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Es wird tat­säch­lich besser

Öster­rei­chi­sche Natio­nal­bank ver­mel­det ver­bes­ser­ten Kon­junk­tur­aus­blick schon für das zweite Halb­jahr 2026. 2027 und 2028 soll sich die posi­tive Ent­wick­lung des BIP dann noch ver­stär­ken. Die Infla­ti­ons­pro­gnose liegt für 2026 bei drei Pro­zent. Die Arbeits­lo­sen­quote soll spä­tes­tens ab 2027 sinken.

Die Oes­ter­rei­chi­sche Natio­nal­bank (OeNB) prä­sen­tierte kürz­lich ihre aktu­elle Inte­rims­pro­gnose für die öster­rei­chi­sche Wirt­schaft für die Jahre 2026 bis 2028. Trotz des Kriegs im Nahen und Mitt­le­ren Osten und der Dürre in die­sem Som­mer haben sich die Kon­junk­tur­aus­sich­ten für das zweite Halb­jahr 2026 ver­bes­sert. Für die Jahre 2026 bis 2028 erwar­ten die Öko­no­men der Natio­nal­bank ein BIP-Wachs­tum von 0,5, 1,3 und 1,2 Pro­zent Die Infla­ti­ons­pro­gnose liegt nun bei 3 Pro­zent für 2026. 2027 sinkt die pro­gnos­ti­zierte Infla­tion auf 2,3 und 2028 auf 2,2 Pro­zent. Auch die Arbeits­lo­sen­zahl soll sich reduzieren.

Welt­han­del ent­wi­ckelte sich stär­ker als erwartet

Die Wachs­tums­pro­gnose für 2026 liegt auf einem ähn­li­chen Niveau wie im Juni pro­gnos­ti­ziert. Grund für die leichte Abwärts­re­vi­sion (-0,1 Pro­zent­punkte) im Ver­gleich zur Juni-Pro­gnose (eco­nomy berich­tete) ist die inzwi­schen schwä­cher aus­ge­wie­sene Wirt­schafts­ent­wick­lung in der ers­ten Jah­res­hälfte 2026. Für das zweite Halb­jahr sind die Aus­sich­ten hin­ge­gen besser.

Der Welt­han­del ent­wi­ckelte sich stär­ker als erwar­tet, wovon auch die öster­rei­chi­sche Export­wirt­schaft pro­fi­tiert. Gleich­zei­tig haben sich Auf­trags­lage und Stim­mung in der hei­mi­schen Indus­trie ver­bes­sert. Der OeNB-Kon­junk­tur­in­di­ka­tor signa­li­siert für das dritte und vierte Quar­tal 2026 eine leichte Bele­bung der hei­mi­schen Wirt­schaft. Die ver­bes­ser­ten Kon­junk­tur­aus­sich­ten ab dem zwei­ten Halb­jahr wer­den dann vor allem im kom­men­den Jahr sichtbar.

Infla­tion und Arbeitslosenquote

„Trotz der Ver­wer­fun­gen durch den Krieg im Nahen und Mitt­le­ren Osten haben sich Auf­trags­lage und Stim­mung in der öster­rei­chi­schen Indus­trie seit Juni ver­bes­sert. Die Dürre in die­sem Som­mer hat große Schä­den hin­ter­las­sen, die Aus­wir­kun­gen dürf­ten das gesamt­wirt­schaft­li­che Wachs­tum im Jahr 2026 um 0,1 Pro­zent­punkte dämp­fen. In Summe über­wie­gen damit auch ange­sichts der schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen die posi­ti­ven Signale für die öster­rei­chi­sche Wirt­schafts­ent­wick­lung“, so OeNB-Gou­ver­neur Mar­tin Kocher. Für das Jahr 2028 bleibt die BIP-Pro­gnose unver­än­dert bei 1,2 Prozent.

Auch für den Arbeits­markt gibt es vor­sich­tig posi­tive Nach­rich­ten: Die erwar­tete Arbeits­lo­sen­quote gemäß AMS dürfte 2026 bei 7,5 Pro­zent lie­gen und in den bei­den Fol­ge­jah­ren auf 7,3 bzw. auf 7,1 Pro­zent sin­ken. Beim Thema Infla­tion erwar­tet die OeNB für 2026 einen Wert von genau drei Pro­zent, die dann 2027 auf 2,3 und 2028 auf 2,2 Pro­zent zurück­ge­hen dürfte. Maß­geb­lich dafür ist ins­be­son­dere die Abschwä­chung der Effekte des kriegs­be­ding­ten Ener­gie­preis­schocks ab dem zwei­ten Quar­tal 2027 – durch Aus­lau­fen des Basis­ef­fekts – wodurch die Ener­gie­in­fla­tion von 6,5 im Jahr 2026 auf ein Pro­zent im Jahr 2027 sin­ken dürfte. 

