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Die den­kende Maschine

Künst­li­che Intel­li­genz sowie die daten­ge­stützte Auto­ma­tis­a­tion der Pro­zesse und Anla­gen hält Ein­zug in die indus­tri­elle Pro­duk­tion. Ein Fach­kom­men­tar von Mathias Veit, Experte für Smart Manu­fac­tu­ring bei Kapsch BusinessCom.

Der Ein­satz intel­li­gent auto­ma­ti­sier­ter Abläufe zur Opti­mie­rung von Fer­ti­gungs­pro­zes­sen ist in vie­len Indus­trie­be­trie­ben bereits geleb­ter All­tag. Die Effi­zi­enz­stei­ge­rung direkt in maschi­nel­len Pro­duk­ti­ons­an­la­gen ist hin­ge­gen noch ein neues Anwen­dungs­ge­biet für künst­li­che Intel­li­genz. Das betrifft etwa Berei­che wie Che­mie, Metall, Raf­fi­ne­rie oder Pharma mit ihren umfang­rei­chen Prozessabläufen.

Spe­zi­elle Opti­mie­run­gen waren hier bis­her Thema für fach­kun­dige Inge­nieure, die diese Abläufe mit ihrem Wis­sen ent­wi­ckeln, ana­ly­sie­ren und anpas­sen konn­ten. Hier eröff­nen nun neue Anwen­dun­gen im Bereich künst­li­cher Intel­li­genz neue Wege. Ein Fokus sind his­to­ri­sche Anla­gen­da­ten zur Ablei­tung von Opti­mie­rungs­schrit­ten. Erfah­run­gen aus ver­schie­de­nen Indus­trie­un­ter­neh­men bele­gen einen hohen Nut­zen schon bei klei­nen Adaptierungen.

His­to­ri­sche Daten
Die pro­du­zie­rende Indus­trie hat das Pro­blem, dass Berei­che wie Durch­satz, Effi­zi­enz, Qua­li­tät und der finan­zi­elle Ertrag einer Fer­ti­gungs­an­lage stark von den ver­wen­de­ten Roh­ma­te­ria­lien und von den Bedin­gun­gen bei der Ver­ar­bei­tung abhän­gig sind. In Pro­duk­ti­ons­an­la­gen mit che­mi­schen Pro­zes­sen ent­ste­hen bei­spiels­weise oft feste Bestand­teile wie Flo­cken oder Plätt­chen als „Neben­pro­dukte“ und diese ver­schmut­zen dann viele Teile einer Anlage.

Die­ses soge­nannte „Fouling“ fin­det man etwa bei Wär­me­tau­schern und diese Ver­un­rei­ni­gun­gen beein­flus­sen dann die Bedin­gun­gen aller ver­bun­de­nen Fer­ti­gungs­pro­zesse. Um der­ar­tige Effekte zu redu­zie­ren wur­den bis­her kaum his­to­ri­sche Daten oder ver­gleich­bare ver­gan­gene Zustände und die ent­spre­chen­den Aus­wir­kun­gen ein­be­zo­gen. Es gab bis dato dazu auch keine geeig­ne­ten tech­ni­schen Mit­tel und mathe­ma­ti­schen Modelle. Im Ergeb­nis führt diese man­gelnde Daten­lage zu Über- oder Unter­be­las­tun­gen der Pro­duk­ti­ons­an­la­gen und final zu Ein­bu­ßen bei Durch­satz wie Effi­zi­enz mit ent­spre­chend ver­rin­ger­ten Ertragsmöglichkeiten.

Opti­mier­ter Ertrag
Um hier gegen­zu­steu­ern, kön­nen diese his­to­ri­schen Daten nun mit­tels künst­li­cher Intel­li­genz auf­be­rei­tet wer­den. Das bringt nicht nur Wis­sen über ver­gan­gene Ent­wick­lun­gen, son­dern auch trans­pa­ren­ten Mehr­wert für künf­tige Anpas­sun­gen. Neben einer höhe­ren Kon­ver­sion kön­nen dabei ins­be­son­dere ver­steckte Kapa­zi­täts­ver­luste gefun­den und eli­mi­niert wer­den. Ein wei­te­rer Nut­zen von künst­li­cher Intel­li­genz im Fer­ti­gungs­be­reich bezieht sich auf Vor­schläge für die Ein­stell­pa­ra­me­ter zur Steue­rung der Maschi­nen. Damit wer­den manu­elle Feh­ler redu­ziert und die Bedien­bar­keit optimiert.

Um alle diese Ein­satz­ge­biete für unter­schied­li­che Bran­chen ent­spre­chend pra­xis­ori­en­tiert abzu­bil­den, hat Kapsch Busi­ness­Com schon vor län­ge­rer Zeit eine eigene Arti­fi­cial-Abtei­lung geschaf­fen. Die Ent­wick­lung einer künst­li­chen Intel­li­genz-Anwen­dung ist sehr res­sour­cen­in­ten­siv. Es braucht viele Daten­sätze und viel Zeit. Im Ergeb­nis jedoch kann KI die gesamte Fer­ti­gung ver­bes­sern und das erstreckt sich von effi­zi­en­te­ren Pro­zes­sen bis zu einem ziel­ge­nauen Lager‑, Logis­tik- und Lie­fe­ran­ten­ma­nage­ment. Und dazu kön­nen KI-Lösun­gen auch die Qua­li­tät der Ver­ar­bei­tung und des fina­len Pro­duk­tes vorhersagen.

Autor: Mathias Veit
29.06.2021

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