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© pexels/iqbal farooz

Die Ambi­va­lenz zwi­schen Emp­fang und Masten

Alle Nutzer:innen von Mobil­funk­ge­rä­ten wol­len einen guten Emp­fang und eine ent­spre­chend große Netz­ab­de­ckung. Beim Thema Infra­struk­tur und Mobil­funk­mas­ten ergibt sich dann aber ein dif­fe­ren­zier­tes Bild, so eine Stu­die des deut­schen Bitkom-Verbandes.

Nach­fol­gend nun der dritte Teil der klei­nen Serie zum Thema „Mobil­funk“ nach einer umfas­sen­den Stu­die (1.007 Men­schen in Deutsch­land ab 16 Jah­ren) des deut­schen Digi­tal­ver­ban­des Bit­kom anläss­lich des aktu­el­len inter­na­tio­na­len Bran­chen­treffs in Bar­ce­lona. Nach den bereits erschie­nen Tei­len zum Thema Wirtschaftsfaktor/​Marktvolumina sowie Nut­zungs­ver­hal­ten (inkl. Demo­gra­fie, Apps u.w.) wird nun­mehr das Thema Infra­struk­tur erörtert. 

Bei der Wahl ihres Mobil­funk­an­bie­ters legen prak­tisch alle Nutzer:innen eines Mobil­te­le­fons Wert auf einen guten Emp­fang am Wohn­ort (97 Pro­zent). Ebenso vie­len ist eine mög­lichst große Netz­ab­de­ckung (97 Pro­zent) wich­tig und 87 Pro­zent eine mög­lichst hohe Surf­ge­schwin­dig­keit. Die Preise sol­len für 81 Pro­zent mög­lichst nied­rig sein und drei Vier­tel (75 Pro­zent) wol­len fle­xi­ble Kündigungsmöglichkeiten. 

97 Pro­zent wol­len guten Emp­fang und 87 Pro­zent gute Band­brei­ten zum Surfen
Ein guter Kun­den­ser­vice (69 Pro­zent) und die Nach­hal­tig­keit des Mobil­funk­un­ter­neh­mens (69 Pro­zent) ist eben­falls für viele Kun­den wich­tig. Zuneh­mend beliebt sind Ange­bote, bei denen ein Mobil­funk­ver­trag mit einem ande­ren Ser­vice kom­bi­niert wird : 51 Pro­zent legen Wert auf einen Mobil­funk­ver­trag, bei dem es das Smart­phone dazu gibt, 36 Pro­zent ist die Kom­bi­na­tion mit Strea­ming­diens­ten wich­tig und 31 Pro­zent mit Fest­netz- und TV-Anschluss.

So ein­deu­tig das Bild bei dem Wunsch nach gutem Emp­fang und einer guten Netz­ab­de­ckung ist, so geteilt ist es bei der Frage, ob neue Funk­mas­ten für den Aus­bau des Mobil­funk­net­zes errich­tet wer­den soll­ten. 56 Pro­zent der Bevöl­ke­rung sind ins­ge­samt dafür – und 41 Pro­zent dage­gen. Doch auch unter jenen Smart­phone-Nut­zern, die sich einen guten Emp­fang am Wohn­ort wün­schen, wol­len viele keine neuen Mas­ten : 37 Pro­zent sind hier dage­gen. „Die Verbraucher:innen wün­schen sich zu Recht die schnells­ten und sichers­ten Netze. Aber : Ohne Mobil­funk­mas­ten kein flä­chen­de­cken­der Emp­fang“, sagt Mar­kus Haas vom Prä­si­dium des Bitkom-Verbandes.

