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Die Ver­tei­lung von 937 Mil­li­ar­den Euro

Finan­zi­el­les Ver­mö­gen der Öster-Rei­cher auf neuem Rekord­stand. Im Rah­men der Finanz­zah­len für 2024 hat die Öster­rei­chi­sche Natio­nal­bank genaue Auf­tei­lun­gen wie Besitz­stände erho­ben und auch das Thema Schul­den analysiert.

Wie kürz­lich berich­tet, hat die Öster­rei­chi­sche Natio­nal­bank (OeNB) die aktu­el­len Finanz­zah­len der öster­rei­chi­schen Haus­halte für 2024 ver­öf­fent­licht und dabei auch ein­zelne Kenn­zif­fern und Ent­wick­lun­gen her­aus­ge­ar­bei­tet. „Noch nie zuvor hatte der öster­rei­chi­sche Haus­halts­sek­tor so viel Geld übrig, um es anzu­le­gen“, lau­tete eine der zen­tra­len Aus­sa­gen bei der OeNB-Pressekonferenz.

Invest­ments in Finanz­pro­dukte als wei­te­rer Höchstwert

Wie schauen nun bei den Österreicher:innen die ein­zel­nen Schwer­punkte beim Thema Geld und Ver­mö­gen aus ? Grund­sätz­lich ist 2024 ein­mal das net­to­ver­füg­bare Ein­kom­men des öster­rei­chi­schen Haus­halts­sek­tors um fast acht Pro­zent auf rund 290 Mil­li­ar­den Euro gestie­gen, das Gesamt­ver­mö­gen eben auf rund 937 Mil­li­ar­den Euro. Den größ­ten Anteil davon machen (Spar)Einlagen aus (36 Pro­zent), gefolgt von Betei­li­gun­gen an GmbHs, Pri­vat­stif­tun­gen u.ä. (24) und Wert­pa­pie­ren (21 Prozent). 

Knapp 30 Mil­li­ar­den Euro wur­den 2024 in Finanz­pro­dukte inves­tiert – ebenso ein his­to­ri­scher Höchst­wert. Auch im ers­ten Halb­jahr 2025 beträgt die Geld­ver­mö­gens­bil­dung bereits 14 Mrd. EUR. Laut OeNB soll sich die­ser Trend fort­set­zen. Wäh­rend im Jahr 2024 noch der Auf­bau von Ein­la­gen die Geld­ver­mö­gens­bil­dung domi­nierte, über­wie­gen im 1. Halb­jahr 2025 die Net­to­zu­käufe von Wertpapieren.

Ver­än­de­rung beim Ver­hält­nis zwi­schen täg­lich fäl­li­gen (Spar)Einlagen und gebun­de­nen Einlagen

Vom gesam­ten Ein­la­gen­be­stand (Anm. 334 Mrd. EUR) ent­fal­len mit Juni 2025 der Wert von 63 Pro­zent oder 209 Mrd. EUR auf täg­lich fäl­lige Ein­la­gen und 37 Pro­zent oder 125 Mrd. EUR auf gebun­dene Ein­la­gen. In den Jah­ren 2022 und 2023 reagier­ten die Haus­halte auf das stei­gende Zins­ni­veau, indem sie gebun­dene Ein­la­gen in erheb­li­chem Aus­maß auf­bau­ten und gleich­zei­tig täg­lich fäl­lige Ein­la­gen reduzierten. 

Seit dem Rück­gang des Zins­ni­veaus zeigt sich ein gegen­läu­fi­ger Trend : Im ers­ten Halb­jahr 2025 ist bereits ein Abbau von gebun­de­nen Ein­la­gen zu beob­ach­ten. Zum Ende der Null­zins­phase Mitte 2022 ent­fie­len 30 Pro­zent oder rund 91 Mrd. EUR des Ein­la­gen­be­stan­des auf gebun­dene Ein­la­gen. Bis Ende 2024 stieg die­ser Anteil auf 39 Pro­zent oder 128 Mrd. EUR bevor er im Juni 2025 wie­der leicht auf 37 Pro­zent oder 125 Mrd. EUR zurück­ging, so die Erhe­bun­gen der OeNB. 

