Zum Inhalt
© Pixabay_shouravsheikh_Randstad_180526

Die flüg­gen Österreicher

Immer mehr Arbeit­neh­mer wol­len Job wech­seln. Ins­be­son­dere Gene­ra­tion Z betrof­fen. Mehr Geld, nega­ti­ves Arbeits­um­feld und bes­sere Work-Life-Balance als Haupt­gründe sowie ein aktu­ell begrenz­ter Arbeits­markt im Fokus einer neuen Stu­die von Rand­stad. Ermit­telt wur­den auch die belieb­tes­ten Arbeitgeber.

Arbeits­märkte und unter­schied­li­che Zugänge und Sicht­wei­sen bei Arbeits­be­din­gun­gen sind natio­nal wie inter­na­tio­nal immer beson­ders rele­vante The­men. In Öster­reich naht oder besteht bei älte­ren Arbeit­neh­mern aus der Gene­ra­tion der soge­nann­ten Baby­boo­mer (geb. bis 1964) eine Pen­sio­nie­rungs­welle und die nach­rü­cken­den Jun­gen suchen ver­mehrt nach beruf­li­cher Neu­ori­en­tie­rung. Fast 30 Pro­zent der Gene­ra­tion Z (geb. 1997 bis 2012) wol­len im nächs­ten Halb­jahr den Job wech­seln. Bei den Baby­boo­mern sind es ver­gleichs­weise nur sie­ben (7) Prozent.

Die tat­säch­li­chen Job­wech­sel sind jedoch ins­ge­samt zurück­ge­gan­gen, nur 11 Pro­zent der Befrag­ten haben in den letz­ten sechs Mona­ten eine neue Stelle gefun­den. Das sind Ergeb­nisse aus der neuen Arbeits­markt­stu­die „Employer Brand Rese­arch 2026“, für die der inter­na­tio­nale Per­so­nal­dienst­leis­ter Rand­stad kürz­lich mehr als 4.356 öster­rei­chi­sche Arbeit­neh­mer zwi­schen 18 und 65 Jah­ren befragt hat. Diese reprä­sen­ta­tive Arbeits­markt­stu­die „Employer Brand Rese­arch“ wird jähr­lich in 34 Märk­ten welt­weit durchgeführt.

Die gene­ra­tio­nen­be­ding­ten Unterschiede

Im Rah­men der Stu­die wer­den auch unter­schied­li­che The­men abge­fragt und dazu gehö­ren etwa die Ein­schät­zung des aktu­el­len Arbeit­ge­bers im Ver­gleich zum Ide­al­bild oder Gründe für Job­wech­sel. Dabei zeigt sich, dass die Wech­sel­wil­lig­keit trotz der ange­spann­ten Situa­tion auf dem Arbeits­markt im letz­ten Jahr zuge­nom­men hat : So plant etwa jeder Fünfte (19 Pro­zent) mitt­ler­weile eine Neu­ori­en­tie­rung im nächs­ten Halb­jahr. Die­ser Wert ist ein Plus von zwei Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zum Vorjahr. 

In der Gene­ra­tion Z (1997−2012), die es aktu­ell wohl am schwers­ten hat, über­haupt einen Job zu fin­den, suchen sogar drei von zehn Per­so­nen (exakt 29 Pro­zent) nach einer neuen Her­aus­for­de­rung. Bei den Baby­boo­mern (Jahr­gänge bis 1964) gaben dies nur sie­ben Pro­zent an. Gleich­zei­tig haben in den ver­gan­ge­nen sechs Mona­ten ins­ge­samt nur 11 Pro­zent der Befrag­ten wirk­lich den Job gewech­selt und das bedeu­tet einen Rück­gang um einen Pro­zent­punkt gegen­über dem Vorjahr.

Die Ambi­va­lenz zwi­schen Absicht und Umsetzung

„Die Absicht, den Arbeits­platz zu wech­seln, ist in Öster­reich nach wie vor deut­lich höher als das tat­säch­li­che Wech­sel­ver­hal­ten. Diese Schere ist im ver­gan­ge­nen Jahr noch wei­ter aus­ein­an­der­ge­gan­gen“, sagt Bjørn Too­nen, Mana­ging Direc­tor von Rand­stad Öster­reich. „Das deu­tet dar­auf hin, dass der wahr­ge­nom­mene Mobi­li­täts­druck stär­ker ist als die tat­säch­li­che Mobi­li­tät“, erläu­tert Bjørn Too­nen. Der inter­na­tio­nale Per­so­nal­dienst­leis­ter Rand­stad Auch hat auch heuer wie­der die aktu­el­len Gründe für Job­wech­sel eruiert.

