Zum Inhalt
© Pexels.com/pierre blache

Die Schiff­fahrt auf der Donau und das Thema Fäkalien

Die Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten beschäf­tigt sich mit der Was­ser­ver­schmut­zung durch Bin­nen­schiffe. Eine neue Metho­dik erlaubt erst­mals den Nach­weis mög­li­cher Fäkal­epi­so­den bei nicht sach­ge­mä­ßer Abwasserbeseitigung.

In den letz­ten Jah­ren tauch­ten immer wie­der emo­tio­nal geprägte Vor­würfe auf, dass Flusskreuzfahrt‑, Linien- und Fracht­schiffe zu einem loka­len und star­ken Fäka­li­en­ein­trag in der Donau füh­ren könn­ten. Ein Team um Andreas Farn­leit­ner von KL Uni Krems und TU Wien machte sich daher mit Unter­stüt­zung des Lan­des Nie­der­ös­ter­reich daran, das Ein­trags­po­ten­tial aus die­ser Quelle erst­mals wis­sen­schaft­lich zu berech­nen und gleich­zei­tig eine Metho­dik zu ent­wi­ckeln, das wahre Aus­maß prä­zise und mit hoher räum­li­cher Auf­lö­sung zu ermitteln. 

Als Ergeb­nis konnte nun eine welt­weit ein­zig­ar­tige Metho­dik zur Abschät­zung und Erfas­sung von Abwas­ser­ein­trä­gen der Bin­nen­schiff­fahrt vor­ge­stellt wer­den. Kon­kret ange­wen­det wurde diese bereits an einem 230 km lan­gen Stre­cken­ab­schnitt, der sowohl die Wachau als auch Wien umfasste. Inklu­diert ist dabei auch die Mög­lich­keit klein­räu­mige, durch Bin­nen­schiffe ver­ur­sachte Fäka­li­en­ein­träge in Fließ­ge­wäs­sern prä­zise nachzuweisen. 

Neue Metho­dik auch für andere schiff­bare Gewäs­sern der Welt anwendbar
Der erste prak­ti­sche Ein­satz auf einem Stre­cken­ab­schnitt der Donau belegte zum einen das hohe Ein­trags­po­ten­tial der Bin­nen­schiff­fahrt bei nicht ord­nungs­ge­mä­ßer Abwas­ser­ent­sor­gung, deu­tete zum ande­ren aber auch an, dass im Unter­su­chungs­zeit­raum eine ord­nungs­ge­mäße Ent­sor­gung erfolgte. Die neu ent­wi­ckelte Metho­dik wurde nun inter­na­tio­nal mit allen Details ver­öf­fent­licht und dies soll ihren Ein­satz auch in ande­ren schiff­ba­ren Gewäs­sern der Welt ermöglichen.

Das Team konnte in den letz­ten Jah­ren die Aus­wir­kung moder­ner Abwas­ser­ma­nage­ment­me­tho­den auch in meh­re­ren ande­ren Ana­ly­sen ent­lang des gesam­ten Fluss­ver­laufs nach­wei­sen (Anm. sog. Joint Danube Sur­vey). Dabei zeigte sich, dass sich die Belas­tung mit Fäkal­in­di­ka­tor­bak­te­rien im Ober­lauf der Donau, der wei­test­ge­hend durch EU-Staa­ten ver­läuft, in den letz­ten Jahr­zehn­ten sehr ver­bes­sert hat. Dazu ist sie im All­ge­mei­nen deut­lich nied­ri­ger als im mitt­le­ren und unte­ren Fluss­lauf, der durch meh­rere Nicht-EU-Län­der führt. 

Autor: red/cc
10.12.2024

Weitere aktuelle Artikel

Das Med­Aus­tron fei­ert als Krebs­be­hand­lungs­zen­trum und For­schungs­in­sti­tu­tion sein 10-jäh­ri­ges Jubi­läum. Das im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wie­ner Neu­stadt ansäs­sige Kom­pe­tenz­zen­trum für Inno­va­tion und medi­zi­ni­sche Exzel­lenz hat sich zu einer welt­weit beach­te­ten Insti­tu­tion der moder­nen Strah­len­the­ra­pie entwickelt. Unter dem Motto „10 Jahre Zukunft. 10 Jahre Hoff­nung.“ fei­erte das Krebs­be­hand­lungs- und For­schungs­zen­trum Med­Aus­tron soeben sein zehn­jäh­ri­ges Jubi­läum mit Ver­tre­tern aus […]
Das Wie­ner Start-Up Con­velly star­tet KI-Platt­form für Kun­den­kom­mu­ni­ka­tion und Ver­trieb mit Fokus auf kleine und mitt­lere Betriebe. Das Jung­un­ter­neh­men ist in der AI Fac­tory Aus­tria ange­sie­delt und kommt aus dem Umfeld von 42 Vienna und FH Wien. Kun­den­kom­mu­ni­ka­tion, Ver­trieb bzw. Ver­kaufs­ak­tio­nen, Ter­min­bu­chung und final auch noch die Nach­ver­fol­gung – das sind die zen­tra­len Berei­che, die eine […]
Die Alfred Korn­ber­ger Foun­da­tion eröff­net in Wie­ner Bäcker­strasse 9 museale Schau­räume mit Schwer­punkt auf Expres­sio­nis­mus und Akt. Museum, Art-Shop & Gale­rie haben geöff­net von Di bis Fr: 11–18 und Sa: 10–13 Uhr. Die Eröff­nungs­aus­stel­lung „Der ero­ti­sche Moment“ mit retro­spek­ti­ver Werk­schau von Akt­mo­ti­ven aus dem Bestand von Alfred Korn­ber­ger-Foun­da­tion und Fami­lie.Die Alfred Korn­ber­ger Foun­da­tion eröff­net in der Wie­ner Bäcker­strasse […]
For­schungs­team der Med Uni Inns­bruck ent­wi­ckelt KI-Modell zur Ana­lyse von Elek­tro­kar­dio­gram­men. Soge­nann­tes „Foun­da­tion Model“ erfasst und ana­ly­siert elek­tri­sche Herz­si­gnale in ihrer gesam­ten Band­breite. Neue KI-Anwen­dung gilt als inter­na­tio­na­les Vor­zei­ge­mo­dell.  For­schende um den Phy­si­ker und Medi­zi­ner Cle­mens Dlaska von der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck haben ein neues „Foun­da­tion Model“ ent­wi­ckelt, das die in Elek­tro­kar­dio­gram­men (EKG) erfass­ten elek­tri­schen Herz­si­gnale […]
Außer­halb klas­si­scher Büro­jobs kann Digi­ta­li­sie­rung ein Gesund­heits­ri­siko bedeu­ten. Das betrifft ins­be­son­dere Beschäf­tigte mit mehr­heit­lich kör­per­li­cher Arbeit. Im Ver­gleich feh­len sie um 20 Pro­zent mehr im Jahr, so eine neue Studie. Bei Beschäf­tig­ten mit über­wie­gend kör­per­li­chen Tätig­kei­ten geht mehr Digi­ta­li­sie­rung des Arbeits­plat­zes mit schlech­te­rer Gesund­heit und mehr Krank­heits­ta­gen ein­her. Das zeigt eine neue Stu­die des ifo […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram