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Es lebe economy.at

Brief des Her­aus­ge­bers zur Zukunft von economy. 

Was im Jahre 2005 mit der ers­ten Aus­gabe beim Forum Alp­bach begon­nen hat, soll allem Anschein nach hier wie­der enden : Die wei­tere Publi­ka­tion des eco­nomy-Maga­zins ist gefähr­det. Die Wirt­schafts­krise sorgt im drit­ten Jahr für rück­läu­fige Wer­be­um­sätze, und nun been­det auch die öffent­li­che Hand die Unterstützung.
Beim Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rium stoppt der neue Kabi­netts­lei­ter Peter Pul­ler die mit Fach­ab­tei­lung und Sek­tion für das ganze Jahr ver­ein­bar­ten Auf­tritte. Die Recht­mä­ßig­keit der vor­zei­ti­gen Auf­lö­sung und der trotz­dem in Anspruch genom­me­nen Jah­res­ra­batte für anfäng­li­che Erschei­nun­gen wer­den, ent­ge­gen der Haus­mei­nung, mit einer extern beauf­trag­ten recht­li­chen Prü­fung untermauert.
Soll sein, die ange­nehme Zusam­men­ar­beit der letz­ten Jahre mit vie­len enga­gier­ten Fach­ab­tei­lun­gen und Sek­tio­nen soll nicht von einer recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung über­schat­tet wer­den. Die Nie­de­run­gen von Peter Pul­ler als länd­li­cher Experte für regio­na­les Dirty Cam­paig­ning hat Anne­liese Rohrer treff­lich in der Presse (diepresse.com/blog/rohrer) beschrieben. 

Die Rolle der Werbewirtschaft
Abseits die­ser Ent­wick­lung gibt es aber auch medi­en­po­li­ti­sche Ursa­chen : Eine nor­male Pres­se­för­de­rung ist in Öster­reich für kleine Medien-Start-Ups uner­reich­bar. Dazu eine öster­rei­chi­sche Wer­be­wirt­schaft, die ein Publi­kums­me­dium mit fach­spe­zi­fi­schen Inhal­ten nicht ver­steht und nicht braucht.
Auch wenn von Beginn an Leis­tungs­fä­hig­keit bei Auf­lage und Ziel­grup­pen von Auf­la­gen­kon­trolle und Leser­ana­lyse objek­tiv belegt wird. Eine Wer­be­wirt­schaft, die mitt­ler­weile von Media­ein­kaufs­agen­tu­ren gelenkt wird, die mehr­heit­lich dort buchen, wo es die größ­ten mone­tä­ren Boni gibt und für die qua­li­ta­tive Umfel­der und wirk­lich junge Ziel­grup­pen nicht (mehr) zählen. 

Demo­kra­tie­po­li­ti­sche Verfehlungen
Dazu noch die bereits oft erör­terte (Medien-)Politik mit der Hörig­keit von Bun­des­kanz­ler­amt, SPÖ-Minis­te­rien und SPÖ-Wien gegen­über den Bou­le­vard-Medien. Horst Pir­ker, Sty­ria-Boss und schei­den­der VÖZ-Prä­si­dent, ortete mehr­mals „ein Sys­tem, das wie Kor­rup­tion aus­sieht und sich auch so anfühlt“.
Diese Ent­wick­lung ist auch ein demo­kra­tie­po­li­ti­sches Signal : Unab­hän­gige kri­ti­sche Medien sind nicht gewünscht. Und Medien wie eco­nomy mit stand­ort­po­li­ti­schen The­men auch nicht – unver­ges­sen die Ant­wort des Bun­des­kanz­ler­am­tes auf ein Wer­bean­bot : „Das eco­nomy-Umfeld mit Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und Inno­va­tion ist für das Bun­des­kanz­ler­amt nicht interessant.“ 

Selbst­kri­ti­sche Reflexion
Rück­bli­ckend ist auch eine selbst­kri­ti­sche Refle­xion nötig : Die lange dau­ernde Fin­dung der inhalt­li­chen Linie und die anfäng­li­che Fehl­be­set­zung der Redak­tion mit kol­lek­tiv­ver­trag­lich über­be­zahl­ten Pres­se­text­ver­wer­tungs­schrei­bern kos­tete viel Substanz.
Statt im Zei­tungs­lay­out hätte die Erschei­nung von Anfang an als Maga­zin erfol­gen müs­sen, die Bün­de­lung der Finan­zen auf Inhalt und Ver­trieb hat das nötige Mar­ke­ting sehr ein­ge­schränkt. Nur Inhalt als Bot­schaft ist zu wenig, sie muss auch ver­mit­telt werden. 

58.000 Lese­rIn­nen
Wir wer­den uns nun daher zukünf­tig auf unse­ren Online-Auf­tritt kon­zen­trie­ren. Mit unse­ren lang­jäh­ri­gen Part­nern aus der IT-Indus­trie wer­den wir economy.at als Inter­net­ma­ga­zin für Wirt­schaft und Bil­dung wei­ter­for­cie­ren und auch wei­ter­hin für die stand­ort­po­li­tisch ent­schei­den­den The­men Bil­dung, Inno­va­tion und Tech­no­lo­gie stehen.
Mit­neh­men tun wir dabei all unsere Lese­rIn­nen : Drei Vier­tel der zuletzt erreich­ten 58.000 Men­schen sind unter 40 Jah­ren mit Hoch­schul­ab­schluss oder Matura. Junge, gebil­dete Men­schen sind mit inno­va­tions- und wirt­schafts­ori­en­tier­ten The­men zu begeistern. 

(Chris­tian Czaak, im Sep­tem­ber 2010.)

Autor:
27.08.2010

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