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Ein­kom­mens­schwa­che Haus­halte wei­ter unter Druck

Im pri­va­ten Bereich ist Zahl eröff­ne­ter Schul­den­re­gu­lie­rungs­ver­fah­ren gerin­ger als erwar­tet gestie­gen, durch­schnitt­li­ches Schul­den­aus­maß sinkt. Situa­tion wei­ter ange­spannt, so aktu­elle Berech­nun­gen des KSV1870. 

Neben dem Thema Fir­men­in­sol­ven­zen (eco­nomy berich­tete) hat sich der Kre­dit­schutz­ver­band von 1870 (KSV1870) auch die Daten der Pri­vat­kon­kurse im ers­ten Quar­tal 2024 ange­schaut. Laut Hoch­rech­nung wur­den im ers­ten Quar­tal 2024 in Öster­reich 2.265 eröff­nete Schul­den­re­gu­lie­rungs­ver­fah­ren (25 Fälle pro Tag) gezählt. Das sind um rund vier Pro­zent mehr als im Vorjahr. 

Dabei ver­zeich­net ledig­lich das Bur­gen­land einen signi­fi­kan­ten Rück­gang (- 44 Pro­zent), alle ande­ren Bun­des­län­der ver­mel­den Zuwächse. Im Gegen­satz zu den Fall­zah­len sind die Pas­siva um rund drei Pro­zent auf 220 Mio. Euro leicht rück­läu­fig. Damit sinkt auch das Schul­den­aus­maß pro Schuld­ner auf 97.000 Euro (- 7.000 Euro). Auf­grund der aktu­el­len Ent­wick­lung erwar­tet der KSV1870 am Jah­res­ende rund 9.500 eröff­nete pri­vate Schuldenregulierungsverfahren.

Ver­gan­ge­nes Jahr große finan­zi­elle Belas­tung für hei­mi­sche Privathaushalte
Obwohl sich die Infla­tion im Jah­res­ver­lauf 2023 ein­ge­bremst hat, stellte das ver­gan­gene Jahr eine große finan­zi­elle Belas­tung für die hei­mi­schen Pri­vat­haus­halte dar. Dafür ver­ant­wort­lich ist laut Wirt­schafts­for­schung neben den im Vor­jahr gestie­ge­nen Ver­brau­cher­prei­sen auch das gene­rell recht hohe Preis­ni­veau in Öster­reich. Das hat zwar zur Folge, dass Pri­vat­per­so­nen in finan­zi­ell pre­kä­ren Zei­ten ihren Kon­sum — dort wo es mög­lich ist — ein­schrän­ken und auf das Not­wen­digste redu­zie­ren, den­noch gelingt es vie­len nicht mehr, ihre finan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen voll­um­fäng­lich zu stemmen. 

Auf­grund die­ser Ent­wick­lung wur­den seit Jah­res­be­ginn 2.265 Schul­den­re­gu­lie­rungs­ver­fah­ren eröff­net, was einer Stei­ge­rung von 4,2 Pro­zent gegen­über dem Ver­gleichs­zeit­raum des Vor­jah­res ent­spricht. „Diese Ent­wick­lung ist die Fort­set­zung des Vor­jah­res­ni­veaus. Trotz per­sön­li­cher Ein­schrän­kun­gen geht es sich infolge der anhal­tend äußerst her­aus­for­dern­den Wirt­schafts­lage für viele Men­schen finan­zi­ell nicht mehr aus. Für sie ist eine geord­nete Ent­schul­dung der ein­zige Aus­weg“, erklärt Karl-Heinz Götze, Lei­ter KSV1870 Insolvenz. 

Das Niveau des Jah­res 2023 setzt sich fort
Der bun­des­weite Anstieg an eröff­ne­ten Schul­den­re­gu­lie­rungs­ver­fah­ren spie­gelt sich in sämt­li­chen Regio­nen wider, mit einer Aus­nahme. Das Bur­gen­land ver­zeich­net mit einem Minus von 44 Pro­zent als ein­zi­ges Bun­des­land einen mas­si­ven Rück­gang bei den pri­va­ten Plei­ten. Alle ande­ren acht Bun­des­län­der ver­mel­den Zuwächse. Am deut­lichs­ten fällt die­ser in der Stei­er­mark mit plus 11 Pro­zent aus. Wien ver­zeich­net einen Anstieg von 8 Pro­zent. Par­al­lel dazu wer­den hier mit 795 eröff­ne­ten Schul­den­re­gu­lie­rungs­fäl­len auch die meis­ten Fälle gezählt.

Im Gegen­satz zu den Fall­zah­len sind die vor­läu­fi­gen Ver­bind­lich­kei­ten im ers­ten Quar­tal 2024 auf 220 Mio. Euro leicht rück­läu­fig. Gegen­über dem Vor­jahr weist die KSV1870 Hoch­rech­nung ein Minus von rund drei Pro­zent aus. So ist auch das durch­schnitt­li­che Schul­den­aus­maß etwas gesun­ken, von 104.000 auf 97.00 Euro pro Schuld­ner. Gene­rell spitzt sich die Lage für die ein­kom­mens­schwä­che­ren Haus­halte wei­ter zu. Aus heu­ti­ger Sicht erwar­tet der KSV1870 jeden­falls einen wei­te­ren Anstieg und geht von rund 9.500 Fäl­len am Jah­res­ende aus.

Autor: red/czaak
23.04.2024

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