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Euro­pas Inno­va­tion stärken

Euro­päi­sche Kom­mis­sion ver­öf­fent­licht neue Initia­tive zum Thema Künst­li­che Intel­li­genz. Soge­nann­ter AI Con­tent Action Plan soll Rück­stand gegen­über ande­ren Wett­be­wer­bern min­dern. Daten, Infra­struk­tur, Cloud und recht­li­che Regu­la­rien im Fokus.

Die Euro­päi­sche Kom­mis­sion hat kürz­lich einen neuen Plan für Stär­kung und Auf­bau tech­no­lo­gi­scher Inno­va­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten ver­öf­fent­licht. Ent­hal­ten sind Initia­ti­ven, um den Rück­stand gegen­über ande­ren Län­dern und Kon­zer­nen zu redu­zie­ren und ins­be­son­dere im inter­na­tio­na­len Wett­lauf im Bereich Künst­li­che Intelligenz/​Artificial Intel­li­gence (AI) ver­lo­re­nen Boden gut­zu­ma­chen. Der KI-Akti­ons­plan beinhal­tet meh­rere Schwerpunkte.

Euro­pas KI- und Supercomputing-Infrastruktur
An ers­ter Stelle steht der Auf­bau einer breit ange­leg­ten Infra­struk­tur zu den The­men Daten und Daten­ver­ar­bei­tung. Die Kom­mis­sion plant, Euro­pas KI- und Super­com­pu­ting-Infra­struk­tur mit einem Netz von soge­nann­ten „AI Fac­to­ries“ zu stär­ken. Sie sol­len euro­päi­sche KI-Start-ups, Indus­trie und Forscher:innen bei der Ent­wick­lung von KI-Model­len und ‑Anwen­dun­gen unter­stüt­zen. Drei­zehn die­ser Fabri­ken wer­den der­zeit in Europa ein­ge­rich­tet und sol­len bis Ende 2025 fer­tig­ge­stellt werden. 

Zudem plant die EU die Errich­tung von „AI Giga­fac­to­ries“ , auch zum Trai­ning von rechen­in­ten­si­ven kom­ple­xen KI-Model­len. „Die dafür geplan­ten 20 Mil­li­ar­den Euro sind eine not­wen­dige Inves­ti­tion, um den euro­päi­schen Rück­stand bei der für KI ent­schei­den­den Rechen­leis­tung zumin­dest zu ver­rin­gern, sie wer­den mit Blick auf die Inves­ti­ti­ons­sum­men in ande­ren Län­dern aber nicht aus­rei­chen“, kom­men­tiert der Deut­sche Bran­chen­ver­band Bit­kom das Thema KI und KI-Factories.

Inves­ti­tio­nen des Pri­vat­sek­tors in Cloud-Kapa­zi­tä­ten und Rechenzentren
Ein wei­te­res Thema ist Cloud-Com­pu­ting. Um hier Inves­ti­tio­nen des Pri­vat­sek­tors in Cloud-Kapa­zi­tä­ten und Rechen­zen­tren zu för­dern, wird die Kom­mis­sion den „Cloud and AI Deve­lo­p­ment Act“ vor­schla­gen. Ziel ist, die Kapa­zi­tät der Rechen­zen­tren in der EU in den nächs­ten fünf bis sie­ben Jah­ren min­des­tens zu verdreifachen. 

Zu KI und Cloud gehört auch das Thema Daten. Um den Zugang zu umfang­rei­chen und hoch­wer­ti­gen Daten zu ver­bes­sern, plant die EU Data Labs, wo große, hoch­wer­tige Daten­men­gen aus ver­schie­de­nen Quel­len in AI Fac­to­ries zusam­men­ge­führt und kura­tiert wer­den. Noch 2025 soll eine umfas­sende „Data Union Stra­tegy“ auf den Weg gebracht wer­den, um einen Bin­nen­markt für Daten zu schaf­fen, der KI-Lösun­gen ska­lie­ren kann.

Eine Ver­ein­fa­chung der Rechts­vor­schrif­ten im Kon­text mit KI
Ein wei­te­rer Fokus betrifft das Thema KI in stra­te­gi­schen EU-Sek­to­ren und hier will die Kom­mis­sion die „Apply AI Stra­tegy“ star­ten. Dabei soll die indus­tri­elle Nut­zung von KI in stra­te­gi­schen, öffent­li­chen und pri­va­ten Sek­to­ren geför­dert wer­den. Die neue EU-Initia­tive beschäf­tigt sich auch mit dem Thema Human­ka­pi­tal und mit der Stär­kung von KI-Fähig­kei­ten und ‑Talen­ten. Die Kom­mis­sion plant, die inter­na­tio­nale Anwer­bung von hoch­qua­li­fi­zier­ten KI-Expert:innen und ‑Forscher:innen zu erleichtern.

Im Kon­text mit KI soll es zudem eine Ver­ein­fa­chung der Rechts­vor­schrif­ten geben. Die Kom­mis­sion wird hier einen „AI Act Ser­vice Desk“ ein­rich­ten, um Unter­neh­men bei der Ein­hal­tung des AI Acts zu unter­stüt­zen. Die­ser Ser­vice Desk soll als zen­trale Anlauf­stelle und Dreh­scheibe für Infor­ma­tio­nen und Anlei­tun­gen zum AI-Act dienen.

Ent­schei­den­der Bei­trag zu Euro­pas digi­ta­ler Souveränität
Der deut­sche Bit­kom-Ver­band hat auch auf diese EU-Initia­tive reagiert. „Mit dem AI Con­ti­nent Action Plan ver­schiebt die EU den Fokus von KI-Regu­lie­rung auf KI-För­de­rung – und dafür ist es höchste Zeit. Die euro­päi­schen Staa­ten kön­nen nur gemein­sam zu den füh­ren­den KI-Natio­nen USA und China auf­schlie­ßen“, sagt Susanne Deh­mel, Mit­glied der Bit­kom-Geschäfts­lei­tung. „Eine KI aus Europa bringt einen ent­schei­den­den Bei­trag zu Euro­pas digi­ta­ler Sou­ve­rä­ni­tät. Die aktu­elle geo­po­li­ti­sche Lage macht dies not­wen­di­ger denn je“, unter­streicht Dehmel.

Par­al­lel mahnt der Bit­kom-Ver­band die vie­ler­orts noch nöti­gen Kon­kre­ti­sie­run­gen ein. Das betrifft etwa Details zur „Data Union Stra­tegy“, die grenz­über­schrei­tende Ver­füg­bar­keit von Daten. Die­ses ist für KI-Trai­nings und ‑Anwen­dun­gen uner­läss­lich. Abschlie­ßend geht es noch um die Finan­zie­rung des neuen AI Con­ti­nent Action Plans. „Ohne klare Finan­zie­rung und Zeit­pläne besteht die Gefahr, dass der AI Con­ti­nent Action Plan nur eine wei­tere gute Idee ist, die ver­pufft. Europa muss beim Thema KI jetzt Tempo machen“, betont der Bitkom-Verband. 

Autor: red/czaak
22.04.2025

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