Geson­derte Betrach­tung der Ent­wick­lung seit der Corona-Pandemie

Mit dem Aus­bruch der Corona-Pan­de­mie im Jahr 2020 stie­gen die Net­to­zu­käufe von Wert­pa­pie­ren deut­lich, was zu einer struk­tu­rel­len Ver­än­de­rung des Invest­ment­port­fo­lios pri­va­ter Investor:innen führte. Der Wert­pa­pier­be­stand stieg seit­her um etwa 50 Pro­zent (!) und erreichte im Juni 2025 mit 197 Mrd. EUR einen neuen Höchst­stand. Invest­ment­fonds mach­ten im Juni 2025 mit 108 Mrd. EUR oder 55 Pro­zent den größ­ten Anteil der Wert­pa­pier­be­stände im Porte­feuille der Haus­halte aus. Es folg­ten bör­sen­no­tierte Aktien in Höhe von exakt 50 Mrd. EUR (25 Pro­zent) und ver­zins­li­che Wert­pa­piere mit 39 Mrd. EUR (20 Prozent). 

Mit Beginn der Zins­wende im Jahr 2022 setzte eine stei­gende Nach­frage pri­va­ter Haus­halte nach ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­ren ein. Auf Zukäufe in Höhe von 6,7 Mrd. EUR im Jahr 2023 folgte ein ähn­lich star­ker For­de­rungs­auf­bau von 6,4 Mrd EUR im Jahr 2024. Zuvor waren Anlei­hen über nahezu ein Jahr­zehnt hin­weg per Saldo abge­baut wor­den. Im ers­ten Halb­jahr 2025 domi­nier­ten wie­der Invest­ment­fonds­an­teile mit vier Mrd. EUR die Ver­an­la­gung pri­va­ter Haus­halte in Wert­pa­piere. Das Akti­en­ver­mö­gen der Haus­halte wird über­wie­gend durch inter­na­tio­nale Titel geprägt und machen 72 Pro­zent des Gesamt­be­stan­des aus. 

Die Besit­zer der Vermögensstände

Eben­falls genau erho­ben von der OeNB wurde, wer nun Besit­zer die­ser Ver­mö­gen ist. Die Kern­aus­sage hier : Ein gro­ßer Teil der Haus­halte besitzt nur wenig, wäh­rend das Ver­mö­gen im obe­ren Bereich der Ver­tei­lung kon­zen­triert ist. Für rund ein Vier­tel der Haus­halte liegt das Net­to­ver­mö­gen unter 20.000 Euro, für etwa 40 Pro­zent unter 50.000 Euro. Erst ab der Mitte stei­gen die Werte deut­lich, und wer­den stei­ler. Der Median (Anm. die Mitte der Ver­tei­lung) liegt seit 2021 prak­tisch unver­än­dert bei rund 125.000 Euro. 

Der Durch­schnitt liegt mit über 330.000 Euro aller­dings viel höher, weil wenige Haus­halte sehr große Ver­mö­gen besit­zen. Abso­lut betrach­tet blieb das Net­to­ver­mö­gen seit 2021 in der unte­ren Hälfte nahezu unver­än­dert, wäh­rend es im obe­ren Bereich deut­lich stieg. „Die rela­tive Ungleich­heit bleibt dabei sta­bil, die abso­lu­ten Ver­mö­gens­ab­stände wach­sen wei­ter und das, da Ver­mö­gens­ge­winne im Wesent­li­chen bei Haus­hal­ten mit hohem Immo­bi­lien- oder Unter­neh­mens­ver­mö­gen ankom­men“, so eine wei­tere Erkennt­nis der Exper­ten der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bank (OeNB). 

