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© pexels/lukas hartmann

Die Ober­flä­chen und die Hackschnitzel

An der TU Wien wur­den zwei neue CD-Labore eröff­net. Im Fokus steht das Ver­hal­ten unter­schied­li­cher Ober­flä­chen und die Wie­der­ver­wer­tung von Holz­ab­fäl­len. Infi­neon und die Voest­al­pine sowie die inter­na­tio­nale HS Tim­ber Gruppe sind Unternehmenspartner. 

Egal ob man Mikro­chips erzeugt, bes­sere Kata­ly­sa­to­ren ent­wi­ckelt, oder die Kor­ro­sion von Metall­tei­len bes­ser ver­ste­hen will : In vie­len tech­ni­schen Anwen­dun­gen der Indus­trie geht es um che­mi­sche Reak­tio­nen an der Grenz­flä­che zwi­schen zwei ver­schie­de­nen Sub­stan­zen. Das kann feste Mate­ria­lien betref­fen sowie deren Auf­ein­an­der­tref­fen mit flüs­si­gen oder gas­för­mi­gen Stoffen.

Unter­neh­mens­part­ner Infi­neon und Voest
Sol­che Pro­zesse sind phy­si­ka­lisch oft schwer zu unter­su­chen und so wird es auch schwie­rig, indus­tri­elle Ver­fah­ren zu ver­bes­sern. Ein neues CD-Labor an der TU Wien unter der Lei­tung von Mar­kus Val­ti­ner vom Insti­tut für Ange­wandte Phy­sik wird sol­che Ober­flä­chen- und Grenz­schicht­phä­no­mene nun genau unter die Lupe neh­men. Unter­stützt wird das neue CD-Labor von den Unter­neh­mens­part­nern Infi­neon und Voest­al­pine sowie vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Arbeit und Wirt­schaft (BMAW).

Ein Fokus der For­schung beschäf­tigt sich etwa mit dem Thema, wie sich wich­tige Halb­lei­ter­ma­te­ria­lien wie Sili­zi­um­car­bid oder Gal­li­um­ni­trid beim Ver­ar­bei­ten im Detail ver­hal­ten, um die Qua­li­tät mikro­elek­tro­ni­scher Schal­tun­gen ver­bes­sern zu kön­nen. Wei­ters wer­den Stahl­ober­flä­chen ana­ly­siert und die Frage, warum unter­schied­li­che Zink­be­schich­tun­gen zu unter­schied­li­chem Aus­maß von Ver­sprödung füh­ren. Das neue CD-Labor soll die­ses Rät­sel nun mit­tels Ana­ly­sen auf ato­ma­rer Skala lösen.

Inno­va­tio­nen im Halb­lei­ter- und im Stahlsektor
“Die Che­mie von Grenz­flä­chen­re­ak­tio­nen ist die Basis für Inno­va­tio­nen im Halb­lei­ter- und im Stahl­sek­tor. Das betrifft Hoch­leis­tungs­elek­tro­nik für erneu­er­bare Ener­gie­er­zeu­gung und ‑spei­che­rung oder hoch­fes­ten Stahl für leich­tere, res­sour­cen­scho­nende Fahr­zeuge“, sagt Mar­tin Kocher, Bun­des­mi­nis­ter für Arbeit und Wirtschaft. 

Das zweite neue CD-Labor beschäf­tigt sich mit der Wie­der­ver­wer­tung von Holz­ab­fäl­len im indus­tri­el­len Bereich. Als nach­wach­sende und CO2-bin­dende Res­source spielt Holz eine zuneh­mend wich­tige Rolle. Der­zei­tige Ver­fah­ren zur Holz­ver­ar­bei­tung lie­fern jedoch nur eine Aus­beute von etwa 50 Pro­zent. Durch wei­tere Ver­ar­bei­tungs­schritte bis zur fer­ti­gen Kon­struk­tion wird die­ser Pro­zent­satz noch wei­ter herabgesetzt. 

Wert­vol­les Aus­gangs­ma­te­rial für neue holz­ba­sier­teyyy Baumaterialien
Hier setzt nun das Chris­tian Dopp­ler (CD) Labor für holz­ba­sier­ten Bio­kom­po­sit der nächs­ten Gene­ra­tion (WoodComp3D) an. Ent­wi­ckelt wer­den sol­len Stra­te­gien und Ver­fah­ren, mit denen im Säge­werk anfal­lende Holz­ab­fälle wie Säge­späne zu einem hoch­wer­ti­gen Mate­rial wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den kön­nen. Die Lei­tung des Labors „Holz­ba­sier­tes Bio­kom­po­sit der nächs­ten Gene­ra­tion“ ver­ant­wor­tet Mar­kus Lukacevic.

„Der­zeit wer­den nur rund 50 Pro­zent eines Bau­mes für Bau­ma­te­rial genutzt, der Rest fällt in Säge­wer­ken als Hack­schnit­zel, Säge­späne und Rinde an. Das neue CD-Labor sieht in die­sen ver­meint­li­chen Abfäl­len nun wert­vol­les Aus­gangs­ma­te­rial für die Ent­wick­lung neuer holz­ba­sier­ter Bau­ma­te­ria­lien“, so Minis­ter Kocher.

Autor: red/mich/cc
19.10.2023

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