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Ewige Jugend für Grafikkarten

Für viele Hoch­leis­tungs­auf­ga­ben wer­den Gra­fik­kar­ten ein­ge­setzt. Ihren Alte­rungs­pro­zess kann man durch geziel­tes Auf­ga­ben-Manage­ment brem­sen. Das zei­gen nun TU Wien und Uni­ver­sity of Cali­for­nia (Irvine) in einem gemein­sa­men Projekt.

Gra­fik­kar­ten wer­den längst nicht mehr nur für die Dar­stel­lung von Gra­fik ver­wen­det son­dern auch für beson­ders rechen­in­ten­sive Auf­ga­ben aus ganz ande­ren Berei­chen, etwa in der wis­sen­schaft­li­chen For­schung oder auch für Bitcoin-Mining.
Die Leis­tung der Gra­fik­kar­ten ver­schlech­tert sich jedoch nor­ma­ler­weise mit der Zeit. Ein­zelne Pro­zes­sor­kerne der Gra­fik­karte spie­len auf­grund von Alte­rungs­ef­fek­ten nicht mehr opti­mal zusam­men. An der TU Wien wurde nun in Zusam­men­ar­beit mit der Uni­ver­sity of Cali­for­nia (Irvine) eine ver­bes­serte Chip-Manage­ment-Methode ent­wi­ckelt, mit der die Rechen­last klü­ger ver­teilt wer­den kann. In über 95 % der Fälle wird die Gra­fik­kar­ten-Alte­rung dadurch ein­ge­bremst, so die TU-Wien in einer Aussendung

Par­al­le­les Rechnen
„Gewöhn­li­che Com­pu­ter haben einige wenige Pro­zes­sor­kerne. Eine Gra­fik­karte hin­ge­gen hat eine gewal­tige Anzahl von Pro­zes­sor­ker­nen – typi­scher­weise hun­derte oder tau­sende“, erklärt Muham­mad Shafi­que vom Insti­tut für Com­pu­ter Engi­nee­ring an der TU Wien. Man kann Gra­fik­kar­ten daher sehr gut für Berech­nun­gen ein­set­zen bei denen Auf­ga­ben in viele unab­hän­gige Teil­schritte zer­legt wer­den, die gleich­zei­tig von unter­schied­li­chen Pro­zes­sor­ker­nen durch­ge­führt werden.
Aller­dings sind die Pro­zes­sor­kerne nie­mals völ­lig iden­tisch. „Die Struk­tu­ren sind sehr klein, pro­duk­ti­ons­be­dingt kommt es immer zu gewis­sen Abwei­chun­gen“, sagt Muham­mad Shafi­que. Daher wirkt sich auch die Alte­rung des Chips unter­schied­lich auf die unter­schied­li­chen Pro­zes­sor­kerne aus. Unter hoher Belas­tung lie­fern die ein­zel­nen Kerne irgend­wann unter­schied­li­che Leis­tung. Dadurch ergibt sich bald ein deut­li­cher Rück­gang der Gesamtperformance.

Las­ten verteilen
Die­ses Pro­blem wol­len Muham­mad Shafi­que und das Team um Moham­mad Al Faru­que von der Uni­ver­sity of Cali­for­nia (Irvine) nun durch ein bes­se­res Manage­ment lösen : „Ent­schei­dend ist es, zuerst den aktu­el­len Sta­tus der ein­zel­nen Pro­zes­sor­kerne zu ken­nen“, so Shafi­que. „Dann kann man die Rechen­auf­ga­ben so zuwei­sen, dass der phy­si­sche Stress mög­lichst gleich­mä­ßig auf die unter­schied­li­chen Kerne ver­teilt wird.“
Pro­zes­sor­kerne mit ähn­li­chen Eigen­schaf­ten wer­den zu „Clus­tern“ zusam­men­ge­fasst, die dann auf genau vor­her­be­rech­nete Weise mehr oder weni­ger stark belas­tet wer­den. So lässt sich der Alte­rungs­pro­zess brem­sen, die Gesamt­leis­tung des Sys­tems ver­bes­sert sich. „Es gab bereits Über­le­gun­gen, die Alte­rung von Gra­fik­kar­ten auf Com­pi­ler-Ebene ein­zu­brem­sen, doch unsere Methode ist deut­lich effek­ti­ver, sie bringt in über 95 % der Fälle einen Vor­teil“, betont Muham­mad Shafique. 

Autor: red/cc
16.03.2018

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