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Die Welt im Jahre 2030

Füh­rungs­kräfte wün­schen sich glo­ba­les Kon­zept für den tech­no­lo­gi­schen Wan­del. Mehr­heit übt Kri­tik an feh­len­der Exper­tise und unzu­rei­chen­den Maß­nah­men sei­tens Institutionen.

Füh­rungs­kräfte in aller Welt suchen nach einer gemein­sa­men und abge­stimm­ten Ant­wort auf die Her­aus­for­de­run­gen des tech­nik­ge­trie­be­nen Wan­dels. Eine von Fuji­tsu in Auf­trag gege­bene Stu­die mit 1.400 glo­ba­len Unter­neh­men zeigt, dass 84 Pro­zent eine umfas­sende Zusam­men­ar­beit als nötig erachten.
Eine Hälfte die­ser Gruppe sieht die Zustän­dig­keit pri­mär bei inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen wie etwa der UN. 46 Pro­zent fin­den, natio­nale Regie­run­gen soll­ten sich zuvor­derst die­ser Auf­gabe anneh­men, 37 Pro­zent neh­men zudem die Unter­neh­men in die Pflicht und 35 Pro­zent die Indus­trie- und Bran­chen­ver­bände. Mit 76 Pro­zent sind jedoch mehr als drei Vier­tel der Ansicht, dass ihre Regie­rung sowie inter­na­tio­nale Orga­ni­sa­tio­nen der­zeit keine aus­rei­chen­den Akti­vi­tä­ten pla­nen oder über­haupt dazu in der Lage wären. 

Die Zukunft mit zwei gegen­sätz­li­chen Szenarien
Die Sicht­wei­sen und Sor­gen der Unter­neh­mens­len­ker wur­den im Rah­men des Fuji­tsu Time­line 2030-Berichts erör­tert, eine Stu­die in Zusam­men­ar­beit mit Tra­jec­tory. Schwer­punkte sind dabei mög­li­che Fol­gen tech­no­lo­gi­scher und gesell­schaft­li­cher Ent­wick­lun­gen, von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) und Robo­tics bis hin zu altern­den Popu­la­tio­nen, dem digi­ta­len Bür­ger­we­sen oder der Inter­net­re­gu­lie­rung. Der Report skiz­ziert dabei zwei gegen­sätz­li­che Sze­na­rien – ein posi­ti­ves (The Path to Pro­spe­rity) und ein nega­ti­ves (The Road to Regres­sion). Was davon wirk­lich ein­tritt, wird vor allem durch die Aktio­nen und Reak­tio­nen der aktu­el­len Gene­ra­tion von Füh­rungs­kräf­ten, von den Zivil­ge­sell­schaf­ten und letzt­end­lich vom ein­zel­nen Indi­vi­duum bestimmt.
Die im Report her­aus­ge­ar­bei­te­ten Trends ent­stan­den im Zuge eines belast­ba­ren Früh­erken­nungs­pro­zes­ses mit der Ana­lyse einer Viel­zahl rele­van­ter Trends und dar­aus wer­den maß­geb­li­che Trei­ber in tech­ni­scher, sozia­ler und wirt­schaft­li­cher Hin­sicht sowie wei­tere zen­trale Fak­to­ren gefil­tert. Bei der Über­prü­fung der iden­ti­fi­zier­ten Trends wer­te­ten die Füh­rungs­kräfte die Auto­ma­ti­sie­rung (86 Pro­zent) als wich­tigs­ten Trend, gefolgt von lebens­lan­gem Ler­nen und der digi­ta­len Staats­bür­ger­schaft (je 73 Pro­zent). 59 Pro­zent glau­ben, dass die tech­ni­sche Ent­wick­lung bis 2030 zu posi­ti­ven Resul­ta­ten und Kon­se­quen­zen füh­ren wird. Aber auch die­ser opti­mis­tisch gestimmte Teil der Stu­di­en­teil­neh­mer sieht die unbe­dingte Not­wen­dig­keit einer glo­ba­len Zusam­men­ar­beit, so die Report-Ergebnisse.
„Die tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung kann enorme Ver­wer­fun­gen ver­ur­sa­chen, was bei den Unter­neh­men bereits heute gut zu beob­ach­ten ist”, erklärt Dun­can Tait, Cor­po­rate Exe­cu­tive Offi­cer, SEVP and Head of Ame­ri­cas and EMEIA bei Fuji­tsu. „Aber die Medaille hat auch eine andere Seite, eine mensch­li­che. Denn die Tech­nik ver­än­dert unser aller Leben im pri­va­ten wie im beruf­li­chen Bereich. Auch hier sehen wir bereits erste Fol­gen wie zum Bei­spiel das Ver­schwin­den tra­di­tio­nel­ler Qua­li­fi­ka­tio­nen sowie ein Ver­trau­ens­ver­lust gegen­über gewach­se­nen Insti­tu­tio­nen und Struk­tu­ren“, so Tait wei­ter. Und : „Wir müs­sen die Her­aus­for­de­rung anneh­men, sonst wird es pas­sie­ren, dass Men­schen zurück­blei­ben – und zwar zu viele, um sie ein­fach zu ignorieren.“ 

