Zum Inhalt
© Pexels.com/Rostislav Uzunov

Ein Quan­ten­sprung beim Quantencomputing

Phy­si­ker der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten und Uni Wien rea­li­sie­ren mit Kol­le­gen aus China und Japan erst­mals einen Mecha­nis­mus zur Feh­ler­kor­rek­tur in Quantencomputern.

Quan­ten­com­pu­ter sind über­aus kom­plex und reagie­ren ent­spre­chend emp­find­lich auf äußere Ein­flüsse. Das erschwert auch Berech­nun­gen, weil sich immer Feh­ler ein­schlei­chen kön­nen, etwa wenn ein Quan­ten-Bit (Anm. Qubit) unge­wollt sei­nen Zustand ändert. 

In einem klas­si­schen Com­pu­ter ent­sprä­che das dem uner­wünsch­ten Schal­ten eines Bits. Dort kön­nen Feh­ler kor­ri­giert wer­den, indem ein Bit mehr­fach kopiert wird und die Mehr­heit der Kopien den rich­ti­gen Wert behält. In der Quan­ten­welt ist das deut­lich kom­pli­zier­ter, da sich Quan­ten­in­for­ma­tion nicht kopie­ren lässt.

Feh­ler­kor­rek­tur in opti­schen Quantencomputern
Ein Team rund um Anton Zei­lin­ger von der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) und der Uni­ver­si­tät Wien sowie um Jian-Wei Pan von der Uni­ver­sity of Sci­ence and Tech­no­logy of China hat nun mit­tels Quan­ten­te­le­por­ta­tion eine neue Methode zur Feh­ler­kor­rek­tur entwickelt. 

“Wir haben gezeigt, dass sich Feh­ler­kor­rek­tur in opti­schen Quan­ten­com­pu­tern umset­zen lässt”, sagt Manuel Erhard vom Insti­tut für Quan­ten­op­tik und Quan­ten­in­for­ma­tion der ÖAW. „Der zugrun­de­lie­gende Ansatz ist erst ein Mach­bar­keits­nach­weis aber fle­xi­bel genug, um in Zukunft tat­säch­lich Feh­ler­kor­rek­tur von Quan­ten­in­for­ma­tion in Quan­ten­com­pu­tern und ‑Netz­wer­ken zu erlauben.“

Tele­por­ta­tion als Schlüssel
Der Schlüs­sel dafür ist die Quan­ten­te­le­por­ta­tion. Im Expe­ri­ment haben die For­scher drei Pho­to­nen­paa­ren in kom­pli­zierte Ver­schrän­kungs­zu­stände gebracht. Eines der sechs Pho­to­nen trägt die Infor­ma­tion, die gegen Feh­ler gesi­chert wer­den soll. Drei wei­tere Pho­to­nen fun­gie­ren als Sys­tem, das die Infor­ma­tion erhält und die Ent­de­ckung von Feh­lern ermöglicht. 

Die rest­li­chen zwei Pho­to­nen wer­den für den eigent­li­chen Tele­por­ta­ti­ons­pro­zess und die Kon­trolle des Sys­tems gebraucht. „Mit unse­rem Expe­ri­ment konn­ten wir die Qua­li­tät der Qubits signi­fi­kant erhö­hen“, sagt Chef-Quan­ten­phy­si­ker Anton Zei­lin­ger. „Das ist ein wich­ti­ger ers­ter Schritt, um Quan­ten­com­pu­ter robus­ter gegen­über Feh­lern zu machen.“

Autor: red/czaak
10.09.2021

Weitere aktuelle Artikel

Men­schen hadern seit jeher mit der Ver­gäng­lich­keit des oder zumin­dest eines Lebens. Frü­her wurde der Jung­brun­nen gesucht, heute inves­tie­ren Mil­li­ar­däre in die Kon­trolle des Alterns und Auto­kra­ten las­sen medi­zi­ni­sche Wun­der­mit­tel erpro­ben. Eine His­to­ri­ke­rin der ÖAW ord­net nun die Sehn­sucht nach der Ver­län­ge­rung des irdi­schen Daseins ein.  Das soge­nannte Lon­ge­vity ist schon län­ger eine Art Trend. […]
TU Wien ent­wi­ckelt neues 3D-Druck-Ver­fah­ren zur Her­stel­lung von bio­lo­gi­schem Gewebe. Ein Anwen­dungs­ge­biet ist etwa die For­schung an Haut­krank­hei­ten. Neue Methode soll dabei auch die mehr­fach schwie­ri­gen Tier­ver­su­che ersetzen. Rund ein Vier­tel der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung lei­det unter chro­nisch ent­zünd­li­chen Haut­krank­hei­ten wie Pso­ria­sis, Neu­ro­der­mi­tis oder Akne. The­ra­pien dafür zu erfor­schen ist oft schwie­rig. Die schon ein­mal ethisch […]
Metalle und Stahl­pro­dukte wer­den in gro­ßen Volu­mina für ver­schie­denste Erzeu­gun­gen benö­tigt. Roh­stoffe auf wenige Her­kunfts­ge­biete beschränkt. Her­stel­lung ener­gie­in­ten­siv und Recy­cling­quote nied­rig. Neues För­der­pro­gramm von SPRIND adres­siert neue Kreislaufmodelle. Kri­ti­sche Metalle sind zen­tra­ler Bestand­teil der ver­schie­dens­ten Her­stel­lungs­ver­fah­ren und betriebs­über­grei­fen­den Pro­duk­ti­ons­ket­ten. Die Anwen­dun­gen erstre­cken sich von High­tech-End­pro­duk­ten und erneu­er­ba­ren Ener­gie­tech­no­lo­gien über die Luft- und Raum­fahrt bis hin […]
Nie­der­ös­ter­rei­chi­sches Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) erhält von Uber-Mit­be­grün­der Garett Camp Spende über fünf Mil­lio­nen Euro. Im Fokus ste­hen neue For­schun­gen zu KI im engen Kon­text mit den The­men men­schen­zen­trierte Ver­trau­ens­wür­dig­keit und gesell­schaft­li­ches Gemeinwohl.  Das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) in Klos­ter­neu­burg (NÖ) hat vom kana­di­schen Unter­neh­mer Gar­ret Camp, ein Mit­be­grün­der […]
Aku­tes Nie­ren­ver­sa­gen ver­hin­dert lebens­wich­tige Ent­gif­tung des Kör­pers. Ärzte der Med-Uni Inns­bruck ent­wi­ckeln für Nie­ren­er­satz­the­ra­pie neues extra­kor­po­ra­les Blut­rei­ni­gungs­ver­fah­ren gegen gefähr­li­che Übersäuerung. Die Niere ist ein lebens­wich­ti­ges Organ, das für die Ent­gif­tung von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten und die Auf­recht­erhal­tung des Säure-Basen Haus­hal­tes ver­ant­wort­lich ist. Bei einem aku­ten Nie­ren­ver­sa­gen pas­siert (auch) eine schäd­li­che Über­säue­rung des Kör­pers. Die Behand­lung erfolgt dann mit­tels einer […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram