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Die Pro­bleme von Selbst­stän­di­gen und Einzelhändlern

Das Geschäfts­klima für Selb­stän­dige kühlt immer mehr ab und auch die Unter­neh­men in den meis­ten Ein­zel­han­dels­spar­ten bewer­ten ihre Geschäfts­lage schlech­ter, so aktu­elle Ana­ly­sen des deut­schen ifo-Instituts.

In Deutsch­land hat sich das Geschäfts­klima für Selb­stän­dige wei­ter ver­schlech­tert. Und auch die Unter­neh­men in den meis­ten Ein­zel­han­dels­spar­ten bewer­ten ihre Geschäfts­lage schlech­ter. Das erge­ben die aktu­el­len ifo-Ana­ly­sen für diese Seg­mente. „Die Lage in der deut­schen Wirt­schaft ist ange­spannt“, sagt ifo-Exper­tin Kat­rin Dem­mel­hu­ber. „Für die Selb­stän­di­gen steigt die Gefahr, in einen Abwärts­stru­del zu geraten.“

„Die wei­tere Abküh­lung der Kon­junk­tur trifft auch die Ein­zel­händ­ler, die bereits zuletzt schon von einer schwä­cheln­den Kon­sum­nach­frage belas­tet waren. Auch die Erwar­tung an die kom­men­den Monate bleibt ver­hal­ten“, ergänzt ifo-Experte Patrick Höpp­ner. Vor allem die Unzu­frie­den­heit mit den lau­fen­den Geschäf­ten hat deut­lich zuge­nom­men, aber auch die Erwar­tun­gen blei­ben pes­si­mis­tisch. Immer weni­ger Selb­stän­dige pla­nen in den kom­men­den Mona­ten, ihre Preise zu erhöhen. 

Deut­li­che Ein­brü­che bei Freiberuflern
Bei den Dienst­leis­tern rutschte der erho­bene Indi­ka­tor erst­mals im Jahr 2023 unter null. Die Geschäfts­aus­sich­ten und die Umsatz­er­war­tun­gen ver­düs­tern sich hier, auch das Urteil zur aktu­el­len Lage fiel schlech­ter aus. „Die Durst­stre­cke auf­grund der feh­len­den Nach­frage ver­län­gert sich“, ergänzt Dem­mel­hu­ber. Wäh­rend sich die Lage im Gast­ge­werbe im August leicht erholte, gab es bei den Frei­be­ruf­lern in den Bran­chen Design, Foto­gra­fie und Über­set­zung deut­li­che Einbrüche. 

Im Ein­zel­han­del sind viele Betriebe zudem auch pes­si­mis­tisch, was ihre Zukunft angeht. „Viele Händ­ler spü­ren wei­ter­hin die Zurück­hal­tung der Ver­brau­cher auf­grund der hohen Infla­ti­ons­ra­ten“, sagt Dem­mel­hu­ber. Bei Nah­rungs- und Genuss­mit­teln sind immer noch viele Händ­ler zumin­dest punk­tu­ell von Lie­fer­pro­ble­men betrof­fen. 73 Pro­zent mel­de­ten das im August, nach 70 Pro­zent im Juli. „Lie­fer­pro­bleme auf­grund von Preis- und Kon­di­tio­nen­strei­tig­kei­ten zwi­schen Her­stel­lern und Händ­lern gehen dabei eher zurück“, sagt Höppner. 

Zurück­hal­tung der Ver­brau­cher durch hohe Inflationsraten
Aller­dings führ­ten sto­ckende Tarif­ver­hand­lun­gen zuletzt ver­mehrt zu Streiks in der Logis­tik eini­ger Händ­ler und damit auch zu Lie­fer­pro­ble­men. Bei den Auto­händ­lern waren im August noch über die Hälfte der Unter­neh­men von Eng­päs­sen betrof­fen. Bei Com­pu­tern und Soft­ware, elek­tri­schen Haus­halts­ge­rä­ten und bei der Unter­hal­tungs­elek­tro­nik lag der Anteil jeweils noch bei über einem Viertel.

Wegen der ein­ge­trüb­ten Geschäfts­si­tua­tion im Ein­zel­han­del haben Fir­men in eini­gen Spar­ten auch Beschäf­ti­gung abge­baut. Der Fach­kräf­te­man­gel ist in den meis­ten Spar­ten kein so gro­ßes Pro­blem mehr wie zuletzt noch. Ins­ge­samt mel­den für das dritte Quar­tal 35 Pro­zent der Ein­zel­händ­ler Pro­bleme bei der Fach­kräf­te­ge­win­nung, nach knapp 37 Pro­zent im zwei­ten Quar­tal. Beson­ders aus­ge­prägt ist die Pro­ble­ma­tik im Beklei­dungs­ein­zel­han­del und im Ein­zel­han­del mit Nah­rungs- und Genussmitteln.

Autor: red/mich
26.09.2023

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