56 Pro­zent der Bevöl­ke­rung für neue Funk­mas­ten und 41 Pro­zent dagegen
Den­noch gibt es in der Bevöl­ke­rung Vor­be­halte : 58 Pro­zent wol­len nicht in einem Haus woh­nen, auf dem eine Funk­an­tenne instal­liert ist. 33 Pro­zent befür­wor­ten zwar ins­ge­samt den Mobil­funk­aus­bau, wol­len aber kei­nen Funk­mast in der Nähe ihrer Woh­nung. Zugleich geben 46 Pro­zent an, von Bür­ger­pro­tes­ten genervt zu sein, die den Bau von Funk­mas­ten verhindern. 

Gleich­wohl haben die Netz­be­trei­ber in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein hohes Tempo beim Aus­bau vor­ge­legt. „Trotz hoch­be­las­te­ter Lie­fer­ket­ten und stei­gen­der Bau- und Ener­gie­preise wur­den große Fort­schritte erzielt“, so Haas. So ist laut aktu­el­lem Giga­bit-Grund­buch der Bun­des­netz­agen­tur (Anm. in Deutsch­land) aktu­ell für min­des­tens 97 Pro­zent der Haus­halte das super­schnelle 5G verfügbar. 

Ver­fah­ren beschleu­ni­gen und Büro­kra­tie entschlacken
Schon zwi­schen 2018 und 2022 hat sich Deutsch­land bei der digi­ta­len Infra­struk­tur im EU-Ver­gleich von Rang 16 auf Rang 4 nach vorne gear­bei­tet. „Die jüngs­ten Zuwächse schrei­ben diese Erfolgs­ge­schichte fort. Wenn Poli­tik und Wirt­schaft an einem Strang zie­hen, kön­nen wir auch in Deutsch­land in kur­zer Zeit rich­tig viel bewe­gen“, unter­streicht Mar­kus Hass vom Bitkom-Verband.

Von ent­schei­den­der Bedeu­tung ist aus Sicht des Bit­kom-Ver­ban­des, dass Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für den Mobil­funk­aus­bau wei­ter ver­ein­facht und beschleu­nigt wer­den. Ins­be­son­dere der Pakt für Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­be­schleu­ni­gung sei ein Mei­len­stein für den Mobil­funk­aus­bau in Deutsch­land. „Er kann das Tempo beim Netz­aus­bau wei­ter beschleu­ni­gen – und muss des­halb schnell umge­setzt wer­den“, betont Haas. 

Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren müs­sen ver­ein­facht und beschleu­nigt werden
Mit Blick auf das TK-Netz­aus­bau­be­schleu­ni­gungs­ge­setz for­dert der Bit­kom-Ver­band von der Bun­des­re­gie­rung mehr Enga­ge­ment. Der Aus­bau der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­netze sollte als „über­ra­gen­des öffent­li­ches Inter­esse“ ein­ge­stuft wer­den, wie beim Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien. Dies würde die Ertei­lung von Bau­ge­neh­mi­gun­gen beschleu­ni­gen. Auch die Kom­mu­nen könn­ten den Mobil­funk­aus­bau vor Ort unter­stüt­zen, indem sie für neue Stand­orte wer­ben und etwa­ige Zwei­fel in der Bevöl­ke­rung aus­räu­men, so der Bitkom-Verband. 

Wich­tig sei außer­dem, dass bei der kom­men­den Ver­gabe von Mobil­funk­fre­quen­zen ein Ver­fah­ren gewählt werde, das dem Markt keine Inves­ti­ti­ons­mit­tel ent­zieht. „Der Aus­bau digi­ta­ler Infra­struk­tu­ren ist für die wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung Deutsch­lands von immenser Bedeu­tung. Die Poli­tik hat es in der Hand, mit eini­gen klu­gen Ent­schei­dun­gen die Grund­la­gen für einen beschleu­nig­ten Aus­bau zu schaf­fen. Die Netz­be­trei­ber wol­len kein Geld, sie wol­len weni­ger Büro­kra­tie und mehr unter­neh­me­ri­sche Frei­heit“, so Mar­kus Haas vom Bitkom-Verband. 

Autor: red/czaak
04.03.2024

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