Zum Inhalt

ERC-Grant : Bes­sere Kata­ly­sa­to­ren für eine bes­sere Umwelt

Chris­toph Rames­han von der TU Wien wurde letz­ten Herbst mit einem hoch­do­tier­ten ERC-Grant aus­ge­zeich­net. Er erforscht neue Tech­no­lo­gien mit denen man bes­sere Kata­ly­sa­to­ren her­stel­len kann.

Für eine umwelt­freund­li­che Ener­gie­wende braucht es viele neue Ideen : Bes­sere Brenn­stoff­zel­len, leis­tungs­fä­hi­gere Bat­te­rien, effi­zi­en­tere Solar­zel­len oder auch neue Metho­den der Was­ser­elek­tro­lyse zur Her­stel­lung von Was­ser­stoff­gas. All diese Tech­no­lo­gien haben eine wich­tige Gemein­sam­keit – sie beru­hen auf Elek­tro­che­mie, auf neuen Mate­ria­lien und moder­nen Katalysatoren.
Genau damit beschäf­tigt sich Chris­toph Rames­han vom Insti­tut für Mate­ri­al­che­mie der TU Wien. Er wurde zuletzt mit einem ERC-Start­ing-Grant aus­ge­zeich­net, einer der höchst­do­tier­ten For­schungs­för­de­run­gen Euro­pas. In den nächs­ten fünf Jah­ren wird er nun eine eigene For­schungs­gruppe auf­bauen und unter­su­chen, wie sich die Her­stel­lung und die Eigen­schaf­ten von Kata­ly­sa­to­ren gezielt ver­bes­sern lassen.

Nano­par­ti­kel auf der Kristalloberfläche
„Für viele Anwen­dun­gen braucht man heute Ober­flä­chen, die mit kata­ly­tisch akti­ven Nano­par­ti­keln ver­se­hen sind“, erklärt Rames­han. „Die Nano­par­ti­kel sor­gen dafür, dass wich­tige che­mi­sche Reak­tio­nen viel schnel­ler oder effi­zi­en­ter ablau­fen, als das sonst mög­lich wäre.“ Es gibt unter­schied­li­che Metho­den, diese Nano­par­ti­kel auf einer Ober­flä­che auf­zu­brin­gen. Am bes­ten ist es aller­dings, die Par­ti­kel direkt an der Ober­flä­che aus dem Trä­ger­ma­te­rial selbst ent­ste­hen zu las­sen. „Dazu legt man eine elek­tri­sche Span­nung am Kata­ly­sa­tor an, und dann wach­sen diese Nano­par­ti­kel aus der Kris­tall­ober­flä­che her­aus“, erklärt Rames­han. „Das ist extrem zeit- und kosteneffizient.“
„Wir ver­wen­den Ober­flä­chen aus Perow­skit, eine Kris­tall­fa­mi­lie, die durch ihre Viel­sei­tig­keit ein hohes Poten­zial in der Kata­lyse hat. Um genau die rich­ti­gen Nano­par­ti­kel her­zu­stel­len, kon­trol­lie­ren wir die Tem­pe­ra­tur und die Zusam­men­set­zung des umge­ben­den Gases. Gleich­zei­tig legen wir an die Perow­skit-Ober­flä­che eine elek­tri­sche Span­nung an“, sagt Chris­toph Rames­han. Durch die rich­tige Aus­wahl all die­ser Para­me­ter erhält man eine bis­her uner­reichte Kon­trolle über die Größe und die räum­li­che Ver­tei­lung der ent­ste­hen­den Nano­par­ti­kel. Auch die Art, wie sie in der Kris­tall­ober­flä­che ver­an­kert sind, lässt sich steu­ern – und all das wie­derum beein­flusst ihre Effi­zi­enz als Katalysatoren.

Genaue Ana­lyse schon bei der Herstellung
„Wich­tig ist es uns, nicht nur ver­schie­dene Her­stel­lungs­va­ri­an­ten aus­zu­pro­bie­ren, son­dern ganz gezielt auf mole­ku­la­rer Ebene die Mecha­nis­men zu ver­ste­hen, die eine Ober­flä­che zu einem bes­se­ren oder weni­ger guten Kata­ly­sa­tor machen“, betont Rames­han. „Mit ver­schie­de­nen moder­nen Ana­ly­se­me­tho­den kön­nen wir die Ober­flä­chen bereits wäh­rend des Her­stel­lungs­pro­zes­ses unter­su­chen – genau das ist unsere Spe­zia­li­tät in unse­rer For­schungs­gruppe. Nur so lässt sich der Zusam­men­hang zwi­schen der ato­ma­ren Struk­tur von Kata­ly­sa­to­ren und ihrer Reak­ti­vi­tät genau ver­ste­hen und gezielt verbessern.“
Ein wich­ti­ger Schlüs­sel zum Erfolg soll die Ver­knüp­fung ver­schie­de­ner For­schungs­be­rei­che sein : „Wir ver­bin­den Ober­flä­chen­for­schung, Elek­tro­che­mie und Kata­lyse“, sagt Chris­toph Rames­han. „Das hängt zwar alles eng mit­ein­an­der zusam­men, trotz­dem gibt es in die­sem Bereich noch zu wenig inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­ar­beit. Das wol­len wir ändern.“ Die TU Wien bie­tet gute Vor­aus­set­zun­gen dafür –„Mate­ri­als and Mat­ter“ einer der fünf For­schungs­schwer­punkte der Uni­ver­si­tät, und die Idee für das Pro­jekt stammt aus dem an der TU Wien ange­sie­del­ten SFB FOXSI, in dem diese inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­ar­beit bereits voll gelebt wird. „Von nume­ri­schen Com­pu­ter­si­mu­la­tio­nen auf Quan­ten­ni­veau bis hin zu moder­nen Mess­ge­rä­ten – viele wich­tige Vor­aus­set­zun­gen für unser gro­ßes Ziel haben wir direkt hier im Haus zur Ver­fü­gung, das macht die Sache natür­lich ein­fa­cher“, meint Rameshan. 

Autor: red/pd/cc
26.01.2018

Weitere aktuelle Artikel

Metalle und Stahl­pro­dukte wer­den in gro­ßen Volu­mina für ver­schie­denste Erzeu­gun­gen benö­tigt. Roh­stoffe auf wenige Her­kunfts­ge­biete beschränkt. Her­stel­lung ener­gie­in­ten­siv und Recy­cling­quote nied­rig. Neues För­der­pro­gramm von SPRIND adres­siert neue Kreislaufmodelle. Kri­ti­sche Metalle sind zen­tra­ler Bestand­teil der ver­schie­dens­ten Her­stel­lungs­ver­fah­ren und betriebs­über­grei­fen­den Pro­duk­ti­ons­ket­ten. Die Anwen­dun­gen erstre­cken sich von High­tech-End­pro­duk­ten und erneu­er­ba­ren Ener­gie­tech­no­lo­gien über die Luft- und Raum­fahrt bis hin […]
Nie­der­ös­ter­rei­chi­sches Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) erhält von Uber-Mit­be­grün­der Garett Camp Spende über fünf Mil­lio­nen Euro. Im Fokus ste­hen neue For­schun­gen zu KI im engen Kon­text mit den The­men men­schen­zen­trierte Ver­trau­ens­wür­dig­keit und gesell­schaft­li­ches Gemeinwohl.  Das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) in Klos­ter­neu­burg (NÖ) hat vom kana­di­schen Unter­neh­mer Gar­ret Camp, ein Mit­be­grün­der […]
Aku­tes Nie­ren­ver­sa­gen ver­hin­dert lebens­wich­tige Ent­gif­tung des Kör­pers. Ärzte der Med-Uni Inns­bruck ent­wi­ckeln für Nie­ren­er­satz­the­ra­pie neues extra­kor­po­ra­les Blut­rei­ni­gungs­ver­fah­ren gegen gefähr­li­che Übersäuerung. Die Niere ist ein lebens­wich­ti­ges Organ, das für die Ent­gif­tung von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten und die Auf­recht­erhal­tung des Säure-Basen Haus­hal­tes ver­ant­wort­lich ist. Bei einem aku­ten Nie­ren­ver­sa­gen pas­siert (auch) eine schäd­li­che Über­säue­rung des Kör­pers. Die Behand­lung erfolgt dann mit­tels einer […]
Die Alfred Korn­ber­ger Foun­da­tion eröff­net in Wie­ner Bäcker­strasse 9 museale Schau­räume mit Schwer­punkt auf Expres­sio­nis­mus und Akt. Museum, Art-Shop & Gale­rie haben geöff­net von Di bis Fr : 11 – 18 und Sa : 10 – 13 Uhr. Die Eröff­nungs­aus­stel­lung „Der ero­ti­sche Moment“ mit retro­spek­ti­ver Werk­schau von Akt­mo­ti­ven aus dem Bestand von Alfred Korn­ber­ger-Foun­da­tion und Fami­lie.Die Alfred Korn­ber­ger Foun­da­tion eröff­net in der Wie­ner Bäcker­strasse […]
Stu­die der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät zeigt das bis dato uner­kannte Über­dau­ern von Darm­vi­ren in Was­ser­a­mö­ben. Die For­scher for­dern eine sofor­tige Neu­be­ur­tei­lung von Regeln und Unter­su­chun­gen zur Wassersicherheit. Wich­tige Aus­lö­ser vira­ler Magen-Darm-Erkran­kun­gen kön­nen über län­gere Zeit in frei­le­ben­den Amö­ben über­dau­ern, die in natür­li­chen und tech­ni­schen Was­ser­sys­te­men weit ver­brei­tet sind. Dies ist das Ergeb­nis einer Stu­die der […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram