
Faszination Gehirn
Die Themen Gehirn und Gesundheit und künstliche Intelligenz. Med Uni Innsbruck veranstaltet vom 16. bis 20. März die diesjährige „Die Woche des Gehirns“. Ein Fokus gilt Gemeinsamkeiten und Unterschieden von menschlicher und künstlicher Intelligenz.
Menschen vertrauen ihre Gefühle einer Maschine an. Künstliche Intelligenz (KI) nähert sich immer mehr der menschlichen Intelligenz – oder hat diese in manchen Fällen schon überholt. Diese Entwicklungen haben auch große Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Bereits heute hilft KI bei vielen Therapien. Diese rasanten Entwicklungen unserer Zeit werfen viele Fragen auf. Sie sorgen für Euphorie und sie erzeugen Unbehagen.
In der diesjährigen Woche des Gehirns an der Medizinischen Universität Innsbruck werden vom 16. bis 20. März all diese Themengebiete aus unterschiedlichen Disziplinen erörtert. Vor- und Nachteile in Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz in der Medizin werden sachlich dargestellt und eingeordnet. Ein Fokus betrifft etwa den Einsatz von KI in der Tumordiagnostik, der Schlafforschung und der Psychologie.
Neurowissenschaftlicher Schwerpunkt in Grundlagenforschung und an Kliniken
„An der Medizinischen Universität Innsbruck verfolgen wir seit vielen Jahren einen neurowissenschaftlichen Schwerpunkt, sowohl in der Grundlagenforschung als auch an den Kliniken. Wir haben hier an der Med Uni mit der AI and Scientific Computing Faculty und an der Uni Innsbruck zahlreiche Expert:innen für Informationstechnologie und künstliche Intelligenz“, sagt Patrizia Stoitzner, Vizerektorin für Forschung und Internationales.
Das Programm beinhaltet fünf allgemeinverständliche Vorträge, wo Expert:innen der Med Uni über ihre Forschung und den aktuellen Wissensstand aus der Perspektive ihrer jeweiligen Fachbereiche sprechen. Die Vorträge finden bei freiem Eintritt von Montag bis Freitag immer ab 18:30 Uhr im Großen Hörsaal (Audimax) der Med Uni Innsbruck (Anm. Fritz-Pregl-Straße 3, 6020 Innsbruck) statt.
Signale und unsichtbare Netzwerke steuern unser Denken und Handeln als Schwerpunkt am 16. März
Am 16. März geht es um das Thema „Faszination Gehirn – Wie elektrische Signale und unsichtbare Netzwerke unser Denken und Handeln ermöglichen“. Die Neurobiologin und Medizinerin Sabine Liebscher gibt dabei Einblicke in die Arbeitsweise des Gehirns. Sie erklärt, wie Nervenzellen aufgebaut sind, wie elektrische Signale entlang von „Nervenleitungen“ laufen und wie sie in chemische Botschaften übersetzt werden.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht, wie aus vielen Milliarden solcher Zellen große Netzwerke entstehen, die Denken, Fühlen, Erinnern und Handeln ermöglichen. Die Expertin thematisiert auch, wie sich das Gehirn im Laufe des Lebens verändert und sie greift alltägliche Fragen auf, etwa warum wir Dinge vergessen.
KI als digitaler Detektiv als Thema am 17. März
„Digitaler Detektiv und wie KI bei der Erkennung von Hirntumoren und anderen Erkrankungen unterstützen kann, darum geht es am 17. März. Innsbruck ist eines der führenden Zentren Österreichs, wenn es um „ultraschnelle“ Tumordiagnostik geht. Die Neuropathologin Adelheid Wöhrer zeigt, wie KI die Diagnosen präziser macht.
Gleichzeitig erläutert sie wie die ungewisse Wartezeit deutlich verringern werden kann. Wöhrer erklärt, was Epigenetik ist und warum sie gerade bei Hirntumoren, von denen derzeit 130 Subtypen bekannt sind, aber auch bei anderen Krebserkrankungen eine entscheidende Rolle spielt.
Am 18. März geht es um Biologische und künstliche Intelligenz
Was Biologische und künstliche Intelligenz gemeinsam haben und die Unterschiede sind dann Thema am 18. März. Es ist wohl einmalig in der Entwicklungsgeschichte des Menschen, dass eine künstliche Intelligenz als Alternative zur menschlichen Intelligenz derart großen, gesamtgesellschaftlichen Einfluss ausübt. Das hat positive und negative Folgen.
Was macht den Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz aus ? Ist das menschliche Gehirn vielleicht sogar ein Auslaufmodell ? Der Leiter des Forschungslabors AI an der Universität Innsbruck, Jörg Lücke, diskutiert in diesem Vortrag die Unterschiede und Gemeinsamkeiten und versucht damit, die Fähigkeiten heutiger KI einzuordnen.
Veränderungen der Hirnaktivität im Schlaf im Fokus am 19. März
Am 19. März geht es Veränderungen der Hirnaktivität im Schlaf und etwaige Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Während wir schlafen, verändert sich die Hirnaktivität in charakteristischen Mustern. Diese spiegeln die Schlafstadien wider und liefern Hinweise auf Erholung, Gedächtnisprozesse und Krankheitsmechanismen. Künstliche Intelligenz ermöglicht unter anderem, Muster zu erkennen, die mit bloßem Auge schwer erfassbar sind.
In ihrem Vortrag erklären die Schlafmedizinerin Birgit Högl und der KI-Experte Matteo Cesari, wie sich KI-basierte Ansätze und bewährte schlafmedizinische Konzepte ergänzen und ein tieferes Verständnis von Schlaf eröffnen, sowie neue Perspektiven für eine bessere Schlafgesundheit eröffnen.
Wie KI-Chatbots unser Denken und Fühlen beeinflussen am 20. März
Gespräche mit der KI und wie Chatbots unser Denken und Fühlen beeinflussen sind schließlich die Themenbereiche am 20. März. Manche Menschen erzählen Chatbots Dinge, die sie keinem Menschen sagen würden. Andere lassen sich von einer KI motivieren, trösten oder bei Lebensentscheidungen begleiten. Chatbots wie ChatGPT reagieren auf unsere Worte, spiegeln unsere Gefühle und geben uns das Gefühl, gehört zu werden.
Was passiert, wenn Maschinen zu Gesprächspartnern werden – und was sagt das über uns aus ? In diesem Vortrag zeigt der Gesundheitspsychologe Stefan Höfer, wie Gespräche mit KI unser Wohlbefinden, unsere Zufriedenheit und unser Glücksempfinden beeinflussen können.
Ein kostenloses Rahmenprogramm mit Online-Meditation und 30-minütigen Impulsvorträgen zum Thema Künstliche Intelligenz ergänzt die Veranstaltung und Vortragsreihen. „Die Woche des Gehirns“ vom 16. bis 20. März 2026 im Audimax an der Med Uni Innsbruck, jeweils ab 18:30 Uhr im Großen Hörsaal. Adresse : Fritz-Pregl-Straße 3, 6020 Innsbruck ; Eintritt frei und barrierefreier Zugang. (red/rucz)