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Die zuneh­mende Trans­for­ma­tion der Arbeitswelt

Einer von fünf Arbeit­neh­me­rIn­nen plant im nächs­ten Jahr einen Job­wech­sel. Mehr Geld und inhalt­li­che Erfül­lung als Haupt­gründe. Hybri­des Arbei­ten wird blei­ben, so inter­na­tio­nale Stu­die von PwC. 

Die große Resi­gna­tion als Aus­druck im über­tra­ge­nen Sinn für eine große Kün­di­gungs­welle ist aus­ge­hend von den USA nun­mehr auch in vie­len ande­ren Tei­len der Welt ange­kom­men. Eine/​r von fünf Beschäf­tig­ten welt­weit hält es für wahr­schein­lich, in den nächs­ten zwölf Mona­ten den Arbeits­platz zu wech­seln. So lau­tet das Kern­er­geb­nis der Stu­die „Glo­bal Work­force Hopes and Fears“ von PwC unter Anga­ben zufolge 52.000 Arbeit­neh­me­rIn­nen in 44 Län­dern, die damit eine der größ­ten je durch­ge­führ­ten Umfra­gen zur Arbeits­markt­ent­wick­lung ist. 

Der Stu­die zufolge pla­nen 35 Pro­zent, ihren Arbeit­ge­ber in den nächs­ten zwölf Mona­ten um eine Gehalts­er­hö­hung zu bit­ten. Der Druck auf die Gehäl­ter ist im Tech-Sek­tor (44 Pro­zent) am höchs­ten, der nied­rigste lWert (25) betrifft den öffent­li­chen Sek­tor. Der Wunsch nach einem höhe­ren Gehalt ist für 71 Pro­zent der Befrag­ten auch der Haupt­grund für einen Job­wech­sel. Danach folgt die Suche nach einem erfül­len­den Job (69) sowie das Bedürf­nis bei der Arbeit „man selbst sein zu kön­nen“ (66 Pro­zent). Für knapp die Hälfte ist zudem die Wahl des Arbeits­or­tes entscheidend. 

Die pola­ri­sierte Belegschaft
„Neben dem enor­men Bedarf an Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­bil­dung, sind Beschäf­tigte auch auf der Suche nach ange­mes­se­ner Ent­loh­nung. Sie wol­len außer­dem mehr Kon­trolle dar­über, wie sie arbei­ten und sie ver­su­chen grö­ße­ren Sinn in ihrer Arbeit zu fin­den. Füh­rungs­kräfte müs­sen sich anpas­sen, um mit den aktu­el­len und künf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen erfolg­reich umge­hen zu kön­nen“, erklärt Nicole Pri­el­ler, New World New Skills Lea­der bei PwC Österreich. 

Frauen gaben mit einer um 7 Pro­zent gerin­ge­ren Wahr­schein­lich­keit als Män­ner an, dass sie sich ange­mes­sen ent­lohnt füh­len, wäh­rend Frauen wie­derum um 7 Pro­zent weni­ger wahr­schein­lich um eine Gehalts­er­hö­hung bit­ten wer­den. Ähn­lich bei der Beför­de­rung : 8 Pro­zent weni­ger Frauen pla­nen, ein ent­spre­chen­des Gespräch zu füh­ren – sie füh­len sich auch weni­ger von ihren Vor­ge­setz­ten akzep­tiert als ihre männ­li­chen Kollegen.

Qua­li­fi­ka­tio­nen als spal­ten­der Faktor
Die Stu­die ver­deut­licht auch signi­fi­kante Unter­schiede zwi­schen Gene­ra­tio­nen : Arbeit­neh­mer aus der Gen Z (ca. 1990 bis 2000) sind weni­ger zufrie­den mit ihrem Job und machen sich dop­pelt so häu­fig Sor­gen durch Tech­no­lo­gie ersetzt zu wer­den als die Baby Boo­mer (ab ca. 1960 bis 1980). Ein Haupt­grund der Pola­ri­sie­rung ist das Thema Qua­li­fi­ka­tio­nen. Per­so­nen mit gefrag­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen seien „eher mit ihrem Job zufrie­den sind als jene mit weni­ger gefrag­ten Fähig­kei­ten“ (70 vs. 52 Prozent). 

