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© ROOTS HAUS_Nicky Webb

Durch­bruch bei Umrüs­tung auf erneu­er­bare Ener­gie­for­men in urba­nen Gebäuden

Unter­neh­men Roots Energy ent­wi­ckelt modu­la­res Bau­kas­ten­sys­tem für erneu­er­bare Ener­gie­lö­sun­gen in bestehen­den Gebäu­den. Erst­mals schritt­weise Umrüs­tung zu deut­lich redu­zier­ten Kos­ten mög­lich. Emp­feh­lung von Kli­ma­fonds und Stadt Wien als Vorzeigeprojekt

In Wien wurde ges­tern ein neuer Mei­len­stein für die Umrüs­tung auf erneu­er­bare Ener­gie­for­men in bestehen­den Gebäu­den eta­bliert : Das Wie­ner Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Roots Energy hat mit sei­nem „Roots Haus“ sein neues Haupt­quar­tier eröff­net und damit euro­pa­weit das erste Real­la­bor für die modu­lare Umstel­lung auf erneu­er­ba­res Hei­zen und Küh­len im urba­nen Immobilienbestand. 

Im neuen „Roots Haus“ wird auf sechs Eta­gen und fast 1.000 m² Flä­che das spe­zi­elle Roots Sys­tem gezeigt und künf­tig lau­fend wei­ter­ent­wi­ckelt. Mit die­ser inno­va­ti­ven Ent­wick­lung ist nun erst­mals eine schritt­weise und indi­vi­du­ell pass­ge­naue Umrüs­tung von fos­si­len auf erneu­er­bare Heiz­lö­sun­gen in bewohn­ten Wohn­haus­an­la­gen zu deut­lich redu­zier­ten Kos­ten möglich.

Die urbane Ener­gie­wende wird zur Realität
Der bewohnte, mehr­ge­scho­ßige Gebäu­de­be­stand schien lange als kaum lös­ba­res Pro­blem der Wär­me­wende : Kom­plexe Tech­nik, hohe Kos­ten, recht­li­che Hür­den und unter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen der Eigen­tü­me­rIn­nen ließ eine Hei­zungs­um­stel­lung meist nicht rea­li­sier­bar zu machen. Genau hier setzt das Roots Sys­tem an. Zen­trale Kes­sel und dezen­trale Gas­ther­men wer­den schritt­weise durch ein Wär­me­sys­tem ersetzt, das auf unter­schied­li­che Umwelt­wär­me­quel­len wie Luft und Erde in der Umge­bung des Wohn­ge­bäu­des zurückgreift. 

„Wir zei­gen, dass die Hei­zungs­um­stel­lung im Bestand ein­fach umsetz­bar und wirt­schaft­lich sinn­voll ist. Wir stan­dar­di­sie­ren, was bis­her jedes Mal neu gedacht wer­den musste – damit Pla­ner ent­las­tet und Instal­la­tio­nen ein­fa­cher und güns­ti­ger wer­den“, betont Gerald Stangl, Co-Geschäfts­füh­rer von Roots Energy. 

Bewährte Tech­nik als fle­xi­bles Bau­kas­ten­sys­tem neu gedacht und umgesetzt
Tech­no­lo­gisch betrach­tet arbei­tet das Roots Sys­tem mit bekann­ten Ener­gie­for­men wie Umwelt­wärme aus Erde und Luft, Wär­me­pum­pen oder Sole­lei­tun­gen. Der Unter­schied liegt in der Modu­la­ri­sie­rung und Stan­dar­di­sie­rung. Alles, was eine Hei­zungs­um­stel­lung bis­lang auf­wen­dig, teuer und oft unmög­lich gemacht hat – die Aus­le­gung, die zen­trale Hydrau­lik sowie Mess‑, Steuer- und Regel­tech­nik – wird bei Roots in stan­dar­di­sierte Pro­dukte über­führt und als Sys­tem-Bau­kas­ten zur Ver­fü­gung gestellt.

Im ers­ten Schritt wird die Ener­gie über ein soge­nann­tes Solen­etz bezo­gen und ver­teilt. Dies ist ein ein­fach zu ver­le­gen­des Lei­tungs­netz, das jedes Gebäude ver­sorgt. Ein­fa­che Kalt­was­ser­lei­tun­gen wer­den par­al­lel zur Gas­ver­sor­gung durch das Haus vor jede Woh­nung gezo­gen. Eine auf­wen­dige Kern­sa­nie­rung ist keine Vor­be­din­gung. Wurde die Woh­nung zuvor mit einer dezen­tra­len Gas­therme beheizt, so erhält jede Wohn­ein­heit einen Anschluss­punkt, an den eine kom­pakte Sole-Wär­me­pumpe mit Warm­was­ser­spei­cher (Anm. die soge­nannte Sole­therme) ange­schlos­sen wer­den kann. 

Roots·Hub als kom­pakte Ein­heit für Hydrau­lik, Mess‑, Steuer- und Regeltechnik
Dies erfolgt an der­sel­ben Posi­tion wie das Bestands­ge­rät. Die Bewoh­ne­rIn­nen ent­schei­den dann in einem zwei­ten Schritt selbst, wann sie umstei­gen wol­len. Dank die­ser Sys­te­ma­tik kann die Umstel­lung schon bei der Zustim­mung der Mehr­heit der Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­mein­schaft erfol­gen, es braucht keine 100 Pro­zent Zustim­mung mehr, woran viele Pro­jekte in der Ver­gan­gen­heit geschei­tert sind. 

Das Herz­stück des Sys­tems ist der soge­nannte Roots·Hub, eine kom­pakte Ein­heit für Hydrau­lik, Mess‑, Steuer- und Regel­tech­nik. Für die Ener­gie­quel­len wird meist eine Kom­bi­na­tion aus Erd- und Luft­wärme ein­ge­setzt. Das erhöht die Effi­zi­enz und ermög­licht auch das Küh­len. Die Luft­wärme wird durch den Roots·Absorber auf­ge­nom­men, ein geräusch­lo­ses, bewil­li­gungs­freies Pro­dukt, das sich beson­ders gut für den Ein­satz im urba­nen Raum eignet.

Roots Haus kom­bi­niert Labor, Treff­punkt und Leuchtturmprojekt
Das Roots Haus als neues Haupt­quar­tier des Unter­neh­mens ist ein öko­lo­gisch sanier­tes Gebäude aus den 1970er Jah­ren, in dem das gesamte Roots Sys­tem ver­baut wurde und ab nun auch wei­ter­ent­wi­ckelt wird. An sei­nem Stand­ort in der Lin­zer Straße 76 im 14. Wie­ner Gemein­de­be­zirk lässt sich somit das Roots-Sys­tem in sei­ner Gesamt­heit erle­ben – von der Umwelt­wär­me­quelle über das Solen­etz bis hin zur Wär­me­pumpe in der Wohnung. 

„Wir haben mit dem Roots Haus einen Ort geschaf­fen, an dem man die Wär­me­wende nicht nur ver­ste­hen, son­dern auch erle­ben kann – mit­ten in einem typi­schen Wie­ner Bestands­ge­bäude. Damit bewei­sen wir : Erneu­er­bare Sys­teme sind im Wohn­be­reich fos­si­len Hei­zun­gen in jeder Hin­sicht über­le­gen“, sagt Hüseyin Özce­lik, Co-Geschäfts­füh­rer von Roots Energy. „Sie hei­zen genauso zuver­läs­sig, ermög­li­chen Küh­len und sind deut­lich güns­ti­ger im Betrieb“, betont Özcelik.

Nomi­nie­rung als Mus­ter­haus von Kli­ma­fond und als Vor­zei­ge­pro­jekt von Stadt Wien
Das neue Roots-Haus dient aber nicht nur als Ent­wick­lungs­zen­trum und Büro für das Team, son­dern auch als Treff­punkt für die Wär­me­wende-Szene und als Schu­lungs­ort für Fach­pla­ne­rIn­nen. Es wurde vom Kli­ma­fonds als Mus­ter­haus geför­dert und bil­det den typi­schen urba­nen Gebäu­de­be­stand in Mit­tel­eu­ropa rea­li­täts­nah ab. 

Der­zeit setzt Roots meh­rere Pro­jekte in Wien und Salz­burg um. Das Unter­neh­men berei­tet aktu­ell die Ska­lie­rungs­phase vor. Im Fokus ste­hen insti­tu­tio­nelle Eigen­tü­mer, Fach­pla­ner und Bau­trä­ger öster­reich­weit. Auch eine Expan­sion in den deut­schen Markt ist geplant. Auch die Stadt Wien beschreibt Haus wie Pro­jekt als Vor­zei­ge­bei­spiel für nach­hal­tige ener­ge­ti­sche Gebäudesanierung. 

Autor: red/czaak
27.06.2025

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