­dels für das eigene Unter­neh­men zur­zeit nur schwer abschät­zen“, so das zen­trale Ergeb­nis der EY-Stu­die zu die­sem Thema. Sei­ner Ver­ant­wor­tung im Hin­blick auf den Kli­ma­wan­del ist sich der hei­mi­sche Mit­tel­stand jedoch bewusst und das inklu­diert auch Maß­nah­men zur Pro­blem­lö­sung, etwa Bewusst­seins­bil­dung bei den Mit­ar­bei­tern, nach­hal­tige Inves­ti­tio­nen oder mehr Ener­gie aus erneu­er­ba­ren Quellen. 

Eine eher unter­ge­ord­nete Rolle spie­len die The­men Ver­kehr bzw. die Öko­lo­gi­sie­rung des Fuhr­parks oder die Reduk­tion von Reise- und Trans­port­tä­tig­kei­ten. „Die Regie­rung hat es sich zum Ziel gesetzt, Öster­reich bis 2040 kli­ma­neu­tral zu gestal­ten und dazu wird auch die Wirt­schaft ihren Teil bei­tra­gen. Das Regie­rungs­pro­gramm sieht etwa Anreize für nach­hal­ti­gere Fuhr­parks oder stei­gende Kos­ten für Flug­rei­sen vor. Das wird sich stark auf die Maß­nah­men der Unter­neh­men zum Kli­ma­schutz aus­wir­ken“, resü­miert Reimoser.

hello world!
Autor: red/czaak
02.03.2020

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