Gebo­tene Wach­sam­keit bei Inflationsentwicklung

„Der Infla­ti­ons­ab­stand Öster­reichs zum Euro­raum ver­rin­gert sich deut­lich. Wäh­rend die öster­rei­chi­sche Infla­tion 2025 nach dem Ende der Strom­preis­bremse noch um 1,4 Pro­zent­punkte über dem Euro­raum-Durch­schnitt lag, betrug der Abstand in den ers­ten acht Mona­ten 2026 durch­schnitt­lich nur noch 0,3 Pro­zent­punkte. Damit liegt er unter dem lang­jäh­ri­gen Durch­schnitt vor der Corona-Pan­de­mie. Für die kom­men­den Jahre erwar­ten wir laut Pro­gnose, dass sich die hei­mi­sche Infla­tion weit­ge­hend im Gleich­klang mit jener des Euro­raums ent­wi­ckeln wird“, so Mar­tin Kocher. „Ange­sichts der wei­ter­hin bestehen­den Risi­ken ist bei der Infla­ti­ons­ent­wick­lung und deren natio­na­len Trei­bern aber immer noch Wach­sam­keit geboten“.

Trotz der Dürre letz­ten Som­mer bleibt auch die Nah­rungs­mit­tel­in­fla­tion vor­erst nied­rig. Dazu hat auch die im Juli 2026 ein­ge­führte Mehr­wert­steu­er­sen­kung auf aus­ge­wählte Nah­rungs­mit­tel einen mess­ba­ren Bei­trag geleis­tet. Laut kon­ti­nu­ier­li­chen OeNB-Ana­ly­sen von Beginn weg wird diese Sen­kung nahezu voll­stän­dig an die Kon­su­men­ten wei­ter­ge­ge­ben. Zwar dürfte die Dürre bei ein­zel­nen Pro­duk­ten zusätz­li­chen Preis­druck ver­ur­sa­chen, der infla­ti­ons­dämp­fende Effekt der Steu­er­maß­nahme über­wiegt jedoch zunächst noch. 

Sze­na­rien ver­deut­li­chen hohe Prognoseunsicherheit

Um die erhöhte Unsi­cher­heit im Zusam­men­hang mit dem Kon­flikt im Nahen und Mitt­le­ren Osten abzu­bil­den, wurde die OeNB-Pro­gnose durch alter­na­tive Sze­na­rien ergänzt. Dabei wur­den die Aus­wir­kun­gen unter­schied­lich star­ker Schocks bei Energie‑, Roh­stoff- und Nah­rungs­mit­tel­prei­sen auf Infla­tion und Kon­junk­tur bis Ende 2028 berech­net. Im ungüns­tigs­ten Sze­na­rio lie­gen die Erd­öl­preise um 75, die Gas­preise um 100 und die Nah­rungs­mit­tel­preise um 20 Pro­zent über dem Basisszenario. 

Selbst in die­sem Fall würde die öster­rei­chi­sche Wirt­schaft nicht in eine Rezes­sion rut­schen, aber das BIP-Wachs­tum 2027 würde noch bei 0,3 Pro­zent lie­gen. Die Infla­tion würde hin­ge­gen auf 5,6 Pro­zent anstei­gen. Im güns­tigs­ten berech­ne­ten Sze­na­rio lie­gen die unter­stell­ten Erd­öl­preise im Mit­tel um 15 und die Gas­preise um 20 Pro­zent nied­ri­ger als im Haupt­sze­na­rio der Pro­gnose ange­nom­men. In die­sem Sze­na­rio fällt die Infla­tion 2027 mit 1,7 Pro­zent um 0,6 Pro­zent­punkte nied­ri­ger aus und das BIP-Wachs­tum würde um 0,1 Pro­zent­punkte höher lie­gen, so die Exper­ten der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bank (OeNB). (red/​czaak)

Autor: red/czaak
28.09.2026

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