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© Gernot_Benesch

„Die Neu­tra­li­tät zählt dann nicht mehr“

Eine Inten­si­vie­rung der Kriegs­be­richt­erstat­tung, eine feh­lende Frie­dens­di­plo­ma­tie der EU, eine ten­den­ziöse Mei­nungs­ma­che für eine neue Wehr­pflicht unse­rer Kin­der und eine irri­tie­rende Wer­be­of­fen­sive des Bun­des­hee­res an Öster­reichs Schu­len. Eine Wider­rede von Ger­not Benesch.

In Deutsch­land wurde soeben ein neues Wehr­dienst­ge­setz beschlos­sen. Das Gesetz tritt mit 1. Jän­ner 2026 in Kraft, Ziel­set­zung ist, die Per­so­nal­stärke der Deut­schen Bun­des­wehr deut­lich zu erhö­hen. Es gibt keine auto­ma­ti­sche Ein­be­ru­fung, der Dienst an der Waffe bleibt frei­wil­lig, kann aber im Ver­tei­di­gungs­fall sofort akti­viert wer­den. Dann wären wie­der alle Män­ner zwi­schen 18 und 60 Jah­ren betrof­fen. Junge Men­schen demons­trie­ren deutsch­land­weit gegen das Gesetz.

Mas­sive Zunahme der media­len Kriegs­be­richt­erstat­tung

Öster­reich hat sich schon öfter ein Bei­spiel an Deutsch­land genom­men und, Zufall oder nicht, auch bei uns prüft eine soge­nannte Wehr­dienst­kom­mis­sion eine Reform der öster­rei­chi­schen Wehr­pflicht. Bedingt durch den Ukraine-Krieg hat die mediale (Kriegs)Berichterstattung mas­siv zuge­nom­men und damit rückt auch das Thema Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit wie­der ins Zentrum.

Wäh­rend man frü­her noch über die kom­plette Abschaf­fung des Wehr­diens­tes sprach und ein Berufs­heer über­legte, wird nun über die Ver­län­ge­rung von den der­zeit sechs auf acht Monate und eine Aus­wei­tung auf Frauen (in Form eines sog. Bür­ger­diens­tes) dis­ku­tiert. Aktu­elle Umfra­gen vom Novem­ber zei­gen angeb­lich, dass die Zustim­mung zur Wehr­pflicht gestie­gen ist. 

Kampf­sze­nen als Inhalt einer Wer­be­of­fen­sive und ein in Frage stel­len der Neutralität

Die reich­wei­ten­starke Kro­nen Zei­tung etwa ver­laut­bart hierzu eine Stu­die, die, rich­tig, das Bun­des­heer in Auf­trag gege­ben hat, unter­legt mit einem schnit­ti­gen Video von Sol­da­ten in Kampf­mon­tur mit dem Sturm­ge­wehr im Anschlag, von Sol­da­ten am Maschi­nen­ge­wehr und mit fah­ren­den Pan­zer­ver­bün­den, die von unse­rer medi­en­af­fi­nen Frau Hee­res­mi­nis­te­rin beauf­sich­tigt wer­den. Kämp­fen ist span­nend, so die Bot­schaft. Ster­ben aber nicht.

Gene­rell zeigt sich in den Medien im heu­ri­gen Jahr eine starke Zunahme der Bericht­erstat­tung zum Thema Wehr­pflicht und ein in Frage stel­len der Neu­tra­li­tät. Das inklu­diert dann auch ten­den­ziöse Mei­nungs­ma­che, etwa, wenn in einer Lan­des­zei­tung unter einem Pro & Kon­tra“ Bericht nur Pro-Stim­men vor­kom­men, mit Argu­men­ten wie „not­wen­dige Inves­ti­tion in die Sicher­heit“ und „das bringt mehr Qua­li­tät im Heer“.

Ohne­hin ver­un­si­cherte Jugend­li­che wer­den irri­tiert und verängstigt

Eigent­li­cher Anlass­fall für die­sen Kom­men­tar ist aber die neue Prä­senz des öster­rei­chi­schen Bun­des­hee­res an den Schu­len, eine anma­ßende und irri­tie­rende Prä­senz. Ohne­hin ver­un­si­cher­ten Jugend­li­chen wird im Rah­men von (uni­for­mier­ten) Bun­des­heer-Prä­sen­ta­tio­nen ver­mit­telt, dass sich – Zitat : „der Ukraine-Krieg aus­wei­ten und dann auch Öster­reich betrof­fen sein könnte“. 

