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Die Digi­ta­li­sie­rung bestimmt Trans­for­ma­tion und Innovation.

Die wirk­lich kom­plette durch­ge­hend digi­ta­li­sierte Wert­schöp­fungs­kette ist noch sel­ten. Neue Lösun­gen für Pro­duk­tion, Logis­tik und Ver­kauf trei­ben die Ent­wick­lung aber kräf­tig voran.

Gerade noch hat der Ser­vice-Tech­ni­ker gehofft, mit einem nicht gerade hand­buch­kon­for­men Trick die Maschine zum Lau­fen zu brin­gen, jetzt herrscht auf ein­mal Stil­stand total. Und Rät­sel­ra­ten, wie man aus der völ­li­gen ver­fah­re­nen Situa­tion wie­der halb­wegs heil her­aus­kom­men könnte. Zurück in die Zen­trale und Unter­la­gen holen, die viel­leicht wei­ter­hel­fen, viel­leicht auch nicht ? Den Chef anru­fen und den reich­lich unor­tho­do­xen letz­ten Repa­ra­tur­ver­such zuge­ben ? Den Kun­den auf den kom­men­den Tag ver­trös­ten und einen kom­plet­ten Stil­stand sei­ner Anlage ris­kie­ren ? Alles keine guten Optio­nen. Und doch immer wie­der All­tag im Leben von Ser­vice­leu­ten und Instandhaltern.
Digi­ta­li­sie­rung könnte auch hier hel­fen. Denn wenn es mög­lich wäre, für unvor­her­seh­bare, schwie­rige War­tungs­fälle ein sofort abruf­ba­res Hilfs­tool zu haben, wür­den Super-GAUs, bei denen es nur schlechte und ganz schlechte Exit-Optio­nen gibt, der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren. Echt­zeit-Assis­tenz­sys­teme, die mit Daten­bril­len arbei­ten, set­zen genau an die­ser Stelle an. So ermög­licht zum Bei­spiel Evo­call, ein Pro­dukt der Evo­la­ris next level in Koope­ra­tion mit Kapsch Busi­ness­Com, dem Tech­ni­ker vor Ort, sich per Daten­brille oder Smart­phone mit Spe­zia­lis­ten zu ver­bin­den, die ohne dafür extra anzu­rei­sen, den Pro­blem­fall aus der Ferne begut­ach­ten kön­nen, Unter­la­gen aus­he­ben kön­nen und so in aller Regel eine schnelle Lösung finden. 

Frei­hän­di­ges Arbeiten
„Die Mög­lich­keit, einen Spe­zia­lis­ten mit­tels Live-Video hin­zu­zu­zie­hen, der die Arbeits­pro­zesse beglei­tet, schafft eine wesent­li­che Reduk­tion der durch­schnitt­li­chen Repa­ra­tur­zeit und Repa­ra­tur­kos­ten“, bestä­tigt Evo­call Pro­dukt­ma­na­ger, Mar­kus Streibl, und ver­weist auch dar­auf, dass auch die Ver­füg­bar­keit der Anla­gen steigt. Sor­gen, dass die per Evo­call über­tra­ge­nen Pro­duk­ti­ons­da­ten in fal­sche Hände gera­ten könn­ten, braucht sich übri­gens nie­mand machen. Den gehos­tet wird Evo­call im Kapsch Ear­th­da­ta­safe, dem sichers­ten Rechen­zen­trum Österreichs.
Bei TGW-Logi­stics ist Evo­call daher bereits im Real­be­trieb im Ein­satz. Neben der Mög­lich­keit, mit Hel­fern in der Zen­trale zu kom­mu­ni­zie­ren, hat der Ein­satz der Daten­bril­len auch den Vor­teil, dass die TGW-Tech­ni­ker bei ihrer Arbeit stets beide Hände frei haben, weil Sie Pläne oder Hand­bü­cher bei Bedarf direkt über die Brille sehen kön­nen. „Mit dem Sys­tem stei­gern wir die Effi­zi­enz und Hand­lungs­fä­hig­keit unse­rer Ser­vice­tech­ni­ker vor Ort“, betont Chris­toph Knog­ler, Direc­tor Glo­bal Life­time Ser­vices, TGW Logi­stics Group. 

