Zum Inhalt
© Pexels.com/Chalo Garcia

Erfolge gegen Kin­der­por­no­gra­fie im Internet

Deut­sche Beschwer­de­stel­len blei­ben wich­tigste Hin­weis­ge­ber im Kampf gegen Miss­brauchs­dar­stel­lun­gen. Das deut­sche Bun­des­kri­mi­nal­amt erhielt 2019 in Summe knapp 8.000 Hin­weise. 97 Pro­zent davon über deut­sche Quel­len, so der Jah­res­be­richt vom Inter­net­ver­band eco.

Die Deut­sche Bun­des­re­gie­rung hat den Eva­lua­ti­ons­be­richt zur Löschung kin­der­por­no­gra­fi­scher Inhalte im Inter­net für das Jahr 2019 ver­öf­fent­licht. Ins­ge­samt wur­den 7639 Hin­weise zu kin­der­por­no­gra­fi­schen Inhal­ten beim Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) sta­tis­tisch erfasst, bei 5.776 Fäl­len (76 Pro­zent) han­delte es sich um im Aus­land gehos­tete Inhalte. 

Der durch­schnitt­li­che Ver­füg­bar­keits­zeit­raum inlän­di­scher Web­adres­sen liegt bei rund 1,5 Tagen. Die im Ver­gleich zum Vor­jahr stark gesun­ke­nen Ver­füg­bar­keits­zeit­räume (Anm. Mes­sung beginnt ab Beschwer­de­ein­gang beim BKA) sind in ers­ter Linie dadurch begrün­det, dass die Reak­ti­ons­zei­ten der in die­sem Kon­text wich­tigs­ten Pro­vi­der meist im Minu­ten­be­reich liegen.

97% Pro­zent aller Hin­weise von deut­schen Beschwerdestellen
Auch in die­sem Jahr the­ma­ti­siert der Lösch­be­richt die effek­tive Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und den deut­schen Beschwer­de­stel­len. Die Wei­ter­lei­tung der gemel­de­ten Fälle durch die Beschwer­de­stel­len an das BKA konnte auch 2019 trotz des ver­mehr­ten Beschwer­de­auf­kom­mens mit durch­schnitt­lich 21 Stun­den sta­bil gehal­ten werden.

„Die aktu­el­len Sta­tis­ti­ken doku­men­tie­ren erneut die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit mit dem BKA und ver­deut­li­chen noch­mals die unver­zicht­bare Brü­cken­funk­tion deut­scher Beschwer­de­stel­len als wich­tigs­ten Hin­weis­ge­ber. Auch die eco Beschwer­de­stelle ermög­licht eine ein­fach zugäng­li­che Mög­lich­keit für die Bevöl­ke­rung, Inhalte zu mel­den. Jede Mel­dung kann auch anonym erfol­gen.“, sagt Alex­an­dra Koch-Skiba, Rechts­an­wäl­tin und Lei­te­rin der eco Beschwerdestelle.

Eigen­stän­di­ger Jah­res­be­richt der eco-Beschwerdestelle
Auch der eigen­stän­dige Jah­res­be­richt der eco-Beschwer­de­stelle doku­men­tiert für 2019 die gestie­gene Anzahl der berech­tig­ten Beschwer­den zu Dar­stel­lun­gen des sexu­el­len Miss­brauchs bzw. der sexu­el­len Aus­beu­tung von Min­der­jäh­ri­gen um rund 75 Pro­zent. Rund 96 Pro­zent aller von der eco Beschwer­de­stelle monier­ten Inhalte konn­ten welt­weit ent­fernt oder ander­wei­tig (z. B. durch die Imple­men­tie­rung von Alters­ve­ri­fi­ka­ti­ons­sys­te­men) lega­li­siert werden.

Eine effek­tive Bekämp­fung rechts­wid­ri­ger Inter­net­in­halte brau­che einen brei­ten Schul­ter­schluss und muss als gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­gabe begrif­fen wer­den, so wie die Ursa­chen erfasst und ange­gan­gen wer­den müs­sen, so der eco-Ver­band. „Wir haben sehr gute Erfolgs­quo­ten und enge Koope­ra­tio­nen zwi­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, Beschwer­de­stel­len und Unter­neh­men. Die Unter­neh­men leis­ten viel und ergrei­fen auch prä­ven­tive Maß­nah­men im Kampf gegen Dar­stel­lun­gen des sexu­el­len Miss­brauchs Min­der­jäh­ri­ger auf frei­wil­li­ger Basis“, unter­streicht Koch-Skiba.

