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Ein neuer Königs­weg zur Gewichtsreduktion

Eine Magen­ope­ra­tion erscheint als der schnelle Weg zur Ide­al­fi­gur. So ein­fach ist es aber nicht.

Nach einem baria­tri­schen Ein­griff wie etwa einem Magen-Bypass stel­len sich lang­fris­tig durch­wegs posi­tive Ergeb­nisse ein. Nicht nur in Hin­blick auf eine dau­er­hafte Gewichts­re­duk­tion, son­dern auch was die Sta­bi­li­tät der Hals­ge­fäße, das mensch­li­che Erb­gut und die Leis­tungs­fä­hig­keit des Fett­stoff­wech­sels betrifft. Das sind die Ergeb­nisse der vom Wis­sen­schafts­fonds FWF geför­der­ten Stu­die “Lang­zeit­ef­fekte einer Gewichts­ab­nahme auf Atherosklerose”.
Über einen Zeit­raum von zehn Jah­ren wur­den 173 Pati­en­ten beglei­tet. “Es zeigt sich”, so Stu­di­en­lei­ter Chris­toph Eben­bich­ler von der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck, “dass diese Art von Ein­griff höchst erfolg­reich und nach­hal­tig ist.” Ist das ein All­heil­mit­tel für eine Gesell­schaft, die ten­den­zi­ell mehr und mehr zu Über­ge­wicht neigt ? Eben­bich­ler bremst die Erwar­tungs­hal­tung ein. “Unsere Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sind alle­samt meta­bo­lisch Erkrankte.” Das heißt, sie lei­den an krank­haf­ter Adi­po­si­tas, wel­che durch Maß­nah­men der Diä­to­lo­gie und Bewe­gung nicht mehr redu­ziert wer­den kann. 

Kein schlich­ter Eingriff
Es han­delt sich auch nicht um einen schlich­ten Ein­griff : “Die Ope­ra­tion ist ein zen­tra­ler Aspekt, die Ernäh­rungs­um­stel­lung, die The­ra­pie danach, die sich teil­weise über Jahre zieht, sind ebenso wich­tig.” Nach zehn Jah­ren und 173 unter­such­ten Per­so­nen konnte gezeigt wer­den, dass zum einen die Wand­stärke der Hals­ge­fäße sta­bil bleibt. Die Wand­stärke gibt Aus­kunft über das Risiko an Herz-Gefäß­krank­hei­ten zu erkran­ken. Zudem schüt­zen baria­tri­sche Ein­griffe das mensch­li­che Erb­gut. Bei jeder Zell­tei­lung legen sich Telo­mere schüt­zend um das Ende des Erb­guts und schüt­zen es davor, abge­schnit­ten zu wer­den. Mit zuneh­men­dem Alter nimmt die Telo­mer­länge ab, ein Pro­zess, der durch einen baria­tri­schen Ein­griff umge­kehrt wird.
Und schließ­lich sinkt die Kon­zen­tra­tion des Pro­te­ins PCSK‑9 wodurch auf der Ober­flä­che der Leber­zel­len wie­der mehr Andock­stel­len für Blut­fett vor­han­den sind. Im Gegen­zug steigt die Fähig­keit der Leber mit­un­ter schäd­li­ches Blut­fett (wel­ches zu Gefäß­er­kran­kun­gen füh­ren kann) auf­zu­neh­men und zu ver­ar­bei­ten. Die Kran­ken­kasse zeigt sich übri­gens “groß­zü­gig”, so Eben­bich­ler. Aber es rech­net sich für die Kasse, erklärt der Medi­zi­ner, “nach zwei Jah­ren ist die Inves­ti­tion der Kasse kosteneffektiv”.

Autor: red/stem/cc
31.05.2017

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