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© pexels.com/Matheus Bertelli

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Vor­aus­schau­en­des Fah­ren bei auto­no­men Fahr­zeu­gen. Deut­sche Uni Ulm ent­wi­ckelt intel­li­gen­tes Vor­her­sa­ge­mo­dell und inklu­diert Ver­hal­ten ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer. Pro­jekt siegt bei Bewerb gegen US-Unis MIT und John Hopkins.

Vor­aus­schau­en­des Fah­ren hilft im Stra­ßen­ver­kehr bei der Ver­mei­dung von Unfäl­len. Dies gilt ins­be­son­dere auch für auto­ma­ti­sierte Fahr­zeuge und dafür braucht es eine intel­li­gente wie „vor­sich­tige“ Manö­ver­pla­nung mit ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen über das Ver­hal­ten ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer. Hilf­reich dabei ist eine auto­ma­ti­sierte Bewe­gungs­vor­her­sage und zu die­sem Thema for­schen Exper­ten der Uni­ver­si­tät Ulm. Die Ulmer Wis­sen­schaft­ler set­zen dabei auch auf Künst­li­che Intelligenz.

Pro­gnose für zukünf­tige Bewegungsbahnen.
„Für die Pla­nung eines „intel­li­gen­ten“ Fahr­ma­nö­vers braucht der Bord­com­pu­ter nicht nur Infor­ma­tio­nen über das bau­li­che Umfeld des Fahr­zeugs mit Ver­kehrs­füh­rung, Beschil­de­rung oder Signal­ge­bung, son­dern auch, wie sich andere Ver­kehrs­teil­neh­mer wie Fahr­zeuge, Fuß­gän­ger oder Rad­fah­rer im Ver­kehrs­raum bewe­gen“, erklärt Jan Stroh­beck, Dok­to­rand vom Insti­tut für Mess‑, Regel- und Mikro­tech­nik der Uni­ver­si­tät Ulm.

Men­schen kön­nen leich­ter vor­her­sa­gen wohin ein Auto fährt, selbst wenn es nicht blinkt. Für hoch­au­to­ma­ti­sierte Fahr­zeuge ist es weit­aus schwe­rer, zukünf­tige Bewe­gungs­bah­nen zu pro­gnos­ti­zie­ren. „Mit kur­zen Vor­her­sa­ge­zeit­räu­men von einer Sekunde kommt der Com­pu­ter zwar noch gut zurecht, indem er sich mit ein­fa­chen Bewe­gungs­mo­del­len behilft. Doch bei grö­ße­ren Vor­her­sa­ge­ho­ri­zon­ten wer­den sol­che Ver­fah­ren zuneh­mend unge­nau“, so Strohbeck.

Künst­li­ches Neu­ro­na­les Netz extra­hiert rele­vante Informationen
Um die Bewe­gungs­pro­gno­sen für andere Ver­kehrs­teil­neh­mer ent­spre­chend zu ver­bes­sern, ver­wen­den die Ulmer Exper­ten ein Ver­fah­ren auf Basis von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI). „Wir ver­fol­gen dabei einen soge­nann­ten Deep-Lear­ning-Ansatz, wo Künst­li­che Neu­ro­nale Netze zum Ein­satz kom­men“, erläu­tert Michael Buch­holz, Lei­ter des For­schungs­pro­jekts. Ziel­set­zung ist, die Bewe­gungs­bahn eines Fahr­zeu­ges min­des­tens für die nächs­ten drei Sekun­den mög­lichst kor­rekt vorherzusagen. 

Bei die­sem Ver­fah­ren wer­den künst­li­che Bil­der von der Umge­bung des Fahr­zeu­ges erzeugt, inklu­sive Fahr­spu­ren, andere befahr­bare Berei­che wie Sei­ten­strei­fen oder Park­buch­ten, aber auch Infor­ma­tio­nen über andere Ver­kehrs­teil­neh­mer. „Ein Künst­li­ches Neu­ro­na­les Netz wird dar­auf trai­niert, aus die­sen Bil­dern rele­vante Infor­ma­tio­nen zu extra­hie­ren und damit wahr­schein­lich­keits­ba­sierte Aus­sa­gen über zukünf­tige Fahr­zeug­be­we­gun­gen abzu­lei­ten. Diese die­nen dann als Hypo­the­sen zur Bewe­gungs­vor­her­sage“, unter­streicht Strohbeck.

Uni­ver­si­tät Ulm besiegt renom­mierte US-Unis
Der Wis­sen­schaft­ler forscht an der Uni Ulm im Rah­men des EU-Ver­bund-Pro­jek­tes ICT4CART, wo es um die Unter­stüt­zung auto­ma­ti­sier­ter Fahr­zeuge im Stra­ßen­ver­kehr mit­tels Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik in der Infra­struk­tur geht. Die Leis­tungs­fä­hig­keit sei­ner ange­wand­ten wie pra­xis­ori­en­tier­ten For­schun­gen wurde Stroh­beck und sei­nen Kol­le­gen auch schon inter­na­tio­nal bestätigt. 

Das Ulmer Team siegte zuletzt bei der „Argo­verse Chall­enge“ im Bereich „Motion Fore­cas­ting“ (Anm. Bewe­gungs­vor­her­sage), einem inter­na­tio­na­len Wett­be­werb. Für das „Motion Fore­cas­ting“ muss­ten die Algo­rith­mus-Modelle der Bewerbs­teil­neh­mer mög­lichst gute Pro­gno­sen über das Abbie­ge­ver­hal­ten von Fahr­zeu­gen an Kreu­zun­gen tref­fen. Bei die­sem Sieg konnte sich die Uni­ver­si­tät Ulm auch gegen so renom­mierte US-Uni­ver­si­tä­ten wie Johns Hop­kins oder dem Mas­sa­chu­setts Insti­tute of Tech­no­logy (MIT) durchsetzen.

Autor: red/mich/cc
21.02.2020

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