Ana­lyse der Ver­schul­dung von Öster­reichs Haushalten

Eben­falls ana­ly­siert von der OeNB wurde das Thema Ver­schul­dung. Von den Öster­rei­chi­schen Haus­hal­ten ist weni­ger als ein Drit­tel ver­schul­det. Die Hälfte davon ent­fal­len auf unbe­si­cherte Schul­den (z.B. Kon­su­men­ten­kre­dite), rund 40 Pro­zent auf besi­cherte Kre­dite (z.B. Hypo­the­kar­kre­dite im Kon­text mit Wohn-Immo­bi­lien). Beide Kre­dit­for­men par­al­lel nut­zen nur wenige. Trotz der höhe­ren Ver­brei­tung unbe­si­cher­ter Schul­den ent­fällt der größte Teil des gesam­ten Schul­den­vo­lu­mens (90 Pro­zent) auf besi­cherte Kre­dite, weil Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­run­gen deut­lich höhere Dar­le­hens­be­träge aufweisen. 

Die besi­cher­ten Schul­den lie­gen über­wie­gend bei ein­kom­mens­star­ken Haus­hal­ten : 2023 ent­fie­len 45 Pro­zent der Hypo­the­kar­kre­dit­neh­mer auf die oberste Ein­kom­mens­schicht. Diese Kon­zen­tra­tion ist über die letz­ten zehn Jahre über­aus sta­bil geblie­ben. In den ein­kom­mens­är­me­ren Schich­ten ist (Teil-)Eigentum nahezu nicht vor­han­den, hier über­wiegt klar die Miete als Wohn­form, wäh­rend nur ein klei­ner Teil der Haus­halte unent­gelt­lich wohnt, etwa, wenn Haus­halte in einer Woh­nung von Ange­hö­ri­gen woh­nen oder nach einer Schen­kung wei­ter­hin im eige­nen Heim leben. Da das Haupt­wohn­sitz-Eigen­tum die wich­tigste Ver­mö­gens­kom­po­nente öster­rei­chi­scher Haus­halte dar­stellt, trägt dies zu Ver­mö­gens­un­ter­schie­den bei.

Gerin­gere Gesamt­schul­den als im Euro-Raum

Ins­ge­samt sind die Finanz­ver­pflich­tun­gen der öster­rei­chi­schen Haus­halte seit 2022 um zwei Pro­zent gesun­ken. Aus­schlag­ge­bend dafür waren ungüns­ti­gere Finan­zie­rungs­be­din­gun­gen wegen gestie­ge­ner Zin­sen. Im Juni 2025 lag die Ver­schul­dung bei 217 Mrd. EUR, ein gerin­ger Wert im Ver­gleich zu ande­ren EU-Län­dern. Sie beträgt in Öster­reich 23 Pro­zent des Finanz­ver­mö­gens und im Euro­raum 26 Pro­zent. Die Ver­schul­dung des Haus­halts­sek­tors hängt auch von struk­tu­rel­len Gege­ben­hei­ten eines Lan­des ab, etwa von der Aus­prä­gung des Miet- oder Eigen­tums­mark­tes bei Wohnimmobilien.

Nach gerin­ge­rer Finan­zie­rungs­dy­na­mik im Umfeld stei­gen­der Zin­sen nahm nun aktu­ell die Kre­dit­ver­schul­dung erst­mals seit Mitte des Jah­res 2023 wie­der zu und lag im 3. Quar­tal 2025 bei +0,5 Pro­zent. Wäh­rend bis zum Jahr 2022 noch jähr­li­che Wachs­tums­ra­ten von bis zu sechs Pro­zent erzielt wur­den, ent­wi­ckel­ten sich ins­be­son­dere die volu­men­star­ken Wohn­bau­kre­dite in den Jah­ren 2023 und 2024 rück­läu­fig. „Bei Kon­sum­kre­di­ten hin­ge­gen ist seit Beginn des Jah­res 2024 wie­der ein leicht posi­ti­ves Wachs­tum zu beob­ach­ten“, so die dies­be­züg­li­che Ana­lyse von den Exper­ten der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bank (OeNB). (red/​czaak)

Autor: red/czaak
08.12.2025

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