Der mit Abstand wich­tigste Grund, warum Arbeit­neh­mer ihr Unter­neh­men ver­las­sen (wür­den) ist eine zu geringe Ver­gü­tung (47 Pro­zent). Danach folgt ein nega­ti­ves Arbeits­um­feld (37), man­geln­des Inter­esse an der Tätig­keit (32) und Beden­ken hin­sicht­lich der Work-Life-Balance (30 Pro­zent). Letz­tere ist vor allem für jün­gere Mit­ar­bei­tende wich­tig. Ein Drit­tel von ihnen würde für eine bes­sere Work-Life-Balance wech­seln, ver­gli­chen mit rund einem Vier­tel der älte­ren Arbeitnehmer.

Arbeits­klima bei der Arbeit­ge­ber­wahl erst­mals wich­ti­ger als Gehalt

„Mit dem demo­gra­phi­schen Wan­del ver­än­dern sich auch die Erwar­tun­gen und Werte von Arbeits­kräf­ten. Die Bedeu­tung eines zu gerin­gen Gehalts als Haupt­grund für einen Job­wech­sel steigt mit dem Alter, von rund 44 bei der jün­ge­ren auf rund 52 Pro­zent bei der älte­ren Gene­ra­tion“, sagt Too­nen. „Ins­ge­samt zeigt sich : Mit­ar­bei­ter­bin­dung basiert auf einem Zusam­men­spiel aus attrak­ti­ver Ver­gü­tung und einer posi­ti­ven All­tags­er­fah­rung. Wer die täg­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen und die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Pri­vat­le­ben ver­nach­läs­sigt, ris­kiert trotz fai­rer Bezah­lung den Ver­lust von Talen­ten“, so Toonen.

Geld spielt also bei der Ent­schei­dung die mit Abstand wich­tigste Rolle. Bei den Kri­te­rien für einen neuen Job ist das Gehalt jedoch erst­mals nicht auf Platz 1. Wich­ti­ger ist den Öster­rei­chern mitt­ler­weile ein ange­neh­mes Arbeits­klima (68 Pro­zent), knapp vor der Ver­gü­tung und der Job­si­cher­heit. „Eine ange­nehme Arbeits­at­mo­sphäre ist der am häu­figs­ten erwar­tete Fak­tor im Pro­fil des idea­len Arbeit­ge­bers, doch die aktu­el­len Arbeit­ge­ber schnei­den hier mit 57 Pro­zent wesent­lich schlech­ter ab“, betont Too­nen. „Das zeigt eine signi­fi­kante Dis­kre­panz zwi­schen Anspruch und Wirk­lich­keit“. Die „Ver­ein­bar­keit von Beruf und Pri­vat­le­ben“ (56 Pro­zent) sowie „inter­es­sante Auf­ga­ben“ (52 Pro­zent) sind wei­tere wich­tige Kriterien.

Die attrak­tivs­ten Arbeit­ge­ber des Lan­des und Randstad

In der Stu­die „Employer Brand Rese­arch“ von Rand­stad wer­den jedes Jahr auch die attrak­tivs­ten Arbeit­ge­ber des Lan­des erfragt. Nach­dem AVL List das Ran­king über die letz­ten drei Jahre ange­führt hatte, tauscht der Gra­zer Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer die­ses Jahr die Plätze mit dem Lin­zer Kep­ler Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum, das nach dem drit­ten Platz im Vor­jahr heuer erst­mals gewinnt. Mit Sie­mens Energy auf Platz 2 und Sie­mens auf Platz 4 lan­det das Indus­trie­un­ter­neh­men gleich zwei­mal im Spit­zen­feld. Auf Platz 5 folgt Fro­nius, das erst­mals in der Liste der Top-Arbeit­ge­ber auf­scheint. BMW Öster­reich (7. Platz) und VAMED (9. Platz) konn­ten sich im Ver­gleich zum letz­ten Jahr leicht ver­bes­sern. Takeda (6. Platz), der Flug­ha­fen Wien (8. Platz) und Infi­neon (10. Platz) schaf­fen die­ses Jahr das Come­back in die Top Ten.

