
Europa fördert Forschungsideen
Durch den European Research Council wird innerhalb des 7. Rahmenprogramms zum ersten Mal die Grundlagenforschung auf Ebene der Europäischen Union gefördert. Deklariertes Ziel : im Wettbewerb der besten Wissenschaftler Ideen für die Zukunft zu lukrieren.
Das 7. Forschungsrahmenprogramm (7. RP) ist das mehrjährige Flaggschiffprogramm der Europäischen Union für gemeinsame Forschungs- und Technologieprojekte. Es stellt über einen Zeitraum von sieben Jahren (2007 bis 2013) mehr als 50 Mrd. Euro zur Verfügung.
Erstmals in der Geschichte der Rahmenprogramme wurde im 7. RP auch die spezifische Programmlinie „Ideen“ zur Förderung der grundlagenorientierten Spitzenforschung eingerichtet. Mit einem Gesamtvolumen von 7,5 Mrd. Euro können Forschungsprojekte zu jedem Thema in Hinblick auf Life Sciences, Physical Sciences & Engineering und Social Sciences & Humanities sowie interdisziplinäre Themen gefördert werden.
Attraktive Möglichkeiten
Sabine Herlitschka, Leiterin des Bereichs Europäische und Internationale Programme der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), betont : „Das Programm ‚Ideas‘ dient erstmals in den EU-Rahmenprogrammen der Förderung der Spitzenforschung. Das ist eine wichtige Maßnahme zur richtigen Zeit. Mit 7,5 Milliarden Euro steht eine beachtliche Summe Geld zur Verfügung, um Spitzenforscherinnen und ‑forschern, wo immer sie sich befinden, attraktive Möglichkeiten der Forschungstätigkeit in Europa bieten zu können.“
Bisher wurden europaweit mehr als 43.000 Projektvorschläge mit mehr als 231.000 Beteiligungen aus Europa eingereicht und beurteilt (Stand : November 2009). Davon können 13.236 Projekte der Programmlinie „Ideen“ zugeordnet werden. Insgesamt wurden europaweit rund 6800 Projekte mit mehr als 45.000 Beteiligungen zur Förderung ausgewählt, darunter befinden sich 821 Projekte aus dem Bereich „Ideen“. Die durchschnittliche Bewilligungsquote liegt derzeit bei 15,7 Prozent, die Projekte der Spitzenforschung unter „Ideen“ wurden mit einer Bewilligungsquote von 6,2 Prozent gefördert.
Großes Potenzial
Österreich hat sich bisher hinsichtlich der Ausschreibungen des 7. Rahmenprogramms sehr gut entwickelt. In Summe sind heimische Teams 1137-mal an 813 Projekten (von europaweit 6800 Projekten) erfolgreich beteiligt, davon können 37 österreichische Beteiligungen an 27 Projekten der Programmlinie „Ideen“ zugeordnet werden. Bezogen auf „Ideen“ entsprechen die 27 österreichischen Projekte einem Anteil von 3,3 Prozent in Relation zu allen bisher geförderten „Ideen“-Projekten in Europa. Verglichen mit dem österreichischen Beitrag von derzeit zwei Prozent zum 7. Rahmenprogramm sind österreichische „Ideen“-Projekte mit den erwähnten 3,3 Prozent stärker vertreten.
Thematisch betrachtet finden sich die meisten österreichischen „Ideen“-Projekte von jungen Forschern, den sogenannten „Starting Grants“, im Bereich der Life Sciences. Bei den erfahrenen Forschern, den sogenannten „Advanced Grants“, haben österreichische Projekte bisher besonders gut bei Physical Sciences & Engineering abgeschnitten.
Ideen für Europa
Das Programm „Ideen“ ist Teil des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Union und wird im Rahmen des „European Research Council“ (ERC beziehungsweise Europäischer Forschungsrat) abgewickelt. Die Auswahl der eingereichten Projekte erfolgt ausschließlich entsprechend deren Exzellenz mithilfe von externen Experten. Das Ziel des Programms ist es, kreativen und risikofreudigen Projekten der Spitzenforschung eine europäisch einheitliche Fördermöglichkeit zu bieten. Darüber hinaus soll mit dem Programm „Ideen“ Forschern außerhalb Europas eine attraktive Möglichkeit zur eigenständigen Forschungstätigkeit in Europa geboten werden. Das Programm bietet die Möglichkeit von „Starting Grants“ für junge Forscher und von „Advanced Grants“ für erfahrene Forscher. Abgewickelt wird das Programm „Ideen“ mithilfe des „Scientific Councils“ bestehend aus 22 Experten (Members) und der ERC Executive Agency.