
Europas kritische US-Abhängigkeiten
In den letzten Jahren wurde in Europa viel über eine Abhängigkeit gesprochen. Gemeint war die von russischer Energie. In den letzten Wochen nun wird im Kontext mit dem Schlagwort „Digitale Souveränität“ eine weitere kritische Abhängigkeit erstmals breiter thematisiert. Es geht um neue Technologien und Digitalisierung und um diesbezügliche Abhängigkeiten von einer Handvoll US-Tech-Konzernen und den gesetzlichen Möglichkeiten der US-Administration.
Alle, alle Ebenen unserer gängigen Informations- und Kommunikationstechniken hängen an US-Unternehmen. Das betrifft Netzwerke, Betriebssysteme, Software, E‑Mail, Messenger, Soziale Medien und Cloud-Dienste. Neben der rein technischen Ebene gibt es auch eine rechtliche Komponente, da alle US-Anbieter der angeführten Technologien und Dienste nicht europäischem, sondern US-Recht unterliegen. Damit müssen Anweisungen von US-Behörden umgesetzt werden – ob es den Tech-Bros. passt oder nicht. Das gilt auch und insbesondere in Europa, wie aktuelle Fälle etwa am Internationalen Strafgerichtshof im niederländischen Den Haag zeigen.
Das aktuelle Dossier erörtert nun in drei Text-Bereichen die Technologien und US-Anbieter (Text “Europa hängt an der US-Nadel”), weiters, wie könn(t)en die USA diese Abhängigkeiten aktuell verwenden (Text “Ständige Gefahr des Abdrehens”), und schließlich, wie und mit welchen europäischen Anbietern kann sich Europa aus diesen Abhängigkeiten befreien (Text “Wege aus US-Abhängigkeiten”). Dieses Dossier wurde gemeinsam und sozusagen generationenübergreifend von Rudi Czaak (Recherche, Text) und Laurin Czaak (HAK-Schüler, Recherche) und Christian Czaak (Recherche, Text, Lektorat) erstellt. Die angeführten Zahlen stammen aus Studien, von internationalen Marktforschern, aus Herstellerangaben und von Tech-Interessensverbänden.

