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Fach­kräf­te­man­gel in Öster­reich auf neuem Höchststand

Schwie­rige Rekru­tie­rungs­lage auf Arbeits­markt schwächt Wirt­schaft. Knapp 90 Pro­zent der hei­mi­schen Unter­neh­men haben Pro­bleme bei Fin­dung geeig­ne­ter Fach­kräfte, so Erhe­bung von EY.

Der Man­gel an Fach­kräf­ten beglei­tet Unter­neh­men bereits län­ger, der hei­mi­schen Wirt­schaft fehlt es bereits seit eini­gen Jah­ren bran­chen­über­grei­fend an qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal. Schon letz­tes Jahr erreichte der Fach­kräf­te­man­gel einen Höchst­stand und auch heuer klet­tert er wei­ter in die Höhe. 87 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men geben in einer Erhe­bung des Bera­ters EY an, dass sie zu wenige neue und vor allem aus­rei­chend qua­li­fi­zierte Mit­ar­bei­ter finden. 

Fast 220.000 Arbeits­stel­len unbesetzt
Die gute Ent­wick­lung des hei­mi­schen Arbeits­markts macht die Suche nach Fach­kräf­ten noch schwe­rer. Über das gesamte letzte Jahr gerech­net lag die Arbeits­lo­sen­quote bei 6,3 Pro­zent, laut Arbeits­mi­nis­te­rium der nied­rigste Wert seit 2008. Einen neuen Rekord gab es auch bei auch bei der Anzahl der offe­nen Stel­len. Laut Sta­tis­tik Aus­tria waren im letz­ten Herbst 218.100 Arbeits­stel­len nicht besetzt – ein deut­li­cher Hin­weis auf den sich ver­schär­fen­den Fach- und Arbeitskräftemangel.

Laut Eigen­ein­schät­zung der befrag­ten Betriebe gilt das auch in die­sem Jahr. 67 Pro­zent der öster­rei­chi­schen Unter­neh­mer sehen den Man­gel als enor­mes Risiko für die Zukunft des Betriebs (2022 : 61 Pro­zent). Nur rund jedem ach­ten Mit­tel­ständ­ler (13 Pro­zent) fällt es nach eige­nen Anga­ben der­zeit leicht, Fach­per­so­nal zu fin­den. Zu Beginn der Erhe­bun­gen 2014 mein­ten immer­hin noch 30 Pro­zent der Befrag­ten, keine grö­ße­ren Schwie­rig­kei­ten beim Ein­stel­len von Fach­kräf­ten zu haben. 

Die Aus­wir­kun­gen auf ein­zelne Branchensegmente
Beson­ders die Bran­chen Trans­port, Ver­kehr und Ener­gie haben mit Rekru­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten zu kämp­fen. 89 Pro­zent geben hier an, „sehr schwer“ oder „eher schwer“ Fach­kräfte zu fin­den. Ebenso stark betrof­fen ist der Gesund­heits­sek­tor (91), gefolgt von der Indus­trie (89) und dem Tou­ris­mus (95 Pro­zent). Für die Stu­die „Beschäf­ti­gung und Fach­kräf­te­man­gel in Öster­reich“ der Prüf- und Bera­ter­or­ga­ni­sa­tion EY wur­den öster­reich­weit über 600 Ver­ant­wort­li­che von mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men mit 30 bis 2.000 Mit­ar­bei­te­rIn­nen befragt. 

„Der Fach­kräf­te­man­gel stellt alle ande­ren unter­neh­me­ri­schen Her­aus­for­de­run­gen in den Schat­ten. Die Pro­ble­ma­tik hat sich immer mehr ver­schärft und ist heuer so viru­lent wie noch nie“, sagt Erich Leh­ner, Mana­ging Part­ner Mar­kets bei EY Öster­reich, und ver­ant­wort­lich für den Bereich Mit­tel­stand. „Kleine wie große Betriebe erlei­den dadurch auch Umsatz­ein­bu­ßen und das bremst die Wirt­schafts­dy­na­mik ordent­lich ab“, betont Lehner. 

Posi­tive Arbeits­markt­im­pulse ver­sus gerin­ges Beschäftigungswachstum
Im Kon­text mit der Corona-Krise und dem Aus­lau­fen der diver­sen Maß­nah­men ist der 2021 gemes­sene Auf­schwung wie­der zurück­ge­gan­gen. Nur mehr jeder fünfte Betrieb (21 Pro­zent) in Öster­reich will in den kom­men­den Mona­ten zusätz­li­che Beschäf­tigte ein­stel­len. 2022 waren es noch 26 Pro­zent. 15 Pro­zent der Unter­neh­men pla­nen Stel­len­strei­chun­gen. Die­ser Anteil ist nun auf den höchs­ten Stand seit Jah­res­be­ginn 2009 gestiegen. 

Bei den geplan­ten Neu­ein­stel­lun­gen füh­ren die Betriebe aus Wien (32 Pro­zent), vor der Stei­er­mark (29) und Nie­der­ös­ter­reich (26). Am wenigs­ten neue Arbeits­plätze sind im Bur­gen­land (9 Pro­zent) geplant.
Gene­rell gestal­tet sich der Fach­kräf­te­man­gel auch wirt­schaft­lich her­aus­for­dernd. Mehr als die Hälfte aller Unter­neh­men (51 Pro­zent) ver­zeich­net dadurch bereits Umsatz­ein­bu­ßen. Im Vor­jahr lag die­ser Wert noch bei 39 Pro­zent. Jeder sechste hei­mi­sche Betrieb beklagt sogar erheb­li­che Umsatz­ein­bu­ßen von über fünf Prozent.

Die Situa­tion in den Bundesländern
Beson­ders lei­det der Umsatz im Trans­port- und Ener­gie­sek­tor (64 Pro­zent), im Gesund­heits­be­reich (59) und im Finanz- und Dienst­leis­tungs­we­sen (54). Auch die Tou­ris­mus­bran­che ver­liert Umsätze (50 Pro­zent), weil es an geeig­ne­tem Per­so­nal fehlt. Betrach­tet man den Man­gel in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern, dann haben Betriebe in Nie­der­ös­ter­reich die größ­ten Pro­bleme Fach­kräfte zu fin­den, vor Ober­ös­ter­reich, der Stei­er­mark und Vorarlberg. 

Am bes­ten ist die Situa­tion noch in Salz­burg und in Wien, aber auch hier kla­gen mehr als 30 Pro­zent über große Schwie­rig­kei­ten. „Der Fach­kräf­te­man­gel wird zum größ­ten Risiko für Unter­neh­men und ist für viele Unter­neh­men bereits exis­tenz­be­dro­hen­der als die Ener­gie­krise. Hun­der­tau­sende Arbeits­kräfte feh­len in vie­len Sek­to­ren. Eine Lösung für die­ses Phä­no­men zu fin­den, wird zu den wich­tigs­ten Auf­ga­ben der kom­men­den Jahre gehö­ren“, resü­miert Erich Leh­ner von EY Österreich.

Autor: red/czaak
14.02.2023

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