
“Es ist elegant Natur mit Mathematik zu beschreiben”
Digitale Speichermedien sind immer höheren Anforderungen ausgesetzt. Mit einem neuen Konzept für magnetische Festplatten, erreichte Barbara Dymerska bei der 8. INiTS-Award-Gala den ersten Platz beim Woman Award.
Bei digitalen Speichermedien gab es bisher einen Grenzwert von einem Terabit pro Quadratzoll. Barbara Dymerska vom Institut für Festkörperphysik der TU Wien forscht an neuen Wegen zur Leistungssteigerung bei der Speicherung digitaler Informationen. Mit Hilfe von so genannten doppelschichtigen Exchange Spring Medien mit einer rauen Grenzschicht, lassen sich digitale Informationen mit bisher unerreichter Flächendichte speichern und die bisherigen Grenzwerte übertreffen.
Individuelle Anpassung
Die magnetischen Eigenschaften sowie die genaue Zusammensetzung des Speichermediums lässt sich dabei leicht an die individuellen Bedürfnisse potentieller Interessenten anpassen. Damit dürfte diese Innovation besonders für die Festplattenindustrie von Interesse sein. Da das Konzept auf mikromagnetischen Simulationen basiert, stellt es eine Zeit sparende und kostengünstige Alternative zu herkömmlichen und experimentellen Entwicklungsmethoden dar. Economyaustria sprach auch mit Ihr über die Rolle der Schule, über Aufstiegschancen junger Forscher und über NinetoFive-Jobs.
Economyaustria : Warum finden Sie technische Physik und Mathematik so spannend ?
Dymerska : Die Natur hat mich immer schon interessiert, es ist elegant diese mit Hilfe der Mathematik zu beschreiben. Dazu hatte ich das Glück während meiner Ausbildungszeit inspirierende Lehrer zu haben, die mir die lösungsorientierte Bedeutung von Physik für möglicherweise weltweite Bedürfnisse bewusst machten.
Wie sehen Sie die Rahmenbedingungen an den Unis ?
Gut. Die TU-Wien offeriert viele Optionen, motiviert zu Forschung und fördert diese auch individuell. Zudem gibt es gut ausgestattete Laboratorien mit der Chance innovative Technologien zu entwickeln.
Gibt es trotzdem Verbesserungswünsche und wie können mehr junge Frauen für die Naturwissenschaften interessiert werden ?
Wir leben in einer liberalen Gesellschaft wo jeder eine seinen Neigungen entsprechende Ausbildung wählen kann. Junge Frauen haben einfach viele unterschiedliche Interessen, Motivation und Information muss daher früh, am besten bereits in der Schule, beginnen. Schädlich sind Vorurteile wie junge Mädchen können nie gut in Physik sein. Der wichtigste Punkt ist aber die Vereinbarkeit von beruflich-wissenschaftlicher Karriere und Familie, hier gilt es anzusetzen.
Motiviert die aktuelle Auszeichnung nun zur Firmengründung ?
Nein, dafür fühle ich mich zu unerfahren. Mein Fokus liegt auf weiterer Ausbildung und Forschung, die Begegnung mit INiTS kam auch etwas zu spät. Ich bin über das Erasmus-Programm von der technischen Uni in Gdansk an die TU-Wien gekommen und habe sowohl die Stadt als auch die Rahmenbedingungen an der Uni schätzen gelernt, insbesondere die rasche Integration in einer dynamischen Forscher-Gruppe mit viel Unterstützung in einer angenehmen Atmosphäre.