Sorge über wei­tere natio­nale und euro­päi­sche Maßnahmen
Mit Sorge beob­ach­tet der deut­sche Ver­band der Inter­net­wirt­schaft die Bestre­bun­gen auf natio­na­ler und euro­päi­scher Ebene, bestehende Gesetze zu ver­schär­fen und die Unter­neh­men zu wei­ter­ge­hen­den Maß­nah­men, wie pro­ak­ti­ver Upload­kon­trol­len, zu ver­pflich­ten. „Wir appel­lie­ren an die Gesetz­ge­ber, diese Ideen noch­mals gründ­lich zu über­den­ken“, sagt Koch-Skiba. 

„Bestehende und funk­tio­nie­rende Maß­nah­men soll­ten nicht kon­ter­ka­riert wer­den. Bedenk­lich ist es auch, wenn nach einer Neu­re­ge­lung der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung geru­fen wird, obwohl die inso­weit anhän­gi­gen Gerichts­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und dem EUGH noch nicht abge­schlos­sen sind“, betont die eco-Exper­tin. Und: „Mit einer Neu­re­ge­lung, die auf unkla­rem Grund steht, ist am Ende aber kei­nem gehol­fen. Auch nicht der Straf­ver­fol­gung, die essen­zi­ell ist, um das Übel an der Wur­zel zu packen und Straf­ta­ten nach­hal­tig im Inter­net zu bekämpfen.

Autor: red/mich
18.09.2020

Weitere aktuelle Artikel

In Nie­der­ös­ter­reich locken die „Tage der offe­nen Ate­liers“ zu Aus­flü­gen und Urlaubs­auf­ent­hal­ten. Zwi­schen Enns und Lei­tha zei­gen heuer über 1.000 Kunst­schaf­fende Tex­til­kunst, Schmuck und Schmie­de­ar­bei­ten über Bild­haue­rei und Male­rei bis zu Film oder Fotografie. Nie­der­ös­ter­reichs Kunst- und Kul­tur­schaf­fende laden auch heuer wie­der zu den „Tagen der Offe­nen Ate­liers“ um ihre Leis­tun­gen einer mög­lichst brei­ten Öffent­lich­keit prä­sen­tie­ren zu […]
Kin­der­krebs Sozi­al­hilfe, Stern­tal­er­hof, Licht ins Dun­kel oder aktu­ell die Unter­stüt­zung für den Licht­blick­hof. IT-Dis­tri­bu­tor Omega enga­giert sich regel­mä­ßig für unter­schied­li­che Sozi­al­pro­jekte mit einem Schwer­punkt auf Kin­der und Jugendliche.  Der öster­rei­chi­sche IT-Dis­tri­bu­tor Omega unter­stützt seit über zwei Jahr­zehn­ten soziale Ein­rich­tun­gen, dar­un­ter etwa das St. Anna Kin­der­spi­tal, den Stern­tal­er­hof, Debra Aus­tria, Licht ins Dun­kel oder Mis­sion Hoff­nung. […]
Die Vienna Fashion Week ist aus. Eco­nomy hat letz­ten Frei­tag als modi­sche Höhe­punkte die Arbei­ten von Roee und Plu­ral und vor allem Show und Enga­ge­ment von Sau­ber­ma­cher und Label „Fröh­lich“ gese­hen. Hier war neben Mode auch Inno­va­tion und (wirk­lich) nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft Thema. Einen unpro­fes­sio­nel­len Auf­tritt von Nico­las Dudek gab es auch. Ein Bericht von Han­nah Czaak und Ale­jan­dro […]
Brechts „Arturo Ui“ von 11 Regisseur:innen am Lan­des­thea­ter St. Pöl­ten zum Start der neuen Inten­danz von Patri­cia Nickel-Döni­cke ist inhalt­lich ein aktu­ell pas­sen­des Stück und ope­ra­tiv ein wage­mu­ti­ger Schritt. Final sie­gen große Schau­spiel­kunst und Büh­nen­bild gegen die kleine Büh­nen­flä­che und die vie­len Hand­lungs­stränge. Ein kom­men­tie­ren­der Bericht von der Pre­mière mit Publi­kums­re­ak­tio­nen von Chris­tian Czaak. Ber­tolt Brecht. […]
Aktu­elle Muehl-Schau im Wie­ner Aktio­nis­mus Museum. Mate­rial-Bil­der aus 1960er Jah­ren und gegen­ständ­li­che Lini­en­ma­le­rei aus 80er-Jah­ren als groß­ar­tige Schwer­punkte. Minu­ten­lan­ger Applaus für Muse­ums­di­rek­tor Klaus Albrecht Schrö­der bei Preview.  Der Mensch, Künst­ler und Straf­tä­ter Otto Muehl (1925 bis 2013) ist aktu­ell beson­ders umstrit­ten. Im Kon­text mit der aktu­el­len Muehl-Per­so­nale im Wie­ner Aktio­nis­mus Museum (WAM) wid­met sich die­ser […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram