
Europäische Unabhängigkeit bei Daten und Technologie
T‑Systems und Deutsche Telekom starten europaweite KI-Fabrik in München. SAP und NVIDIA als Tech-Partner. Österreichische Unternehmen und Verwaltung ebenso adressiert.
Aufgrund der geopolitischen Lage und Unsicherheiten etwa rund um die aktuelle US-Administration und Gesetzen wie dem US-Cloud-Act (Anm. US-Behörden können länderübergreifend jederzeit auf Daten zugreifen) sollen bereits 20 Prozent der deutschen Unternehmen ihre geschäftskritischen Daten zurück aus der Cloud wieder lokal speichern.
Der Bedarf von Großunternehmen, Mittelstand und Start-Ups an souveränen und sicheren Rechenkapazitäten unter europäischen Regeln ist also groß, beispielsweise bei KI-Anwendungen im Maschinenbau, in der Fertigung oder in der Logistik
Erhöhung der deutschen KI-Rechenleistung um rund 50 Prozent
Die Deutsche Telekom baut nun gemeinsam mit NVIDIA eine der größten KI-Fabriken in Europa. Diese neue „Industrial AI Cloud“ mit Sitz in München gibt Unternehmen die Möglichkeit, ihre KI-Anwendungen mit proprietären Daten weiterzuentwickeln. Bereits im ersten Quartal 2026 sollen Betriebe die Rechenleistung der „KI-Fabrik“ buchen und bedarfsgerecht nutzen können. Final soll durch diese neue Fabrik die KI-Rechenleistung in Deutschland um rund 50 Prozent erhöht werden.
“In Kombination mit dem Netz der Deutschen Telekom und der T Cloud schaffen die Deutsche Telekom und NVIDIA ein Ökosystem für europäische Unternehmen, das KI-Souveränität bietet“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung. SAP soll die technologischen Voraussetzungen für die einfache Integration schaffen.
Österreichische Unternehmen können ebenso profitieren
„Wir freuen uns, dass so nahe zu Österreich eine hochperformante KI-Infrastruktur entsteht, die auch unseren österreichischen Kunden zur Nutzung von Workloads und KI Compute Power zugutekommt“, ergänzt Peter Lenz, Managing Director T‑Systems Österreich. „Das ist ein Meilenstein für die digitale Souveränität Europas. KI ist eine enorme Chance, sie hilft unseren Kunden Innovation zu beschleunigen, Produkte und Services weiterzuentwickeln und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsstandorts stärken“, unterstreicht Lenz.
Bei den Anwendungsmöglichkeiten können Industriebetriebe dann etwa digitale 3D-Zwillinge realer Fabriken erstellen, wo NVIDIA Omniverse-Bibliotheken für die virtuelle Planung, Simulation, Prüfung und Verbesserung des Fabrikdesigns integriert werden, bevor sie in Realität gebaut werden. Dies steigert Effizienz und Qualität bei den Prozessen. Weiters können Autos und Flugzeuge in digitalen Windkanälen getestet werden, und auch virtuelle „Crashtests“ werden möglich sein. Weitere Anwendungen im Bereich Robotik und Automation sowie Lern- und Simulationstechniken sind ebenso möglich. (red/cc)