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Eine ver­diente Bühne für den Nachwuchs

Die Öster­rei­chi­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ver­gab die dies­jährigen Aus­zeich­nun­gen für junge Spitz­for­scher. Juden-Pogrome, Migra­tion, Che­mie, Bio­lo­gie oder Ener­gie als inhalt­li­che Schwer­punkte der prä­mier­ten Projekte.

Ein­mal jähr­lich prä­miert die Öster­rei­chi­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) her­aus­ra­gende Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, die am Anfang ihrer Kar­riere ste­hen. Im heu­ri­gen Jahr wur­den an 16 For­sche­rIn­nen aus den ver­schie­dens­ten Dis­zi­pli­nen ins­ge­samt 12 Preise verliehen.

Otto-Vogl-Preis und Richard G. Plaschka-Preis
Beate Stel­ler, Che­mi­ke­rin, die mole­ku­lare Modelle zum bes­se­ren Ver­ständ­nis von Ober­flä­chen­pro­zes­sen erforscht, wurde mit dem am höchs­ten dotier­ten Otto Vogl-Preis von 5.000 Euro aus­ge­zeich­net. Mit Stel­lers Model­len kön­nen Käfig­struk­tu­ren ver­schie­de­ner Legie­run­gen und Ver­bin­dun­gen, wie sie etwa bei hete­ro­ge­nen Misch­ka­ta­ly­sa­to­ren oder Supra­lei­tern zur Anwen­dung kom­men, auf ihr Reak­ti­ons­ver­hal­ten unter­sucht wer­den. Mit 26 Jah­ren ist Beate Stel­ler auch die jüngste Preis­trä­ge­rin. Sie wurde für ihre Mas­ter­ar­beit an der TU Graz mit dem Otto-Vogl-Preis prä­miert, benannt nach dem in Trais­kir­chen gebo­re­nen US-Che­mi­ker (1927 – 2013).
Eva Reder, His­to­ri­ke­rin, forscht zu Pogro­men gegen die jüdi­sche Bevöl­ke­rung in Polen. Sie erhielt den mit 4.000 Euro dotier­ten Richard G. Plaschka-Prei­ses. Im Zen­trum ihrer Arbeit ste­hen die Jahre 1918 bis 1920 sowie 1945 und 1946, wo es gehäuft zu anti­se­mi­tisch moti­vier­ter Gewalt durch die Mehr­heits­be­völ­ke­rung gekom­men ist. Reder pro­mo­vierte an der Uni­ver­si­tät Wien, sie unter­suchte meh­rere Pogrome anhand von Mili­tär- und Gerichts­ak­ten sowie Zeu­gen­aus­sa­gen. 2019 wird ihre Dis­ser­ta­tion im Ver­lag des Her­der-Insti­tuts erscheinen.
Chris­toph Novak, Poli­tik­wis­sen­schaft­ler wurde für seine For­schungs­ar­beit über die soziale Akzep­tanz von Mus­li­men in Zürich und Wien mit dem ebenso mit 4.000 Euro dotier­ten Dis­ser­ta­ti­ons­preis für Migra­ti­ons­for­schung aus­ge­zeich­net. Der Dok­to­rand an den Uni­ver­si­tä­ten Genf und Wien forscht zur sprach­li­chen Kon­struk­tion von Zuge­hö­rig­keit, ins­be­son­dere im Span­nungs­feld von Groß­städ­ten. Hier ist gleich­zei­tig ein viel­fäl­ti­ges und fried­li­ches Zusam­men­le­ben auf engem Raum gege­ben wie auch anti-mus­li­mi­sche, ras­sis­ti­sche Dis­kurse. Mit­tels nar­ra­ti­ven Inter­views sowie Foto-Inter­views erforscht Novak, wie sich junge mus­li­mi­sche Erwach­sene in ihrem sozia­len Umfeld sprach­lich dar­stel­len und sich selbst darin verorten.

Die gesam­mel­ten Preisträger
Otto Vogl-Preis an Beate Stel­ler (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Graz) für : „Dior­ga­notin Dihy­drides as Buil­ding Blocks for func­tion­a­li­sed Oli­go­mers and σ‑conjugated Materials“
 
Karl Schlögl-Preis an Michael Schau­perl (aktu­ell Uni­ver­sity of Cali­for­nia, San Diego) für : „Enthal­pic and Entro­pic Con­tri­bu­ti­ons to Bio­mole­cu­lar Reco­gni­tion“ und Saad Shaa­ban (Uni­ver­si­tät Wien) für seine Dis­ser­ta­tion : „I. The keten­imi­nium ion : A Con­ve­ni­ent Syn­the­tic Inter­me­diate. II. Redox reac­tions : Metal-Free Redox Trans­for­ma­ti­ons for C‑C and C‑N Bond Construction“
 
Preis für Paläo­bio­lo­gie an Tho­mas Sutt­ner (Natur­his­to­ri­sches Museum Wien), für seine For­schun­gen zur Bio­stra­ti­gra­phie und Paläo­bio­lo­gie von Conodonten

Walt­her E. Petra­scheck-Preis an David Misch (Mon­tan­uni­ver­si­tät Leo­ben) für seine Publi­ka­tio­nen auf den Gebie­ten der Erd­öl­geo­lo­gie und der Sedimentologie.
 
Best Paper Award an José Luis Romero (Uni­ver­si­tät Wien und Insti­tut für Schall­for­schung der ÖAW) für : „Sam­pling theo­rems for shift-inva­ri­ant spaces, Gabor frames, and totally posi­tive functions“
 
Roland Ate­fie-Preis zu glei­chen Tei­len an Michaela Quast-Neu­lin­ger (Uni­ver­si­tät Inns­bruck) für ihre Dis­ser­ta­tion „Zwi­schen Dolo­ris­mus und Per­fek­tio­nis­mus. Kon­tu­ren einer ‚Poli­ti­schen Theo­lo­gie der Ver­wund­bar­keit‘ im Aus­gang von Talal Asad“ und Michael Stad­ler (Uni­ver­si­tä­ten Wien und Fer­rara) für seine Dis­ser­ta­tion „The Onto­lo­gi­cal Nature of Part-Whole-Oscil­la­ti­ons. An Inter­di­sci­pli­nary Determination“

Jubi­lä­ums­preis des Böhlau Ver­la­ges Wien zu glei­chen Tei­len an Paul Keck­eis (Uni­ver­si­tät Kla­gen­furt) für seine Dis­ser­ta­tion „Robert Walsers Gat­tun­gen“ und Bruno Lang­meier (der­zeit Uni­ver­si­tät Würz­burg) für seine Dis­ser­ta­tion „Ord­nung in der Polis. Grund­züge der poli­ti­schen Phi­lo­so­phie des Aristoteles“.
 
Richard G. Plaschka-Preis an Eva Reder (Uni­ver­si­tät Wien) für ihre Dis­ser­ta­tion „Pogrome im Schat­ten pol­ni­scher Staats­bil­dung 1918 – 1920 und 194546 : Aus­lö­ser, Motive, Prak­ti­ken der Gewalt“ und Bálint Varga (Unga­ri­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten) für seine Mono­gra­phie „The Monu­men­tal Nation : Magyar Natio­na­lism and Sym­bo­lic Poli­tics in Fin-de-siè­cle Hun­gary“ (Berg­hahn Books, New York 2016)
 
Gus­tav Fig­dor-Preis für Rechts‑, Sozial- und Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten an Susanne Schwab (Uni­ver­si­tät Wien) für ihre For­schun­gen im Bereich schu­li­scher Inklusion
 
Gus­tav Fig­dor-Preis für Sprach- und Lite­ra­tur­wis­sen­schaf­ten an Ger­not Howa­nitz (Uni­ver­si­tät Pas­sau) für seine Dis­ser­ta­tion „Web tex­ten. Text leben. Leben weben. (Auto-)Biographische Prak­ti­ken im lite­ra­ri­schen Runet“.
 
Dis­ser­ta­ti­ons­preis für Migra­ti­ons­for­schung an Chris­toph Novak (Uni­ver­si­tät Wien) für sein Dis­ser­ta­ti­ons­pro­jekt „Poli­tics of Belon­ging in Diverse Space. Qua­li­ta­tive Ana­ly­sis of Nar­ra­ti­ves about Daily Life and Local Space of Young Mus­lims Living in Vienna and Zurich“
 
Aus­zeich­nung der bes­ten Publi­ka­tion (Jubi­lä­ums­fonds der Stadt Wien für die ÖAW) an Marieke Brandt (Insti­tut für Sozi­al­an­thro­po­lo­gie der ÖAW) für ihre Mono­gra­phie „Tri­bes and Poli­tics in Yemen. A History oft he Hou­t­hic Con­flict“ (Hurst & Com­pany, Lon­don 2017).

Autor: red/mc
22.11.2018

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