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ERC-Grant für TU-Forscher

Mit­tels „opti­scher Fre­quenz­kämme“ aus Laser­licht ent­wi­ckelt Bene­dikt Schwarz win­zige Sen­so­ren zum Auf­spü­ren che­mi­scher Sub­stan­zen. Dafür wurde der TU-Wis­sen­schaft­ler nun mit einem ERC-Grant ausgezeichnet.

Die ERC-Start­ing-Grants des Euro­pean Rese­arch Coun­cil (ERC) zäh­len zu den wich­tigs­ten Wis­sen­schafts­prei­sen Euro­pas und Aus­zeich­nung und Preis von 1 Mio. Euro kann sich nun Bene­dikt Schwarz von der TU Wien freuen. Mit gro­ßen Fort­schrit­ten bei kom­pak­ten Laser­tech­no­lo­gien am Insti­tut für Fest­kör­per­elek­tro­nik (Fakul­tät für Elek­tro­tech­nik und Infor­ma­ti­ons­tech­nik) sorgte er bereits in den letz­ten Jah­ren für auf­se­hen­er­re­gende wis­sen­schaft­li­che Entwicklung. 

Der aktu­elle ERC-Grant soll nun für Schwarz in den nächs­ten fünf Jah­ren die Ent­wick­lung eines kom­pak­ten, trag­ba­ren, ener­gie­spa­ren­den Laser­sen­sor zum Nach­weis ver­schie­de­ner che­mi­scher Sub­stan­zen mög­lich machen. So sol­len Mess­ge­räte in Handy-Größe umge­setzt wer­den, mit denen man Umwelt­schad­stoffe nach­wei­sen oder sogar Krank­hei­ten dia­gnos­ti­zie­ren kann.

Sen­sor­tech­nik für die Hosentasche
Schwarz legte bereits in sei­ner Dis­ser­ta­tion rele­vante Grund­steine für minia­tu­ri­sierte Sen­so­ren. Seit zwei Jah­ren forscht sein Team an neuen minia­tu­ri­sier­ba­ren Fre­quenz­kamm­tech­no­lo­gien und publi­ziert in inter­na­tio­na­len Fach­jour­na­len wie „Nature Pho­to­nics“ und „Optica“. Die im Juni 2019 vor­ge­stellte Fre­quenz­kamm­tech­no­lo­gie kommt ohne beweg­li­che Spie­gel oder andere mecha­ni­sche Teile aus, sie lässt sich auf einer Größe von weni­gen Mil­li­me­tern unter­brin­gen und benö­tigt auch deut­lich weni­ger elek­tri­sche Leis­tung (Anm. nur 1 – 2 Watt) als bis­he­rige Sys­teme, die zudem auf­wän­dig gekühlt wer­den mussten.

Die Liste der mög­li­chen Anwen­dun­gen für eine sol­che Tech­nik ist lang – vom Nach­weis von Umwelt­schad­stof­fen bis hin zur Medi­zin : „Wir wol­len in den nächs­ten Jah­ren die Laser- und Sen­sor­tech­nik so weit ver­bes­sern, dass wir am Ende unse­res Pro­jek­tes bereits einen fer­ti­gen Pro­to­typ haben, mit dem man dann die medi­zi­ni­sche For­schung unter­stüt­zen kann“, erläu­tert Schwarz.

Bene­dikt Schwarz
Bene­dikt Schwarz wuchs in Tirol auf. 2007 begann er mit sei­nem Elek­tro­tech­nik-Stu­dium an der TU Wien und schloss nach vier Jah­ren mit einem Mas­ter in Mikro­elek­tro­nik ab. Am Insti­tut für Fest­kör­per­elek­tro­nik pro­mo­vierte er 2015. Als Visi­ting Rese­ar­cher ging er dann 2015 an die Har­vard Uni­ver­sity (USA), wo er seit­her als soge­nann­ter Acco­ciate Rese­ar­cher aktiv ist. 

Par­al­lel star­tete Schwarz 2016 sein eige­nes For­schungs­pro­jekt an der TU Wien, finan­ziert vom Öster­rei­chi­schen Wis­sen­schafts­fonds FWF. 
Seine wis­sen­schaft­li­chen Leis­tun­gen wur­den bereits mit zahl­rei­chen Prei­sen aus­ge­zeich­net, etwa mit dem Wür­di­gungs­preis des BM für Wis­sen­schaft & For­schung, dem INiTS Award oder dem FACSS Inno­va­tion Award. 

Nun kommt mit dem ERC-Grant eine beson­ders hoch dotierte Aus­zeich­nung hinzu, der Schwarz die deut­li­che Aus­wei­tung sei­ner For­schungs­ak­ti­vi­tät an der TU Wien ermög­licht. Die För­de­rung ist dafür gedacht, jun­gen For­sche­rIn­nen den Auf­bau einer eige­nen euro­päi­schen Spit­zen­for­schungs­gruppe zu ermöglichen.

Autor: red/mich/cc
24.09.2019

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