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Elek­tro­nik aus dem Drucker

Auto­rück­leuch­ten, die nur mehr ein Sechs­tel wie­gen, oder neue Bedien­ele­mente für Wasch­ma­schi­nen : Ein für den Staats­preis Inno­va­tion nomi­nier­tes Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren ermög­licht neue Wege in der Produktgestaltung.

Prin­ted elec­tro­nics bezie­hungs­weise gedruckte Elek­tro­nik, so nennt die Salz­bur­ger Bil­ton Inter­na­tio­nal ihre Methode, Schalt­kreise und Lei­ter­bah­nen auf eine fle­xi­ble End­los­fo­lie auf­zu­dru­cken. „Mit jeder Druck­stufe baut man immer mehr auf : erste Lage, dann eine Iso­la­ti­ons­schicht, zweite Lage und so wei­ter. Dadurch erhal­ten wir eine Lei­ter­pla­tine, die wir mit Bau­tei­len – wie LED oder Sen­so­ren – bestü­cken kön­nen“, erklärt Patrick Mül­ler, Geschäfts­füh­rer von Bil­ton Inter­na­tio­nal, im Gespräch mit APA-Science.
Nach dem Ver­lö­ten wer­den die Module auf die gerade benö­tigte Form zuge­schnit­ten. „Wir inte­grie­ren Zusatz­funk­tio­nen, die die Pro­dukte intel­li­gen­ter und höher­wer­ti­ger machen. Bei­spiels­weise dru­cken wir RFID-Codes an, die Auf­schluss dar­über geben, wo sich das Pro­dukt gerade befin­det“, sagt Mül­ler. Außer­dem sei man durch das neue Ver­fah­ren fle­xi­bler und schnel­ler – so lau­tet auch das Fir­men­motto : „Bes­ser Ers­ter als Bester.“

Wenig Finan­zie­rungs­kul­tur
In der Pra­xis könnte dadurch eine 2,4 Kilo­gramm schwere kon­ven­tio­nelle Auto­rück­leuchte durch eine gleich­wer­tige mit nur 400 Gramm ersetzt wer­den. Der größte Vor­teil aber ist, dass sich auf einer Folie die gesamte Elek­tro­nik anbrin­gen lasse. Bei Wasch­ma­schi­nen zum Bei­spiel könnte so auf Schal­ter ver­zich­tet wer­den. „Da ist ein­fach eine Folie drin­nen mit der Elek­tro­nik drauf. Vorne gibt es nur mehr eine Abdeck­scheibe aus Plas­tik und den Hin­weis, wo ich dru­cken muss. Tas­ten braucht man keine mehr.“
Dem Hype um Start-ups kann Mül­ler, des­sen Firma 2011 von der Wirt­schafts­kam­mer Salz­burg als bes­tes Start-up-Unter­neh­men aus­ge­zeich­net wurde, wenig abge­win­nen. „Ich spüre keine Ver­bes­se­rung bei den Rah­men­be­din­gun­gen. Es ist schön, dass es alter­na­tive Finan­zie­rungs­for­men wie Crowd­fun­ding gibt. Aber was uns in Öster­reich fehlt, ist eine gewisse Finan­zie­rungs­kul­tur über Busi­ness Angels, Inves­to­ren oder Betei­li­gun­gen. Nach wie vor sind die Ban­ken die Haupt­fi­nan­zie­rungs­ge­ber für die Unter­neh­men – auch in der Gründungsphase.“
Bil­ton Inter­na­tio­nal wurde im Jahr 2009 gegrün­det. Aktu­ell beschäf­tigt der Betrieb mit Sitz in Saal­fel­den rund 80 Mit­ar­bei­ter. Der Umsatz soll heuer auf 15,5 Mio. Euro klet­tern, im Jahr 2010 lag er noch bei 700.000 Euro. 

Autor: APA-Science/red/stem
12.03.2016

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