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© Pexels/ Anna Sveths

Die Trans­for­ma­tion von Büro­flä­chen zu Wohnraum

Der anhal­tende Trend beim Home-Office könnte in Deutsch­land aus nicht mehr benö­tig­ten Büro­räu­men allein in Groß­städ­ten rund 60.000 neue Woh­nun­gen schaf­fen, so eine aktu­elle Stu­die von ifo-Insti­tut und Colliers-Immobilien

Home­of­fice ver­än­dert die Art und Weise wie Büros genutzt wer­den nach­hal­tig. Die Home­of­fice-Quote in Deutsch­land liegt seit knapp zwei Jah­ren sta­bil bei einem Vier­tel der Beschäf­tig­ten und mehr als zwei Drit­tel der Unter­neh­men. Nun ver­klei­nern sich ins­be­son­dere Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men, die den größ­ten Anteil an Büro­flä­chen nut­zen und zie­hen in moderne, zen­tral gele­gene Stand­orte um.
Zudem pas­sen Unter­neh­men ihre Büros an die neuen Arbeits­be­din­gun­gen an : Sie set­zen ver­mehrt auf Desk Sha­ring und erwei­tern Bespre­chungs- und Sozi­al­räume. Auch hier sind es ins­be­son­dere große Dienst­leis­ter, die ihre Büro­nut­zung fle­xi­bi­li­sie­ren, die Aus­stat­tung moder­ni­sie­ren und die IT-Infra­struk­tur verbessern.

Ein klei­ner Teil der mög­li­chen Umnut­zun­gen auch wirt­schaft­lich realisierbar
Diese Umwand­lung von Büro­flä­chen könnte in den sie­ben größ­ten deut­schen Städ­ten rund 60.000 neue Woh­nun­gen für 102.000 Men­schen schaf­fen. Dies zeigt eine neue Stu­die des ifo Insti­tuts und des Immo­bi­li­en­be­ra­ters Col­liers für Ber­lin, Ham­burg, Mün­chen, Köln, Frank­furt, Stutt­gart und Düs­sel­dorf. „Leer­ste­hende Büros kön­nen den Woh­nungs­man­gel in den Groß­städ­ten lin­dern. Doch nur ein klei­ner Teil der mög­li­chen Umnut­zun­gen ist auch wirt­schaft­lich rea­li­sier­bar“, sagt Simon Krause, vom ifo Insti­tut als Ko-Autor der Studie.

Laut den Erhe­bun­gen sind rund 30 Pro­zent der leer­ste­hen­den Büro­flä­chen in tech­ni­scher und bau­recht­li­cher Hin­sicht in Wohn­raum umwan­del­bar. Bezo­gen auf den aktu­el­len Büro­leer­stand ent­spricht dies 2,3 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter. Betrach­tet man den künf­tig sin­ken­den Büro­flä­chen­be­darf, könn­ten wei­tere 3,5 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter hin­zu­kom­men. Rund 20 Pro­zent der Flä­che gin­gen durch die Umwand­lung verloren. 

Es braucht krea­tive Nachnutzungskonzepte
Unter Berück­sich­ti­gung die­ser Para­me­ter und bei Annahme einer durch­schnitt­li­chen Woh­nungs­größe von 77 Qua­drat­me­tern und eine Haus­halts­größe von 1,7 Per­so­nen, könn­ten trotz­dem rund 60.000 Woh­nun­gen für 102.000 Men­schen ent­ste­hen. „Wegen der begrenz­ten Wirt­schaft­lich­keit von Umnut­zun­gen braucht es krea­tive Nach­nut­zungs­kon­zepte, etwa Teilum­nut­zun­gen und die Quar­tiers­ent­wick­lung, um städ­ti­sche Bedarfe wie Woh­nen, Gewerbe oder Frei­zeit zu decken“, erläu­tert Andreas Trumpp von Col­liers und auch Ko-Autor der Studie. 

Die Stu­die zeigt in Fall­bei­spie­len auf, unter wel­chen Bedin­gun­gen die Umnut­zun­gen gelin­gen. Erhe­bun­gen geht davon aus, dass bis 2030 die Nach­frage nach Büro­flä­chen um etwa 12 Pro­zent sinkt. „Durch Home­of­fice wird der Leer­stand und das Risiko von Büro­ge­bäu­den ohne Nach­nut­zung wei­ter stei­gen. Und ganz gene­rell wird das Büro zuneh­mend zu einem Ort für per­sön­li­che Zusam­men­ar­beit, Krea­ti­vi­tät und Iden­ti­fi­ka­tion“, ergänzt Simon Krause vom ifo Institut.

Die Stu­die ver­knüpft die Daten der kürz­lich publi­zier­ten Home­of­fice-Umfra­gen des ifo Insti­tuts (eco­nomy berich­tete) unter 9.000 Unter­neh­men mit anony­mi­sier­ten Büro­ver­mie­tungs­ver­trä­gen aus der Daten­bank von Col­liers. Die Daten wur­den dem ifo Insti­tut für die­ses Pro­jekt von Col­liers unent­gelt­lich zur Ver­fü­gung gestellt.

Autor: red/czaak
24.09.2024

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