Dann „müs­sen natür­lich alle Män­ner zwi­schen 18 und 60 ein­rü­cken“ und „das inklu­diere auch die Zivil­die­ner“. Auf Ein­wände von Schü­lern, dass Öster­reich ja doch neu­tral sei, kommt die Ant­wort : „Die Neu­tra­li­tät zählt dann nicht mehr“. Meh­rere Schü­ler waren danach sehr irri­tiert und ver­ängs­tigt, kamen nach Hause und spra­chen ernst­haft vom Auswandern.

Nicht eine ernst­hafte diplo­ma­ti­sche Frie­dens­mis­sion sei­tens der EU

Die Ursa­che für Kriege sind in Wahr­heit immer nur geo­po­li­ti­sche Machtinteressen(ten), die dann über eine unfä­hige oder fehl­ge­lei­tete Poli­tik Men­schen­op­fer ein­for­dern. Aktu­ell spitzt sich die Lage inso­weit zu, da in vie­len euro­päi­schen Län­dern gerade untaug­li­che Regie­run­gen an den Hebeln der Macht sit­zen. Untaug­lich etwa in dem Kon­text, als dass es im Ukraine-Russ­land-Kon­flikt sei­tens der EU nicht eine, eine ernst­hafte diplo­ma­ti­sche Frie­dens­mis­sion gege­ben hat.

Europa ist hier aber nicht die EU ! Und aus die­sem Kon­text her­aus müs­sen wir Men­schen Lösun­gen fin­den. Mein Kriegs­wi­der­stand beginnt bereits beim Kei­len der Bun­des­heer­of­fi­zi­el­len an den Schu­len, die diese auch noch will­fäh­rig gedul­den las­sen müs­sen. Die Schu­len ver­let­zen damit aber ihre Für­sor­ge­pflicht, weil es in Wahr­heit um die Stär­kung des Wehr­diens­tes auf Grunde des Ukrai­ne­krie­ges geht.

EU-NATO Kon­glo­me­rat und unsere Kin­der als Kanonenfutter

Zuerst bil­det man die Kin­der aus, dass diese in die­sem Gesell­schafts­sys­tem nach den Regeln der Herr­schen­den funk­tio­nie­ren — um ihnen dann die ent­spre­chen­den Front­be­fehle geben zu kön­nen. Ein mie­ses Spiel, aber durch­sich­tig, wenn man es erken­nen will. Abge­se­hen davon ist unser Heer gar nicht nicht in der Lage einen mög­li­chen poten­ti­el­len Kon­flikt­part­ner aus dem Osten irgend­wie anzuhalten.

Für mich scheint daher ein­deu­tig eine Ein­glie­de­rung in die NATO geplant, was in letz­ter Kon­se­quenz dann Kano­nen­fut­ter für belie­bige Kampf­li­nien bedeu­ten kann. Wir müs­sen diese Signale hören und uns ent­schie­den weh­ren gegen die Zufüh­rung unse­rer Kin­der in diese Ver­nich­tungs­dy­na­mik. Wir kön­nen und müs­sen die Zei­chen rich­tig deu­ten und sehen, was die Ambi­tio­nen des EU-NATO-Kon­glo­me­ra­tes für uns alle bedeuten.

Kor­rupte poli­ti­sche EU-Élite und Meinungsdiktatur

Ich sehe aktu­ell nicht nur eine kor­rupte poli­ti­sche EU-Élite, son­dern auch die poli­ti­sche Macht­aus­übung einer EU-Mei­nungs­dik­ta­tur, die sich gegen die Grund­rechte der Men­schen wen­det – final eine insze­nierte Illu­sion einer Demo­kra­tie. Eine EU, wel­che künst­lich Kri­sen erzeugt oder am Leben erhält, um dann unde­mo­kra­ti­sche Lösun­gen anzuwenden. 

Eine EU, die einen star­ken euro­päi­schen Wirt­schafts­raum inklu­sive einer Part­ner­schaft von Europa und Russ­land ver­hin­dert, mas­siv beein­flusst noch von ame­ri­ka­ni­schen (Energie)Interessen, die sich aber mitt­ler­weile längst geän­dert haben. Meine Söhne und Kin­der gebe ich dafür sicher nicht her ! 

(Ger­not Bensch, 57, ist Unter­neh­mer in Nie­der­ös­ter­reich. Der gegen­ständ­li­che Kom­men­tar spie­gelt pri­mär die per­sön­li­che Sicht­weise und Mei­nung als Vater von zwei Söh­nen, die dann ihren Wehr­dienst mög­li­cher­weise in einem EU-NATO-Kon­glo­me­rat ver­rich­ten müssen).

Autor: red/czaak
22.12.2025

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