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Die auto­ma­ti­sierte Fin­dung aus­sichts­rei­cher Start-Ups

Das Soft­ware Com­pe­tence Cen­ter Hagen­berg ent­wi­ckelt eine erklä­rende Künst­li­che Intel­li­genz Anwen­dung. Der neue Ansatz erhält auf Anhieb eine inter­na­tio­nale Prä­mie­rung und unter­stützt nun den Risi­ko­ka­pi­tal­ge­ber Speed­in­vest bei der Aus­wahl von Start-Ups.

Der Com­pu­ter “Deep Blue” und seine Künst­li­che Intel­li­genz (KI) konnte mensch­li­che Schach­welt­meis­ter bezwin­gen. Span­nend und lehr­reich wäre nun auch Stra­te­gie und Spiel­züge auf­ge­schlüs­selt zu bekom­men und die­ses For­schungs­thema hat nun das Soft­ware Com­pe­tence Cen­ter Hagen­berg (SCCH ; Ober­ös­ter­reich) in umge­setzt und eine erklä­rende Künst­li­che Intel­li­genz ent­wi­ckelt. Der im Pro­jekt “inter­pr­e­ta­ble AI cor­rec­tion (in Alco)” ent­wi­ckelte Ansatz unter­stützt nun bereits das Toch­ter­un­ter­neh­men Speed­in­vest Heroes Con­sul­ting des gleich­na­mi­gen Risi­ko­ka­pi­tal­ge­bers, die aus­sichts­reichs­ten Start-Ups zu identifizieren.

Die Erklär­bar­keit sichert das nötige Ver­trauen in Entscheidungen
KI-basierte Sys­teme gel­ten als wich­tige Trei­ber der Digi­ta­li­sie­rung, ent­spre­chende KI-Modelle müs­sen dabei nach­voll­zieh­bar und inter­pre­tier­bar sein. “Explainable Arti­fi­cial Intel­li­gence” (XAI), also erklär­bare KI bzw. AI, beschäf­tigt sich daher mit der zen­tra­len Frage, ob Lern­al­go­rith­men für Künst­li­che Intel­li­genz nicht nur die Genau­ig­keit von Pro­gno­sen ver­bes­sern, son­dern zugleich auch Inter­pre­ta­tio­nen zum bes­se­ren Ver­ständ­nis lie­fern kön­nen, etwa bei nöti­gen Korrekturen. 

Eine Erklär­bar­keit sichert das nötige Ver­trauen in Ent­schei­dun­gen. Anwen­den lässt sich das Prin­zip XAI über­all dort, wo soli­des Basis­wis­sen über das zu lösende Pro­blem vor­han­den ist. „Man ver­wen­det einen kon­ven­tio­nel­len, erklär­ba­ren Algo­rith­mus und gibt nur so viel KI dazu, als für eine ver­bes­serte Pro­gnose not­wen­dig ist. Die Vor­aus­sa­gen wer­den damit nicht bes­ser, aber qua­li­ta­tiv erklärt“, erläu­tert Flo­rian Sobieczky, Pro­jekt­lei­ter und Senior Rese­ar­cher Data Sci­ence am SCCH.

Invest­ments in Start-Ups absichern
Das Unter­neh­men Speed­in­vest Heroes Con­sul­ting suchte nach einer Mög­lich­keit, durch Vor­her­sage der Erfolgs­wahr­schein­lich­keit von Start-Up-Unter­neh­men unter Berück­sich­ti­gung psy­cho­lo­gi­scher Pro­file die Ent­schei­dung für das ziel­füh­rendste Invest­ment abzu­si­chern. Im Pro­jekt „inAIco“ wurde sodann der neue Ansatz auf diese Fra­ge­stel­lung ange­wen­det, um best­mög­li­che Emp­feh­lun­gen abge­ben zu können. 

Eine Vor­aus­set­zung ist ein gut auf­ge­stell­tes Geschäfts­mo­dell, dann kogni­tive Fähig­kei­ten für die Ver­ar­bei­tung von Infor­ma­tio­nen und die Ent­schei­dungs­fin­dung. Aber auch per­sön­li­che Cha­rak­te­ris­tika der Grün­der haben Ein­fluss auf den Erfolg. Stu­dien zei­gen, dass Unter­neh­mer trotz finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung, einer über­zeu­gen­den Idee und bes­ter Qua­li­fi­ka­tion schei­tern, wenn die not­wen­di­gen Per­sön­lich­keits­merk­male nicht da sind. In der ers­ten Stu­die wur­den nun diese Gemein­sam­kei­ten bzw. Erfolgs­fak­to­ren in Form von Mus­tern gesammelt. 

Euro­pa­weite Aus­rol­lung der Studie
Die Ergeb­nisse sind auf der Web­site von Speed­in­vest Heroes publi­ziert (Anm. siehe Link). „All diese Daten sind die Basis, um Grün­der bes­ser zu beglei­ten und die rich­ti­gen Foun­der mit den rich­ti­gen Start-Ups zum rich­ti­gen Zeit­punkt zu matchen. Als nächs­tes wol­len wir diese Stu­die euro­pa­weit aus­rol­len”, erklärt Lukas Rip­pitsch, Geschäfts­füh­rer von Speed­in­vest Heroes Consulting. 

„Das ist eine her­vor­ra­gende Anwen­dung für unse­ren Ansatz und ein wich­ti­ger Schritt für den Brü­cken­schlag zwi­schen den Model­len für wirt­schafts­psy­cho­lo­gi­sche und markt­wirt­schaft­li­che Daten. Die­ser Grund­stein wurde in enger Zusam­men­ar­beit mit Speed­in­vest Heroes Con­sul­ting zu einem belast­ba­ren Vor­her­sa­ge­mo­dell ver­dich­tet”, unter­streicht Mar­kus Manz, CEO des Soft­ware Com­pe­tence Cen­ter Hagenberg. 

För­de­rung jun­ger For­sche­rIn­nen und eine inter­na­tio­nale Auszeichnung
Das Pro­jekt „inAIco“ wurde mit Mit­teln aus der Pro­gramm­li­nie “FFG BRIDGE Young Sci­en­tists” geför­dert. Diese Linie ermög­licht auch die Ein­bin­dung von Dis­ser­tan­ten und Post­Docs sowie inter­dis­zi­pli­näre For­schungs­an­sätze. Betei­ligt sind etwa auch Salma Mah­moud, eine Absol­ven­tin der Lin­zer Johan­nes Kep­ler Uni, die das Pro­jekt mit ihrer Exper­tise in der Hand­habe von Neu­ro­na­len Net­zen unter­stützt oder Anna Chris­tina Glock, Absol­ven­tin der FH Hagen­berg und Exper­tin im Bereich Data Sci­ence und Engi­nee­ring bzw. Deep Learing. 

Bei der „Inter­na­tio­nal Con­fe­rence on Indus­try 4.0 and Smart Manu­fac­tu­ring (ISM)“ wurde das Pro­jekt Ende 2020 mit dem „Best Ser­vice Inno­va­tion“ Paper Award aus­ge­zeich­net. Diese renom­mierte Aus­zeich­nung wird von der Inter­na­tio­nal Society of Ser­vice Inno­va­tion Pro­fes­sio­nals (ISSIP) in Zusam­men­ar­beit mit IBM an das beste Paper ver­ge­ben, das sich mit der För­de­rung von Ser­vice­in­no­va­tio­nen in der Indus­trie und gene­rell beschäftigt. 

Autor: red/czaak
09.02.2021

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