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Die digi­ta­len Alleskönner

Smart­phones über­neh­men immer mehr Funk­tio­nen. Kom­mu­ni­zie­ren, Foto­gra­fie­ren, Fern­se­hen, den Weg erkun­den oder Ein­kau­fen sind nur einige Bei­spiele. Neue Stu­die des deut­schen Bit­kom-Ver­ban­des zeigt, wer wel­che Dienste wann und wo verwendet.

Bit­kom, der deut­sche Ver­band von Digi­tal­un­ter­neh­men hat eine umfas­sende und detail­lierte reprä­sen­ta­tive Befra­gung unter 1.007 Men­schen in Deutsch­land ab 16 Jah­ren zum Thema Mobil­funk und Smart­phones beauf­tragt, wo neben wirt­schaft­li­chen Aspek­ten (eco­nomy beri­chete) auch The­men zur Nut­zung von Smart­phones und Appli­ka­tio­nen (Apps) ermit­telt wurden. 

Fast 60 zusätz­li­che Applikationen
Grund­sätz­lich gilt : Je jün­ger die Men­schen, desto mehr Apps wer­den genutzt. Die 16- bis 29-Jäh­ri­gen zäh­len mit durch­schnitt­lich 56 Apps zur den „Heavy Usern“ (2023 : 42 Apps). 44 Pro­zent aus die­ser Gruppe haben mehr als 50 zusätz­li­che Apps auf ihr Smart­phone gela­den. Die 30- bis 49-Jäh­ri­gen ver­fü­gen im Schnitt über 41 Extra-Apps, eben­falls ein deut­li­ches Plus gegen­über den 33 Apps im Jahr 2023. 

Schon etwas gerin­ger fällt der Zuwachs an zusätz­lich instal­lier­ten Apps bei den über 50-Jäh­ri­gen aus : Diese Alters­gruppe (Anm. bis 64 Jahre) nut­zen im Schnitt 30 zusätz­li­che Apps (2023 : 27) und die Gene­ra­tion 65+ hat 18 mobile Anwen­dun­gen extra instal­liert (2023 : 19). „Ob Wet­ter­vor­her­sage, Gam­ing oder Bild­be­ar­bei­tung : Apps machen Smart­phones attrak­tiv und wert­voll. Sie sind ein bedeu­ten­der Teil des mil­li­ar­den­schwe­ren Öko­sys­tems rund um die Geräte und die­ser Markt wird wei­ter wach­sen“, sagt Mar­kus Haas vom Prä­si­dium des Bitkom-Verbandes.

Wel­che Geräte und Funk­tio­nen vom Smart­phone ersetzt werden
Neben geschäft­li­chen Funk­tio­nen über­neh­men Smart­phones auch im pri­va­ten All­tag immer mehr Auf­ga­ben : Zwei Drit­tel (67 Pro­zent) der Nut­zer haben ihre Foto­ka­mera wegen ihres Smart­phones aus­sor­tiert und fast ebenso viele (66 Pro­zent) ihren Wecker. 41 Pro­zent erset­zen das Fest­netz­te­le­fon durch ihr Smart­phone und 39 Pro­zent das klas­si­sche Navi­ga­ti­ons­ge­rät. Eben­falls immer öfter ersetzt wer­den Taschen­lampe (26 Pro­zent), Radio (21 Pro­zent), Arm­band­uhr (15 Pro­zent), Scan­ner (6 Pro­zent) und das Baby­fon (2 Pro­zent). Zwei Pro­zent erset­zen mit Smart­phone und App den Auto­schlüs­sel zum Auf­sper­ren. Für 31 Pro­zent ersetzt das Smart­phone den Ticket­au­to­ma­ten im öffent­li­chen Personenverkehr. 