Flei­ßige Bienen
Die Ver­su­che, dem Unvor­her­seh­ba­ren ein Schnäpp­chen zu schla­gen, rei­chen aber weit über die Pan­nen­be­he­bung zurück. (hin­aus ? ). Diverse Tools mit denen Maschi­nen und Pro­zesse in Echt­zeit über­wacht wer­den kön­nen, erlau­ben es, sich anbah­nende Defekte schon im Vor­aus zu bemer­ken. Je mehr Daten ein sol­ches Tool abgrei­fen und mit ande­ren Para­me­tern ver­bin­den kann, desto leis­tungs­fä­hi­ger ist es. Beson­ders weit reizt diese Ver­bin­dung eine Lösung aus, die T‑Systems gemein­sam mit dem Sil­li­con-Val­ley Start-up Roam­bee auf den Markt gebracht hat. Die „Roam­bees“, auf Deutsch etwa : Bie­nen, die her­um­schwär­men, sind Sen­so­ren, die sowohl an trans­por­tier­ten Gütern als auch an Maschi­nen oder Anla­gen ange­bracht wer­den kön­nen und die Daten in Echt­zeit an eine Cloud zur Ana­lyse sen­den. Abruf­bar sind die Daten für Kun­den von T‑Systems über eine ska­lier­bare Platt­form, gehos­tet wird in hoch­si­che­ren Rechen­zen­tren, die streng nach deut­schen Daten­schutz­vor­ga­ben arbeiten.
Der ent­schei­dende Punkt, der die flei­ßi­gen Roam­bees aus dem Sili­con-Val­ley von ande­ren ähn­li­chen Sys­te­men unter­schei­det, ist deren Leis­tungs­fä­hig­keit. Wäh­rend andere Lösun­gen immer nur einige vor­aus­be­stimmte Para­me­ter über­wa­chen kön­nen, wer­den die Roam­bees mit prak­tisch allem fer­tig, etwa in der Logis­tik, wenn es darum geht, Trans­porte zu über­wa­chen : „Unsere Platt­form ist offen und kann eine Fülle an Sen­sor­da­ten inte­grie­ren, wie Luft­feuch­tig­keit, Tem­pe­ra­tur, Erschüt­te­rung oder Feuch­tig­keit der trans­por­tier­ten Waren. Wenn der Kun­den andere Wün­sche hat, zum Bei­spiel den Koh­len­di­oxid-Gehalt dau­er­haft mes­sen will, mana­gen wir auch das“, sagt San­jay Sharma, der CEO von Roambee.
Der noch grö­ßere Vor­teil ergibt sich aller­dings aus der Ver­bin­dung der gemes­se­nen Daten mit ande­ren Daten­strö­men. Das ermög­licht dann wirk­lich über­ra­schende Vor­her­sa­gen : „Wir kön­nen für unsere Kun­den unter ande­rem auch die Dieb­stahl­wahr­schein­lich­keit kon­kre­ter Trans­porte oder die Ver­derb­lich­keit der trans­por­tier­ten Güter errech­nen“, sagt Sharma. 

Der letze Schritt
Die minu­ten­ge­naue Ankunfts­zeit der Ladung vor­her­zu­sa­gen, was das Sys­tem natür­lich auch kann, ist gemes­sen daran fast schon eine Lap­pa­lie. Führt aber zugleich an das Ende der Wert­schöp­fungs­kette, den Moment, wo die Ware an ihrem Bestim­mungs­ort anlangt ist und dann oft in den Ein­zel­han­del geht. In Öster­reich beginnt an die­sem Punkt die Digi­ta­li­sie­rung oft zu schwä­cheln. Gerade 15 Pro­zent ihres Umsat­zes mach­ten öster­rei­chi­sche Unter­neh­men im Vor­jahr mit E‑Commerce, in Irland waren es 35 Pro­zent, in der Tsche­chi­schen Repu­blik 31.
Den Grund dafür, dass digi­ta­les Bezah­len und digi­tale Auf­trags­er­tei­lung hier­zu­lande noch nicht den Stel­len­wert haben, den sie haben könn­ten, sieht Chris­tian Renk Geschäfts­füh­rer des Zah­lungs­an­bie­ters Klarna Aus­tria in der man­geln­den Fle­xi­bi­li­tät vie­ler Sys­teme : „Will man einen Kauf­ab­bruch am Check­out trotz vol­lem Waren­korb ver­hin­dern, müs­sen alle gän­gi­gen Zah­lungs­va­ri­an­ten ange­bo­ten wer­den“, sagt er. Die aktu­elle ECC-Pay­ment Stu­die des IFH Köln bestä­tigt seine Ein­schät­zung : Was der Kunde von zukünf­ti­gen Bezahl­mo­del­len wünscht, sei Schnel­lig­keit, inter­na­tio­nale Ein­setz­bar­keit und ein­fa­che und bequeme Nut­zung, urtei­len die For­scher. In der Quint­essenz bedeu­tet das : ein Sys­tem wie etwa die Klarna-Check­out-Lösung, das sich nicht auf einen Weg zu bezah­len fest­legt, son­dern für alle Mög­lich­kei­ten offen ist : vom Kauf auf Rech­nung, über Sofort­über­wei­sung bis zur klas­si­schen Kreditkartenzahlung.
Doch auch auf der Händ­ler­seite ist ein offe­nes Alles­kön­ner-Sys­tem der Weg der Zukunft. Noch, sagt Roland Toch, Man­an­ging Direc­tor Wire­card CEE, mangle es aber oft an der Inte­gra­tion : „Für die sichere Zah­lungs­ver­ar­bei­tung am Point of Sale ist die Firma X zustän­dig, den Online­shop ver­wal­tet die Firma Y, die dahin­ter­lie­gen­den Zah­lungs­mit­tel wer­den sepa­rat ein­ge­bun­den und hin­sicht­lich Kun­den­bin­dung wird Firma Z beauf­tragt.“ Das führe zu einem erheb­li­chen Auf­wand an Zeit und Kos­ten, die mit einem Full-Ser­vice-Paket wie sie von Wire­card CEE ange­bo­ten wird, ver­hin­dert wer­den könnten.

Anm : Der Arti­kel ist im Rah­men der Koope­ra­tion von eco­no­my­aus­tria und Indus­trie­ma­ga­zin auch im Indus­trie­ma­ga­zin erschienen.

Autor: Industriemagazin/pd/red
19.12.2017

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