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Die Vögel mit dem Werkzeugkasten

Kaka­dus gehen über­aus sorg­sam mit selbst her­ge­stell­tem Werk­zeug um.

Goffin-Kaka­dus sind für ihre außer­ge­wöhn­li­chen Intel­li­genz­leis­tun­gen bekannt. So stel­len sie selbst Werk­zeug her, um an Fut­ter zu gelan­gen. Wie­ner For­scher berich­ten nun im Fach­jour­nal “Ani­mal Beha­viour”, dass die Vögel auf ihr Werk­zeug auch sorg­sam aufpassen.
Nur ganz wenige Tier­ar­ten nut­zen Werk­zeug, Schim­pan­sen etwa, aber auch Keas oder Raben­vö­gel. Vor eini­gen Jah­ren wurde diese Fähig­keit erst­mals auch bei in Gefan­gen­schaft gehal­te­nen Indo­ne­si­schen Goffin-Kaka­dus beob­ach­tet. Sie bei­ßen etwa mit ihrem kräf­ti­gen Schna­bel läng­li­che Split­ter aus einem Holz­bal­ken oder rich­ten einen ver­zweig­ten Ast so zurecht, dass sie damit eine Nuss holen kön­nen, die außer­halb ihrer Reich­weite liegt.

Über­ra­schend
Das war für die Wis­sen­schaf­ter über­ra­schend, da die Vögel in freier Wild­bahn keine Werk­zeuge gebrau­chen und sich die Vögel diese Fähig­keit selbst aneig­ne­ten. Nun haben For­scher der Vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien über­prüft, ob die Tiere auch ver­ste­hen, dass sie ein Werk­zeug wie­der­ver­wen­den kön­nen. Dazu wur­den in Boden­nähe und in erhöh­ter Posi­tion in meh­rere Boxen Cas­hew­nüsse gelegt, die nur durch Werk­zeug erreich­bar waren.
Die Vögel muss­ten also über­le­gen, ob sie ihr Werk­zeug noch für wei­tere Nüsse brau­chen wer­den und sie es bei sich behal­ten kön­nen, ohne beim Fres­sen gestört zu sein. Spe­zi­ell bei den erhöht ange­brach­ten Boxen behiel­ten die Kaka­dus schnel­ler und öfter ein Werk­zeug bei sich und lie­ßen es nach der ers­ten Nuss nicht ein­fach fal­len. Die Goffin-Kaka­dus erkann­ten, dass es effi­zi­en­ter war, ein erfolg­rei­ches Werk­zeug nicht aufzugeben.
Den Vögeln sei nach weni­gen Ver­su­chen klar gewe­sen, dass sie das Werk­zeug vor allem dann wie­der­ver­wen­den soll­ten, wenn sie schnel­ler an die Beloh­nun­gen in den höhe­ren Boxen kom­men woll­ten.” Schließ­lich würde das Zurück­ho­len des Werk­zeugs einen höhe­ren Auf­wand bedeuten.

Autor: APA-Science/red/stem
11.06.2017

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