83 Pro­zent der Nut­zer eines Smart­phones kön­nen sich ein Leben ohne das Gerät nicht mehr vor­stel­len. 71 Pro­zent füh­len sich damit im All­tag siche­rer und 55 Pro­zent hät­ten ohne Smart­phone viele Freunde aus den Augen ver­lo­ren. Par­al­lel ist das Gerät auch Infor­ma­ti­ons­zen­trale und Zugang zum Welt­ge­sche­hen : Knapp die Hälfte (48 Pro­zent) der Befrag­ten hätte das ohne Smart­phone nicht. Gleich­wohl führt eine als zu inten­siv wahr­ge­nom­mene Nut­zung auch zu nega­ti­ven Emp­fin­dun­gen. 63 Pro­zent wür­den ihr Smart­phone gern weni­ger nut­zen, es gelingt aber oft nicht. Bei mehr als jedem/​er Drit­ten (39 Pro­zent) führt die Dauer der eige­nen Smart­phone-Nut­zung immer wie­der zu Dis­kus­sio­nen im Freun­des- und Familienkreis. 

Smart­phones wer­den nicht mehr so schnell ersetzt
Die Men­schen in Deutsch­land haben ihre Smart­phones län­ger in Gebrauch. Nur noch 43 Pro­zent haben ein Gerät, das jün­ger als ein Jahr ist (2023 noch 55 Pro­zent, 2022 60 Pro­zent). Rund ein Vier­tel (27 Pro­zent) hat das Smart­phone bereits zwei Jahre oder län­ger in Gebrauch (23 Pro­zent 2023, 16 Pro­zent 2022). Aktu­ell beläuft sich das Durch­schnitts­al­ter eines selbst­ge­kauf­ten Smart­phones auf 17,5 Monate. 

Knapp 70 Pro­zent der­je­ni­gen, die ein Smart­phone für pri­vate Belange nut­zen, haben ihr Gerät selbst gekauft. 6 Pro­zent nut­zen ein geschenk­tes Smart­phone und 23 Pro­zent ihr dienst­li­ches Gerät auch pri­vat. „Die Geräte sind inzwi­schen sehr robust und wer­den län­ger mit Updates ver­sorgt, ent­spre­chend sind sie auch län­ger in Gebrauch. Das wirkt sich posi­tiv auf den CO2-Fuß­ab­druck der Geräte aus. Immer mehr gebrauchte Smart­phones kom­men mitt­ler­weile auch gene­ral­über­holt und mit Garan­tie ver­se­hen zurück in den Markt“, erklärt Mar­kus Haas vom Bitkom-Verband.

Die Farbe des Smart­phones und der Preis als Auswahlkriterien
Diese Robust­heit und eine mög­lichst lange Nut­zungs­dauer spie­len bei der Aus­wahl eines Smart­phones mitt­ler­weile die größte Rolle : 98 Pro­zent ach­ten auf robus­te­res Bild­schirm­glas und 96 Pro­zent auf eine lange Akku­lauf­zeit. 95 Pro­zent ist die Bild­schirm­qua­li­tät wich­tig und 92 Pro­zent die Größe des Spei­cher­plat­zes. Eine lang­fris­tige Ver­sor­gung mit Updates (87 Pro­zent), die Kame­ra­qua­li­tät (87 Pro­zent) sowie die Dis­play­größe (77 Pro­zent) spie­len eben­falls für viele eine große Rolle. Fast zwei Drit­tel (64 Pro­zent) ach­ten auf die Marke – und jede/​r Zweite auch auf die Farbe des Geräts (52 Prozent).

Im Durch­schnitt wol­len Nutzer:innen für ihr nächs­tes Smart­phone maxi­mal 241 Euro aus­ge­ben – 2023 waren es 238 und 2022 waren es 232 Euro. Ein Drit­tel (33 Pro­zent) ist bereit, maxi­mal 100 Euro für das nächste Smart­phone zu bezah­len. 29 Pro­zent sind bereit, zwi­schen 100 und 299 Euro aus­zu­ge­ben und 13 Pro­zent zwi­schen 300 und 499 Euro. Fast jede und jeder Fünfte (18 Pro­zent) erklärt, mehr als 500 Euro für das nächste Smart­phone auf den Tisch legen zu wol­len. „Ins­be­son­dere in Kom­bi­na­tion mit einem Mobil­funk­ver­trag sind nied­rige Preise für neue Smart­phones mög­lich“, so Haas vom Bit­kom-Ver­band zu einer wei­te­ren Erkennt­nis der reprä­sen­ta­ti­ven Studie.

Autor: red/czaak
01.03.2024

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