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© pexels/mikhail nilov

Die Spät­fol­gen einer Krebs­er­kran­kung bei Kindern

2021 star­te­ten Tirol Kli­ni­ken und Med Uni Inns­bruck auf Betrei­ben der Kin­der­krebs­hilf das Zen­trum für onko­lo­gi­sche Nach­sorge für junge Erwach­sene. Jetzt wur­den erste Ergeb­nisse prä­sen­tiert und damit auch die nötige Fort­set­zung der Ein­rich­tung untermauert.

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, ste­hen mitt­ler­weile die Hei­lungs­chan­cen meist sehr gut. Nach einer über­stan­de­nen Krebs­er­kran­kung sind die Kin­der aller­dings häu­fig mit Spät­fol­gen kon­fron­tiert und diese beein­träch­ti­gen die Lebens­qua­li­tät der jun­gen Men­schen mit­un­ter mas­siv. 2021 star­te­ten die Tirol Kli­ni­ken und die Medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Inns­bruck auf Betrei­ben der Kin­der­krebs­hilf das Zen­trum für onko­lo­gi­sche Nach­sorge für junge Erwach­sene (ZONE).

Die vom Kin­deron­ko­lo­gen Roman Craz­zo­lara gelei­tete Sprech­stunde war und ist am Com­pre­hen­sive Can­cer Cen­ter Inns­bruck (CCCI) ange­sie­delt und wird von Tiro­ler Gesund­heits­fonds und Lan­des­ge­sund­heits­fonds Vor­arl­berg mit­fi­nan­ziert. Erste Ergeb­nisse und Zah­len aus dem Pro­jekt bestä­ti­gen nun seine Not­wen­dig­keit. An der Inns­bru­cker Uni Kli­nik für Päd­ia­trie I wer­den rund hun­dert krebs­kranke Kin­der pro Jahr in der kin­deron­ko­lo­gi­schen Abtei­lung betreut. 98 Pro­zent der klei­nen Pati­en­tIn­nen mit Leuk­ämie, der häu­figs­ten Krebs­er­kran­kung bei Kin­dern, überleben. 

Nach dem Krebs ist nicht wie vor dem Krebs
Euro­pa­weit gibt es Anga­ben zufolge der­zeit rund 400.000 vorab geheilte Kin­der und dank ste­tig ver­bes­ser­ter Behand­lungs­op­tio­nen wer­den sie immer mehr. Aller­dings tra­gen diese Men­schen eine hohe Gesund­heits­last, die mit zuneh­men­dem Alter schwe­rer wird. Auf Initia­tive der Kin­der­krebs­hilfe Tirol haben Med Uni Inns­bruck, Tirol Kli­ni­ken und die Län­der Tirol und Vor­arl­berg 2021 auf diese Ent­wick­lung reagiert und für eine vor­läu­fige Lauf­zeit von drei Jah­ren das Zen­trum für onko­lo­gi­sche Nach­sorge für junge Erwach­sene (ZONE) ein­ge­rich­tet. Erst­mals wurde damit im Wes­ten Öster­reichs ein struk­tu­rier­tes Ange­bot zur onko­lo­gi­schen Nach­sorge für junge Erwach­sene geschaffen. 

„Mitt­ler­weile haben wir über 130 Pati­en­tIn­nen gese­hen, wo wir im Rah­men eines Stu­fen­pro­gramms ein Risi­ko­pro­fil erstel­len. Betrof­fene mit einem nied­ri­gen Risiko für Spät­fol­gen wer­den nach fünf Jah­ren wie­der ein­be­stellt, jene mit hohem Risiko jedes Jahr“, skiz­ziert Roman Craz­zo­lara, Lei­ter von ZONE. Das Risiko ist maß­geb­lich von der Art der Erkran­kung und The­ra­pie sowie vom Zeit­punkt der The­ra­pie abhän­gig. „Moderne Behand­lungs­me­tho­den sind weni­ger inva­siv als etwa in den 1980er Jah­ren, wo es pri­mär um das reine Über­le­ben ging. Heute errei­chen wir Top-Werte beim Über­le­ben und es geht auch darum, wie man das erreicht“, betont Crazzolara. 

Risiko maß­geb­lich von Art der Erkran­kung und der The­ra­pie abhängig
Erste Aus­wer­tun­gen erga­ben nun, dass 92 Pro­zent der Pati­en­tIn­nen unter nen­nens­wer­ten Spät­fol­gen lei­den. Craz­zo­lara schätzt, dass 20 Pro­zent von ihnen der Gruppe mit dem höchs­ten Risiko zuge­ord­net wer­den kön­nen. Die Fol­gen einer Tumor­er­kran­kung kön­nen viel­fäl­tig sein und rei­chen von mög­li­chen Trau­ma­ti­sie­run­gen über Wachs­tums­stö­run­gen bis hin zu erneu­ten Krebs­er­kran­kun­gen. Häu­fig han­delt es sich auch um gesell­schaft­lich tabui­sierte, aber durch­aus behan­del­bare phy­si­sche Lang­zeit­fol­gen, die dann in der Nach­sorge zum ers­ten Mal über­haupt ange­spro­chen wer­den. Dazu gehö­ren etwa auch Sexual- und Fruchtbarkeitsstörungen. 

Das ZONE erfüllt zudem den Wunsch vie­ler erfolg­reich behan­del­ter jun­ger Men­schen, den Über­gang von der Kin­der­kli­nik in die Erwach­se­nen­be­hand­lung zu erleich­tern. Das ZONE als Mei­len­stein für die Kin­deron­ko­lo­gie sieht auch Ursula Mat­ters­ber­ger, Obfrau der Kin­der­krebs­hilfe für Tirol und Vor­arl­berg sowie Prä­si­den­tin der Öster­rei­chi­schen Kin­der­krebs­hilfe : „Damit ist ein ers­ter, gro­ßer Schritt gelun­gen. Die Sur­vi­vors sind begeis­tert, dass es das jetzt gibt. Ein wei­te­rer Aus­bau des Ange­bots ist aber sicher noch not­wen­dig. Mein Wunsch für die Pati­en­tIn­nen ist, dass sie ein Leben mit mög­lichst weni­gen Spät­fol­gen und guten Zukunfts­per­spek­ti­ven füh­ren kön­nen“, so die Expertin.

Autor: red/mich/cc
21.02.2023

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