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Die Zukunft der Telekom-Branche

Die zukünf­tige Stra­te­gie von Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men geht in Rich­tung Platt­form­be­trei­ber und bran­chen­über­grei­fende Koope­ra­tio­nen, so eine aktu­elle inter­na­tio­nale Markt­ex­per­tise von Ernst & Young (EY).

Am gerade ent­ste­hen­den rie­si­gen IoT-Markt haben die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter als Bereit­stel­ler der Netz­werk­ver­bin­dun­gen einen ver­gleichs­weise begrenz­ten Anteil von maxi­mal 15 Pro­zent. Erschwe­rend kommt eine bis dato weit­ge­hend nur auf Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienste beschränkte Stra­te­gie dazu, die weite Teile des IoT-Markt­po­ten­zi­als nicht erfasst, so die zen­tra­len Ergeb­nisse der aktu­el­len Ana­lyse des inter­na­tio­na­len Bera­ters Ernst & Young (EY).

Stär­kere Aus­rich­tung an Nut­zen und Kunden
Viele füh­rende Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men erken­nen nun jedoch die sich bie­ten­den Chan­cen und ver­fol­gen dabei teil­weise meh­rere Stra­te­gien par­al­lel. Einer­seits tre­ten sie als eigen­stän­di­ger Platt­form­be­trei­ber mit eige­nen Lösun­gen auf und zum ande­ren gehen sie Koope­ra­tio­nen mit Dritt­an­bie­tern ein. Die Chan­cen für Euro­pas Unter­neh­men mit hohen Wachs­tums­ra­ten in den kom­men­den Jah­ren soll­ten in ers­ter Linie im B2B-Bereich lie­gen. Ein Seg­ment, wo euro­päi­sche Unter­neh­men bereits jetzt eine füh­rende Rolle spie­len sind indus­tri­elle Anwen­dun­gen, vor allem im Maschi­nen­bau. US-ame­ri­ka­ni­sche Anbie­ter stel­len ver­gleichs­weise mit dem Thema „Con­su­me­riza­tion“ den Bereich B2C mit den End­ver­brau­chern in den Vordergrund.
Eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen wird für die euro­päi­schen Tel­cos darin bestehen, tech­no­lo­gi­sche Ansätze zu bie­ten, mit denen sie neben der hoch kapi­ta­li­sier­ten und teils deut­lich pro­fi­ta­ble­ren Kon­kur­renz aus den USA und Asien bestehen kön­nen. „Um ein grö­ße­res Stück vom IoT-Kuchen abzu­be­kom­men und US-ame­ri­ka­ni­schen und asia­ti­schen Wett­be­wer­bern die Stirn bie­ten zu kön­nen, wer­den euro­päi­sche Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter ihre Stra­te­gie stär­ker am tat­säch­li­chen Nut­zen für Anwen­der und weni­ger am tech­nisch mach­ba­ren aus­rich­ten müs­sen“, so Dra­zen Lukac von EY.

Pra­xis­re­le­vante Plattformlösungen
Eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für den erfolg­rei­chen Ver­trieb von IoT-Lösun­gen ist dabei die Inte­gra­tion der ver­schie­de­nen tech­ni­schen Leis­tun­gen auf einer tech­ni­schen Platt­form, der öko­sys­tem- und bran­chen­über­grei­fende Ver­trieb über soge­nann­tes „One Stop Shop­ping“ mit einer Rech­nung sowie auch Ser­vices aus einer Hand, so die Ein­schät­zung der EY-Exper­ten. „Tel­cos kön­nen hier Anwen­dungs­fälle schaf­fen, indem sie rele­vante Hard­ware iden­ti­fi­zie­ren und die Kom­pa­ti­bi­li­tät mit der eige­nen IoT-Platt­form sicher­stel­len. So könnte man Unter­neh­men die IoT-Mög­lich­kei­ten über pra­xis­re­le­vante Anwen­dungs­fälle näher­brin­gen“, so Seve­rin Eisl, Lei­ter Tech­no­logy, Media and Tele­com­mu­ni­ca­ti­ons bei EY Österreich.
Ein wei­te­rer Punkt ist der­zeit noch geringe Wahr­neh­mung der Tel­cos als IoT-Anbie­ter – trotz­dem diese eigent­lich eine gute Aus­gangs­ba­sis hät­ten. „Ihr umfang­rei­ches Fach­wis­sen ver­schafft den Tel­cos Vor­teile, vor allem als IoT-Kon­nek­ti­vi­täts­an­bie­ter oder als Hos­ting- und Cloud-Ser­vice-Pro­vi­der“, erläu­tert Dra­zen Lukac wei­ter. „Und auch als IoT-Secu­rity-Anbie­ter kön­nen Tel­cos auf­grund ihrer Exper­tise eine wich­tige Rolle spie­len. Sie ver­fü­gen über eine gute Repu­ta­tion und haben umfang­rei­che Erfah­rung mit Sicher­heits­sys­te­men für den mobi­len Daten­ver­kehr“, betont Lukac. 

Ziel­gruppe Mittelstand
Aktu­ell richte sich ein Groß­teil der am Markt ver­füg­ba­ren IoT-Ange­bote an tech­no­lo­gi­sche Vor­rei­ter und damit bleibe die Mehr­zahl der Indus­trie­un­ter­neh­men in Europa außen vor, so EY. Gerade viele mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men sind beim Thema Digi­ta­li­sie­rung der­zeit noch mit grund­le­gen­de­ren Pro­zes­sen und Tech­no­lo­gien beschäftigt.
„Ein stär­ker kun­den­ori­en­tier­ter Ansatz bei Pro­dukt­ent­wick­lung und Ver­trieb gehört daher zu den wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen für einen grö­ße­ren Erfolg der Tel­cos in IoT-Geschäfts­fel­dern“, so Eisl abschlie­ßend. „Das Ziel muss daher sein, für ein­fa­che Anwen­dun­gen schnell umsetz­bare und unkom­pli­zierte Pro­dukte bereit­zu­stel­len.“ Siehe dazu auch Bericht: Enor­mes Geschäfts­po­ten­tial für IKT-Indus­trie.

Autor: red/czaak
11.02.2019

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