Bil­dung und Weiterbildung
Die Stu­di­en­teil­neh­mer zei­gen sich über­zeugt, dass der erste und zunächst wich­tigste Ansatz­punkt bei der Aus­bil­dung liegt. Mit 46 Pro­zent glaubt fast die Hälfte, das zur­zeit wirk­samste Mit­tel ist die Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung der Arbeit­neh­mer, 41 Pro­zent set­zen auf die Nach­wuchs­ar­beit in Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten. Die tech­ni­sche Infra­struk­tur – bei­spiels­weise in Gestalt von High­speed-Inter­net – steht für 37 Pro­zent im Vor­der­grund, 36 Pro­zent wie­derum stel­len neue Part­ner­schaf­ten und Koope­ra­tio­nen in den Mittelpunkt.
Für deren eigene Unter­neh­men sehen 37 Pro­zent der Füh­rungs­kräfte eine sich per­ma­nent online befin­dende Welt als wich­tigs­ten Trend der nächs­ten Jahre, 30 Pro­zent geben die Auto­ma­ti­sie­rung an und 24 Pro­zent die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung. Zudem glaubt etwa die Hälfte der Füh­rungs­kräfte, dass sie kaum oder unzu­rei­chend auf die kom­men­den Ent­wick­lun­gen vor­be­rei­tet ist – und dass sie die­ses Defi­zit selbst zu ver­ant­wor­ten hat. Etwas weni­ger als die Hälfte inves­tiert aktu­ell in Inno­va­tio­nen, 44 Pro­zent schu­len ihre Beleg­schaft. Aber nur 28 Pro­zent über­den­ken und modi­fi­zie­ren ihre Busi­ness-Stra­te­gie im Hin­blick auf die tech­no­lo­gi­schen Umwälzungen.
„Wir ste­hen am Schei­de­weg : Wir kön­nen jetzt aktiv wer­den oder müs­sen uns spä­ter mit den Fol­gen einer unge­steu­er­ten Ent­wick­lung abfin­den. Die Auto­ma­ti­sie­rung hat Aus­wir­kun­gen von enor­mer Trag­weite – aber wenn unsere Reak­tion dar­auf zu sim­pel gestrickt ist und wir Men­schen zu schnell erset­zen, wer­den wir uns mit einer inak­zep­ta­bel hohen Arbeits­lo­sig­keit und mit sozia­len Unru­hen kon­fron­tiert sehen“, betont Dun­can Tait.
„Wenn wir aber plan­voll vor­ge­hen und gemein­sam mit der Poli­tik etwa in MINT-Fach­be­rei­che, Krea­ti­vi­tät und Soft Skills inves­tie­ren, kön­nen wir die Effekte der Auto­ma­ti­sie­rung len­ken und die Talente der Men­schen bes­ser frei­set­zen für wert­schöp­fungs­in­ten­si­vere Auf­ga­ben. Es braucht eine Reform der Bil­dungs- und Aus­bil­dungs-Cur­ri­cula, die bei den jun­gen Mit­ar­bei­tern nicht nur ein Gleich­ge­wicht zwi­schen tech­ni­schen und Soft Skills beinhal­tet, son­dern auch lebens­lan­ges Ler­nen berück­sich­tigt. Ent­schei­dend ist zum einen der koope­ra­tive Cha­rak­ter, damit die ein­zel­nen Maß­nah­men nicht ein­fach ver­puf­fen, und zum ande­ren, dass der Fort­schritt mög­lichst allen zugute kommt – auch dafür tra­gen wir eine Ver­ant­wor­tung“, so der Fujitsu-Manager.

Autor: red/cc
08.02.2018

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