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Die Kräfte aus der Natur mobilisieren

Bio­kraft­stoffe leis­ten einen Bei­trag zum Kli­ma­schutz und for­cie­ren die Unab­hän­gig­keit von fos­si­len Rohstoffen. 

Mit Kraft­stof­fen aus agra­ri­scher Pro­duk­tion schei­nen gleich meh­rere hart­nä­ckige Pro­bleme gleich­zei­tig lösbar.
Die Nut­zung von Feld­früch­ten aus hei­mi­scher Pro­duk­tion zur Her­stel­lung von Kraft­fahr­zeug­treib­stoff ermög­licht, so scheint es, gleich­zei­tig die Koh­len­di­oxid­re­duk­tion zum Zwe­cke des Kli­ma­schut­zes, die Befrie­di­gung wei­ter anstei­gen­der indi­vi­du­el­ler Mobi­li­täts­be­dürf­nisse, die Befrei­ung von Agrar­markt­stüt­zungs­zah­lun­gen und die Unab­hän­gig­keit von aus­län­di­schen Rohstoffen.
Man­che Fra­gen blie­ben dabei aller­dings offen : Wie wird die Agrar­land­schaft ver­än­dert ? Wo sind Land­nut­zungs­än­de­run­gen zu erwar­ten ? Und wel­che Bedeu­tung haben diese für den Natur­schutz in Öster­reich ? Ist die Gewin­nung von Kraft­stof­fen aus Agrar­pro­duk­ten von der Öko­bi­lanz her aus­rei­chend effi­zi­ent, oder gäbe es Alternativ­szenarien, die sich als Lösung für die ein­gangs auf­ge­zähl­ten Pro­bleme bes­ser eig­nen wür­den ? Wel­che Fol­gen hat die groß­flä­chige Umwand­lung von Still­le­gungs­flä­chen in Acker­land auf die Bio­di­ver­si­tät in der Agrar­land­schaft ? Steht das 2010-Bio­mas­se­ziel der EU mit dem Ziel des Stopps der Bio­di­ver­si­täts­ver­luste über­haupt in Ein­klang ? Haben Bio­kraft­stoffe nega­tive Aus­wir­kun­gen auf die mensch­li­che Gesundheit ?
All die­sen Fra­gen ver­sucht das Pro­jekt „Bio­kraft­stoffe – Poten­ziale, Risi­ken, Zukunfts­sze­na­rien“ auf den Grund zu gehen. Pro­jekt­lei­ter Klaus Peter Zulka vom Umwelt­bun­des­amt skiz­ziert die Dimen­sio­nen die­ses Vor­ha­bens : „Die Zukunft des Indi­vi­du­al­ver­kehrs, der mittel­europäischen Agrar­land­schaft, der Sozio­lo­gie des länd­li­chen Raums und die Sicher­heit der Ener­gie­ver­sor­gung hän­gen ver­mut­lich von einer aus­rei­chen­den Beant­wor­tung die­ser Fra­gen ab.“ Neben einer wis­sen­schaft­li­chen Auf­ar­bei­tung des The­mas geht es den Pro­jekt­trä­gern dar­über hin­aus aber auch darum, einen kon­kre­ten Hand­lungs­ka­ta­log für die Poli­tik und die Öffent­lich­keit vorzulegen. 

Modu­lare Vorgehensweise
Gestar­tet wurde in dem auf fünf Module auf­ge­bau­ten Pro­jekt damit, zu berech­nen, wel­ches Poten­zial der Bio­masse der Anbau von Raps unter der Berück­sich­ti­gung ver­schie­dens­ter Sze­na­rien hat. Erst­mals wur­den hier auch bis­lang unbe­rück­sich­tigte Kri­te­rien wie etwa die öko­lo­gi­sche Sen­si­bi­li­tät von Regio­nen herangezogen.

Inter­dis­zi­pli­näre Forschung
In wei­te­rer Folge ging es schließ­lich darum, mit dem Glo­ba­len Emis­si­ons­mo­dell Inte­grier­ter Sys­teme (Gemis) die Öko­bi­lanz von Bio­kraft­stof­fen zu unter­su­chen. Im Modul 3 wird der Ein­fluss des Anbaus von Aus­gangs­pro­duk­ten für die Bio­kraft­stoff­pro­duk­tion auf die Bio­di­ver­si­tät auf natio­na­ler Ebene, auf Land­schafts­ebene sowie auf Arten­ebene unter­sucht. Im Modul 4 wer­den die Aus­wir­kun­gen ver­mehr­ten Bio­kraft­stoff­ein­sat­zes auf die Luft­qua­li­tät mit­hilfe von Modell­rech­nun­gen unter­sucht und Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung abge­schätzt. Im Modul 5 wer­den die Ergeb­nisse der vier Module inte­griert und zu einer Gesamt­aus­sage syn­the­ti­siert. Das Ziel ist neben der Beant­wor­tung der ein­gangs gestell­ten For­schungs­fra­gen die Begrün­dung eines inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­felds an der Schnitt­stelle zwi­schen Phy­sik, Bio­lo­gie, Land­schafts­öko­lo­gie, Umwelt­wis­sen­schaf­ten und Medizin.

Autor:
26.06.2009

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