Um dem Fach­kräf­te­man­gel ent­ge­gen­zu­wir­ken, inves­tie­ren Unter­neh­men aktu­ell in Fort­bil­dung und höhere Löhne. Im Gegen­satz dazu scheint der Ein­satz von Tech­no­lo­gie, Auto­ma­ti­sie­rung oder auch Out­sour­cing und die Rekru­tie­rung neuer Fach­kräfte eine gerin­gere Prio­ri­tät zu haben. Nur 40 Pro­zent der Arbeit­neh­mer mei­nen, dass ihr Unter­neh­men Schritte zur Wei­ter­bil­dung setzt und nur 26 Pro­zent sagen, dass ihre Arbeit durch neue Tech­no­lo­gien ver­bes­sert wird. Beide Zah­len wei­sen auf ein erheb­li­ches Ver­bes­se­rungs­po­ten­zial hin. 

Gesprä­che über gesell­schaft­li­che Pro­bleme täg­li­ches Ritual
„In einem hart umkämpf­ten Arbeits­markt ist es umso wich­ti­ger, dass Unter­neh­men einen men­schen­ge­führ­ten und einen tech­no­lo­gie­ge­trie­be­nen Ansatz wäh­len. Der Fokus sollte auf jenen lie­gen, denen es an Qua­li­fi­ka­tio­nen man­gelt und auf Auto­ma­ti­sie­rung, die Men­schen ent­las­tet. Es geht zudem um die Aus­bil­dung von Lehr­lin­gen als auch um die Ein­stel­lung von Uni­ver­si­täts­ab­sol­ven­ten“, so Nicole Pri­el­ler von PwC.

Wei­ters zeigt die Stu­die, dass 65 Pro­zent der Arbeit­neh­mer soziale und poli­ti­sche The­men mit ihren Kol­le­gen bespre­chen, wobei der Pro­zent­satz für jün­gere Beschäf­tigte (69) und eth­ni­sche Min­der­hei­ten (73) höher ist. Wäh­rend Füh­rungs­kräfte beun­ru­higt sind, wenn sol­che etwaig pola­ri­sie­ren­den Inhalte Thema am Arbeits­platz sind, ist die Aus­wir­kung final posi­tiv. Die Stu­die zeigt zudem ein gro­ßes Inter­esse der Arbeit­neh­mer an Wirt­schaft, Klima und Gesell­schaft. Über 50 Pro­zent wol­len, dass Unter­neh­men trans­pa­rent mit ihrer Aus­wir­kung auf die Umwelt umgehen.

Abwechs­lung zwi­schen Arbeit vor Ort und Home­of­fice bevorzugt 
Beim Thema Home-Office zeigt sich immer noch, dass ein erheb­li­cher Teil der welt­wei­ten Beleg­schaft (45 Pro­zent) nicht „remote“ arbei­ten kann und diese sind weni­ger zufrie­den mit ihrer Arbeit als die­je­ni­gen, die hybrid oder voll­stän­dig remote arbei­ten. 62 Pro­zent der Beschäf­tig­ten bevor­zu­gen eine Mischung aus Prä­senz- und Fer­n­ar­beit. 26 Pro­zent wür­den gerne voll­stän­dig remote arbei­ten, 11 Pro­zent der Arbeit­neh­mer wol­len aus­schließ­lich in Prä­senz arbeiten. 

„Hybrid­ar­beit wird sich durch­set­zen. Das genaue Ver­hält­nis zwi­schen Büro- und Heim­ar­beits­zeit wird vari­ie­ren, aber die Unter­neh­men müs­sen expe­ri­men­tie­ren und sich anpas­sen. Dazu gehört auch, dass sie sich mit den Fak­to­ren befas­sen, die die Bin­dung an das Unter­neh­men erhö­hen, wie Authen­ti­zi­tät, sinn­volle Arbeit und Lohn­trans­pa­renz“, erklärt Nicole Pri­el­ler, New World New Skills Lea­der bei PwC Österreich. 

Autor: red/mich
13.06.2022

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