Rand­stad Öster­reich ist Teil der inter­na­tio­na­len Rand­stad Gruppe, ein glo­ba­ler Markt­füh­rer bei Per­so­nal­dienst­leis­tun­gen. Das Port­fo­lio reicht von Zeit­ar­beit über Per­so­nal­ver­mitt­lung bis hin zu spe­zi­fi­schen Pro­fes­sio­nal Ser­vices und HR-Lösun­gen wie Recruit­ment Pro­cess Out­sour­cing oder eige­nen Mana­ged Ser­vices Pro­gram­men. Das nie­der­län­di­sche Unter­neh­men ist in fünf Kon­ti­nen­ten und 39 Län­dern tätig und erwirt­schaf­tete im Jahr 2025 Anga­ben zufolge mit 38.480 Mit­ar­bei­tern einen Umsatz von 23,1 Mil­li­ar­den Euro. Rand­stad wurde 1960 gegrün­det und ist an der Euron­ext Ams­ter­dam gelis­tet. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
19.05.2026

Weitere aktuelle Artikel

Nie­der­ös­ter­reich wie­der Schau­platz von Ver­an­stal­tung Wein­herbst. Offene Wein­kel­ler, Ver­kos­tun­gen, Pick­nicks oder Wein­lese. Ent­lang der 830 km lan­gen Wein­straße fin­den in über 100 nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Gemein­den zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen statt. Bereits zum 31. Mal geht von Ende August bis Ende Novem­ber 2026 mit dem „Wein­herbst Nie­der­ös­ter­reich“ die größte wein­tou­ris­ti­sche Initia­tive Euro­pas in Szene. Wie schon im Vor­jahr wer­den Tau­sende Gäste […]
Der spie­le­ri­sche WM-Auf­tritt des Natio­nal­teams als Kol­lek­tiv war ein Armuts­zeug­nis. Kein Selbst­be­wusst­sein, keine Abstim­mung, kein Spiel­witz und keine Härte deu­ten ins­be­son­dere auf eine feh­ler­hafte oder nicht mehr exis­tente Men­tal-Betreu­ung hin. Ein WM-Resü­mee von Chris­tian Czaak.  Last-Minute Zit­ter­sieg im ers­ten Match gegen Jor­da­nien. Kampf­lose Nie­der­lage gegen Argen­ti­nien. Last-Second Zit­te­runent­schie­den gegen Alge­rien. Klas­sen­un­ter­schied­li­cher Unter­gang ohne auch nur einer […]
In Deutsch­land flie­ßen mehr als zwei Drit­tel aller Sozi­al­aus­ga­ben in Pen­sio­nen und Gesund­heit. Das Sozi­al­bud­get ist in den letz­ten drei­ßig Jah­ren um 60 Pro­zent gestie­gen. Auch in Öster­reich stei­gen diese Kos­ten kontinuierlich. Rund 70 Pro­zent des deut­schen Sozi­al­bud­gets fließt in Ren­ten- und Gesund­heits­aus­ga­ben, so eine neue Stu­die des ifo Insti­tuts zur Ent­wick­lung des Sozi­al­bud­gets in […]
In Nie­der­ös­ter­reich star­tet die Ver­an­stal­tungs­reihe „Kul­tur bei Win­ze­rin­nen“ in die sie­bente Sai­son. Auf die Gäste war­ten eine Viel­zahl an Kon­zer­ten, Lesun­gen und Kaba­rett inmit­ten von Wein­gär­ten, in idyl­li­schen Kel­ler­gas­sen oder direkt an den Winzerhöfen. Die Aktion „Kul­tur bei Win­ze­rin­nen und Win­zern“ hat mitt­ler­weile eine ste­tig wach­sende Fan­ge­meinde und star­tet nun wäh­rend der Som­mer­mo­nate in die […]
Große Nach­frage bei Sanie­rungs­of­fen­sive der Bun­des­re­gie­rung. Von 360 Mil­lio­nen Euro För­der­bud­get nur mehr wenige Mil­lio­nen über. Exper­ten emp­feh­len rasche Ein­rei­chung und genaue Prü­fung der Berechtigungen. Seit der Neu­auf­lage der Sanie­rungs­of­fen­sive der Öster­rei­chi­schen Bun­des­re­gie­rung letz­ten Herbst sind zwei Drit­tel der Anträge in Rich­tung Sanie­rungs­bo­nus gegan­gen und in Rich­tung Kes­sel­tausch nur rund ein Drit­tel. Da der Kes­sel­tausch […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram